Wir haben euch, unsere Leser*innen, gefragt, ob ihr euch noch an euer Konfirmationsgeschenk erinnert – und was daraus geworden ist. Und ihr habt uns viele schöne Geschichten geschickt. In vielen wird deutlich, wie sich die Zeiten geändert haben: Kassettenrekorder würden heutzutage wohl eher Fragezeichen auf der Stirn der Jugendlichen entstehen lassen. 

Hier findet ihr eine Auswahl der Geschichten, die uns erreicht haben:

"Meine Konfirmation war schon im Jahr 1969. Damals gab es für Mädchen noch Porzellan für die Aussteuer. Weiß mit Goldrand und Monogramm. Darauf würde heute wohl niemand mehr kommen. Aber ich benutze die Teller bis heute. Und da ich per Hand spüle, ist der Goldrand tatsächlich noch sehr schön." (Gerlinde Ziermann)

"Meine Konfirmation habe ich 1978 gefeiert und besonders begleiteten mich folgende Geschenke: Das Gesangbuch mit Widmung von meiner Oma (leider steht es seit der Einführung des neuen Gesangbuches in den 1990er Jahren im Schrank und wird selten hervorgeholt), die Kette meiner Patentante, die ich seither fast immer trage und die mich an meine Tante und die Konfirmation erinnert. Und besonders dankbar bin ich für Gottes Begleitung durch mein bisheriges Leben, aber das war eigentlich schon das Geschenk zur Geburt in eine christliche Familie. Vieles erkennt man erst viel später, auch den Wert oder Sinn von Geschenken. Die Bibel in moderner Übersetzung, die ich auch zur Konfirmation bekam, habe ich erst später schätzen gelernt, als Ergänzung zur Lutherbibel. Die Samen werden in der Jugend gelegt, manchmal gehen sie erst Jahre später auf." (Ursula Schempf)

"Ich wurde 1984 in Berlin konfirmiert. Große Kirche, viele Konfis, großes Familienfest. Von meinen Eltern bekam ich einen sehr schönen Ring, den ich damals nur zu ganz besonderen Anlässen trug. Leider passt er mir nicht mehr. Von den Patinnen gab es Schmuck: Armband, Kettenanhänger und damals ganz hipp: Fußkettchen. Von Nachbarn und Freunden der Familie gab es Geld. Außerdem gab es was für die Aussteuer: Handtücher, Badetücher usw. Fand ich damals sehr blöd, ein paar Jahre später war ich froh, als ich für die erste eigene Wohnung so schon einen kleinen Grundstock hatte. Den Schmuck hab ich bis heute, allerdings gut verwahrt und mit Erinnerungen verbunden im Schmuckkästchen, das gab es auch zur Konfi (wunderschön mit Gravur und mit Spieluhr -Mozart- zum aufziehen)." (Eine Leserin, die lieber anonym bleiben möchte)

"Ich bin 1982 konfirmiert worden und habe mir von dem Geld mein erstes eigenes bzw. neues Fahrrad gekauft, das ich immer noch habe! Zwar nicht mehr täglich, aber ab und zu, wenn ich Lust habe, fahre ich mit meinem 3-Gang Herkules eine Runde. Danach hatte ich noch drei weitere Fahrräder, aber an keinem hing mein Herz so sehr wie an diesem." (Ulrike Wex)

Computer, Fotoapparat, Kassettenrekorder

"Meine Konfirmation war 1982. Von Geldgeschenken habe ich mir einen Commodore 64 Heimcomputer gekauft. Programme musste man am Anfang als Listen von Hand eintippen. Ein Diskettenlaufwerk konnte ich mir erst zwei Jahre später leisten. Nach dem Ausschalten war alles weg. Es gab in einer Zeitschrift ein Programmlisting über mehrere Seiten. Nach eintippen und Start stand auf dem Bildschirm "Frohe Ostern". Übrigens hab ich etwa zwei Jahre später auf diesem Rechner die Adressverwaltung für das Evangelische Jugendwerk verwirklicht und etwa drei Jahre die Etiketten für die Rundbriefe gedruckt. Aus Datenschutzgründen heute undenkbar."  (Armin Stutz)

