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Mit linker Tour auf Rechtskurs
Kommentar von Wolfgang Lammel
Die Adventszeit endet für die bayerische Kirche in diesem Jahr wohl nicht mit dem erwarteten Weihnachtsfrieden. Mit einer konspirativen Wahlkampagne wollte der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CSU ein vermeintliches politisches Ungleichgewicht in der Landessynode beseitigen. Und dies, obwohl Bayerns Innenminister Günther Beckstein - der ja nicht im Verdacht steht, den »Linken« nahe zu stehen - erst im Oktober »die demokratische Ehrlichkeit und das große Bemühen um Toleranz« in der Synode gelobt hatte.
Sicher ist, dass die Kampagne allen Kandidatinnen und Kandidaten geschadet hat. In erster Linie denen, die von der CSU in die linke Ecke gestellt wurden und vielleicht deshalb von so manchem wertkonservativ denkenden Kirchenvorstand nicht gewählt wurden. Persönlich beschädigt fühlen sich jedoch auch viele, die ohne ihr Wissen ihren Namen auf einer vorgeblich konservativen Liste entdeckten und jetzt in Erklärungsnot sind.
Gerade weil sich die Landessynode nicht als Parlament mit politischen Fraktionen versteht, darf Parteipolitik nicht durch die Hintertür eingelassen werden. Doch hinter dem Streit, ob und wie sich der Evangelische Arbeitskreis der CSU für diese Kampagne instrumentalisieren ließ, steckt im Kern mehr als der Skandal um eine parteipolische Einmischung. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass auch in der Kirche Wahlkampf gemacht wird - selbst wenn es dies einem ungeschriebenen Gesetz zufolge gar nicht geben sollte.
Die neu gewählte Synode sollte die Fakten nicht nur akzeptieren, sondern endlich Regeln für einen »kirchlichen Wahlkampf« aufstellen. Niemand will natürlich Kandidaten sehen, die vor der Kirche Werbegeschenke verteilen. Aber beispielsweise sollten Vorstellungsrunden in den Dekanaten verbindlich sein. Und auch die verschiedenen Gruppen in der Kirche sollten daran teilnehmen können. So viel Freiheit darf sich namentlich die evangelische Kirche leisten.
(Nr. 51/52, 23./30. Dezember 2001, Seite 11)
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Landessynode 2002-2008
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Wolfgang Lammel
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