Luthers Theologie
Über die Sonntagsblatt-Serie
ZEHN JAHRE SIND ES NOCH bis zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation, die im Jahr 1517 mit dem Wittenberger Thesenanschlag ihren Anfang nahm. Das Jubiläum birgt die Chance zur Auseinandersetzung mit der Person und dem Werk Martin Luthers.
LUTHER ZÄHLT IMMER NOCH zu den beliebtesten und bekanntesten Deutschen. Der Reformator landete nach Konrad Adenauer überraschend auf Platz zwei, als das ZDF im Jahr 2003 die Fernsehnation nach dem »besten Deutschen« suchen ließ. Auf der anderen Seite können viele evangelisch-lutherische Christen nicht mehr sagen, worin sich ihr Bekenntnis vom römisch-katholischen unterscheidet, außer dass Evangelische keinen Papst haben und Jesus wichtiger ist als Maria. Aber wozu noch ein evangelisch-lutherisches Bekenntnis? Wie war das mit Luther? War er nicht schuld an der Kirchenspaltung? Stichworte wie Thesenanschlag, Zweireichelehre oder Rechtfertigungslehre fallen einem ein, aber was steckt dahinter?
DER GRUNDWASSERSPIEGEL an Glaubenswissen ist generell am Sinken, Luther ist für die meisten Kirchenmitglieder der große Unbekannte, seine Theologie ein brachliegendes Kapital. Diesen Schatz will die Sonntagsblatt-Serie »Luthers Theologie« heben, sie will etwas vom Reichtum der lutherischen Theologie weitergeben.
DIES IST ZUALLERERST die Lehre von der Rechtfertigung im Glauben allein aus Gnade. In allen wichtigen theologischen Fragen war dies das Leitmotiv in Luthers Gedankenführung, schließlich »der Glaubenssatz, mit dem die Kirche steht und fällt«. Der Autor der Serie, Hanns Leiner, beschreibt anschaulich, wie Luther vom zweifelnden, um sein Seelenheil besorgten Mönch zum Reformator wurde, wie er aus der Angst zur Glaubensgewissheit kam. Durch die Wiederentdeckung der frohen Botschaft von der bedingungslosen Gnade Gottes wurde Luther zum Reformator, aus dieser Einsicht begann er die Erneuerung der Kirche.
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