"An mein Konfirmationsgeschenk hat mich erst kürzlich wieder die Geburtstagseinladung meines Bruders erinnert. Denn das beigefügte Bild mit unserer Mutter und meinen drei jüngeren Geschwistern habe ich aufgenommen, nachdem ich mir damals von meinem Konfirmationsgeld für 60 D-Mark einen Fotoapparat gekauft hatte – den ersten überhaupt in unserer Familie. Und auch den Fotoapparat gibt’s noch." (Elsa Seubert)

"Natürlich wurde das Geld aus den Umschlägen in einen Kassettenrekorder investiert. Das war 1970. Im Laufe von 20 Jahren wurde er immer wieder gegen ein neues Modell getauscht. Dann war irgendwann Schluss. Heute sind eine Reihe von Kassetten im Keller und warten auf bessere Zeiten – und ein neues Abspielgerät. Auch die mechanische Armbanduhr liegt in der Schublade. Ein Handtuch ist gelegentlich in Benutzung. Geblieben ist im Bücherregal das Gesangbuch von damals, die kleine Ausgabe mit Goldschnitt und ein Messingkreuz mit dem Konfirmationsspruch auf der Rückseite. Das hängt über dem Schreibtisch. Die goldene Konfirmation konnte wegen Corona leider nicht stattfinden. Ein paar persönliche Kontakte aus der Gruppe gibt es auch noch, aber fast alle sind aus dem Stadtteil weggezogen." (Hans-Martin Arnold)

Radio, Kreuz, Klarinette

"Meine Konfirmation erhielt ich 1958 in der Michaeliskirche in Schleswig. Diese Kirch existiert – als Gebäude – schon lange nicht mehr. An die "Konfi", wie man heute sagt, erinnere ich mich gut. Meine Eltern und ich lebten als Flüchtlinge in der Stadt und wir hatten wenige Jahre zuvor unsere Bodenkammer in einem Umzug mit Bollerwagen verlassen und zu unserer Freude eine Zweizimmerwohnung bezogen. Ich habe meinen Schlafplatz auf der Wohnzimmer-Couch erhalten. Irgendwann, als ich zu groß geworden war, um abends tief schlafend aus dem Ehebett des Schlafzimmers auf meinen Schlafplatz getragen zu werden, wurde dieser Platz erweitert. Die Couch, deren Kopf- und Fußende aufzuklappen war, um die Rückenkissen als Polster dort aufzulegen, erhielt eines Tages für mich ein geheimes Refugium. Sie wurde nämlich von der Wand etwas abgezogen und ein Bord, in Länge der Couch wurde dahinter aufgestellt. Es bestand aus einem Brett und war gerade so hoch wie die zwei Sitzkissen der Couch. Meine Mutter war glücklich, weil sie endlich Bilder und Blumen auf dem Bord präsentieren konnte. Ich aber fand schnell heraus, dass man eine Holzkiste hinter der Couch so aufstellen konnte, dass ich meine abendlichen Bücher dort ablegen konnte. Zur Konfirmation wünschte ich mir ein Radio, der Wusch wurde erfüllt und flugs verschwand das teure Lieblingsstück auf dem Bord hinter meinem Schlafplatz. Bis spät in die Nacht habe ich Radio gehört – Musik aller Art, z.B. "Chris Howland – Musik aus Studio B" oder Peter Frankenfeld mit Satire "Peters Bastelstunde", Hörspiele und Nachrichten. Manches Mal habe ich in der Nacht im Halbschlaf gespürt, dass mein Vater das Radio ausgeschaltet hat. Nie hat er mich dafür getadelt, weil er wusste, dass ich mich auch gern zu ihm setzte, wenn er stundenlang klassische Musik und Opern im Wohnzimmer verfolgte. Er, der Musiker, wollte auch nicht dabei gestört werden. Das Radio hat lange gelebt, bis ich als Heranwachsender von einem Freund der Familie, auf die Firma "Braun" aufmerksam gemacht wurde." (Frank Druhm)

