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» Thema » WM 2006 » Helmut Frank

 

Ein Name für »le Mannschaft«

Von Helmut Frank

Die WM geht in die letzte Woche, das deutsche Team hat sich bestens verkauft - und hat immer noch keinen überzeugenden Namen. Zwar haben sich die Leitmedien der Republik von Süddeutsche bis taz in nationaler Eintracht auf »Klinsmannschaft« geeinigt, aber in den Weblogs geht die Namensfindung munter weiter.

»Klinsmannschaft« hält eh nur bis zum nächsten Trainerwechsel, zum Glück war auch der Titel »Bertis Buben« nicht für die Ewigkeit gedacht. Außerdem will ja auch niemand unsere Elf als »Jogi-Bären« bei der WM 2010 sehen. Ein zeitloser Name muss also her.

Die Anleihe aus dem Tierreich liegt nahe. Brasiliens bunte »Selecao« firmiert auch unter »Os Canarinhos« - die Kanarienvögel, England als »Three Lions«, abgeleitet von den drei Wappenlöwen, die sie auf der Brust tragen, Saudi-Arabien als »Grüne Falken«. Vor allem die Afrikaner glänzten bei der WM mit tierischen Namen: Angolas »Palancas Negras« (Schwarze Antilopen) wurden bereits in der Vorrunde verscheucht, ebenso die leichtfüßigen »Elephants« der Elfenbeinküste, und - über allen schwebend - »Les Eperviers« - die Sperber Togos. »Die Adler« klingen also für das deutsche Team angemessen, wenn es nicht schon »Les Aigles de Carthage« aus Tunesien gäbe. Die Schwalben wären dem deutschen Trikot entsprechend schwarz-weiß, aber lassen wir das. Besser noch die »die kahnlosen Tiger«.

Das »D-Team« wird dem Anspruch ebenso wenig gerecht wie die »Rheingrätschen«, und zum Glück war das von Franz Beckenbauer einst hämisch erfundene »Rumpelfüßler« eine temporäre Erscheinung. Im Ausland spricht man von der deutschen Elf immer noch ehrfürchtig von »Le Mannschaft« (Frankreich), auch wenn Ronaldinho wohl eher »Kleines Frühstück« dazu sagen würde. Für die Engländer bleiben wir wohl trotz neu erworbenen Sympathien die »German Panzer«, »Blitzkrieger«, »KrautBroiler united« oder »the rocking rumpelfeet«. Dem Spielstil angemessener wäre allerdings »Deutsche Lustwaffe«.

Im Web kursieren außerdem noch »die A-Lehmannen«, die Nationalzwölf (zwei Torleute müsst ihr sein), »der untergehende Kahn«, »die Baller-Männer«, »der Kader« und - angelehnt an die Neocons - die »neo.kahns«. Weitere Vorschläge erwünscht.

   Autor Helmut Frank ist Chefredakteur des Bayerischen Sonntagsblatts, Spieler in der Freizeitmannschaft "Kirche im Abseits« und trainiert einmal die Woche die Kinder vom Hirschanger im Münchner Stadtteil Lehel.

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WM 2006

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abgerufen 21.05.2012 - 09:56 Uhr

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