"Ich wurde 1962 konfirmiert und das Kleid war anthrazitfarben. An ein besonderes Geschenk kann ich mich gut erinnern. Es war eine Kette mit einem sehr kleinen goldenen Kreuz von meiner Oma, die auch gleichzeitig meine Patentante war. Fünf Jahre später wurde meine Schwester konfirmiert und ich musste ihr die Kette leihen! Aber so wie sie war, hat sie sie irgendwie nach der Einsegnung verloren. Außerdem bekam ich nur noch sachliche Geschenke zur Aussteuer, wie es früher hieß. Handtücher, Bestecke und Laken. Mir wären Bücher lieber gewesen, denn ich las für mein Leben gern, doch ich wusste auch genau, dass meine Eltern nicht viel Geld besaßen." (Doris Bevers)

"Ich hab mir damals von meinem Konfirmandengeld eine neue Klarinette gekauft. Ich wurde 1981 konfirmiert und hatte ein paar Jahre vorher Klarinette zu spielen angefangen, erst einmal mit einem günstigen Modell. Ich wollte unbedingt ein besseres Instrument und hab dafür mein ganzes Geld eingesetzt, ich glaube, es waren fast 1.200 D-Mark. Diese Klarinette begleitet mich seither. Mal gab es weniger aktive Zeiten, dann habe ich sie wieder mehr gespielt. Seit nunmehr knapp fünf Jahren spiele ich regelmäßig in zwei Orchestern und habe nach wie vor eine sehr große Freude an diesem besonderen Konfirmandengeschenk." (Anette Banik)

Armbanduhr, Handtücher, Besteckkasten

"Ich habe zu meiner Konfirmation von meinem Paten eine Armbanduhr bekommen, die ich gern und mit stolz getragen haben. Nach einigen Jahren habe ich sie leider verloren. Das Gesangbuch mit Signatur habe ich allerdings noch bis heute." (Andreas Fischer)

"Als Mädchen bekam man damals Sammeltassen, Handtücher, Bettwäsche etc. Nichts was man sich aktuell gewünscht hätte. Aber, weil das jede bekam, war es normal irgendwie. Die Jungs bekamen Schnapsgläser oder Bierkrüge. Jetzt sind doch für die meisten KonfirmandInnen Geldgeschenke wichtig. Das höre ich immer wieder, wenn ich nachfrage. Sie möchten schon so ein Fest, aber ohne Kirche, stelle ich fest. Die Konfirmation ist doch eine Farce, weil doch nicht geglaubt wird, was da festgemacht, erneuert werden soll. Danach kommt keiner mehr in den Gottesdienst, auch manche Eltern sieht man da zum ersten Mal und dann nie wieder. Es geht im Vorfeld der Feier nur um die Kleidung, das Essen, wer wird eingeladen. Ich wollte einen schönen, modernen Gottesdienst für meine Söhne, der auch vielleicht nachhaltig ist, war aber nicht möglich. Auch der Unterricht davor war nicht gut. Die Bibel blieb im Schrank. Dieses Fest hat der Mensch erfunden, es braucht etwas Neues, etwas, was die jungen Menschen wirklich freiwillig bezeugen lässt, ja, diesen Jesus will ich in meinem Leben haben. Letztens war eine Emmauswanderung, keiner wusste, warum diese so heißt, waren aber alle konfirmiert." (Ingrid Müller)

"Meine Konfirmation war 1978, zusammen mit meinem, letzten Sommer verstorbenen, Cousin. Ich bekam DM 120,- und eine Omega Armbanduhr von meinem Onkel und meiner Tante, mit dem Spruch, dass es nie im Leben zu spät sei, etwas Neues anzufangen. Von den DM 120,-  habe ich mir mein erstes Fahrrad gekauft. Die Uhr habe ich immer noch, ein wunderschönes Stück." (Heiko Beer)

"Ich habe von meiner Oma einen Besteckkasten bekommen. 12-teilig, mit Tortenheber, Schöpflöffel, Zuckerzange etc. Das Besteck benutzen wir immer noch. 36 Jahre später  (Zum 18. gab's dann ein Geschirr-Set von der Oma. Auch das ist noch im Einsatz. Obwohl schon einige Teile kaputtgegangen sind.)" (Claudia Schreck)

Kommentare

Diskutiere jetzt mit und verfasse einen Kommentar.

Teile Deine Meinung mit anderen Mitgliedern aus der Sonntagsblatt-Community.

Anmelden