Die Hauptsünden
Fulbert Steffensky zu sieben »Wurzeln des Übels«
Seit Papst Gregor dem Großen (540-604) spricht man von den sieben Hauptsünden: Stolz, Habsucht, Neid, Zorn, Unkeuschheit, Unmäßigkeit und geistliche Trägheit. Neben der Bezeichnung Hauptsünden nennt man sie auch Wurzelsünden oder Stammsünden. Sie bezeichnen Grundverfehlungen, die das Verhältnis zu Gott oder zu den Menschen in der Wurzel stören.
Es hat eine mittelalterliche Lust gegeben, die Sünden einzuteilen und zu spezifizieren, die der Komik nicht entbehrt: Man hat zwischen Todsünden und lässlichen Sünden unterschieden, zwischen Hauptsünden und himmelschreienden Sünden.
Für den evangelischen Theologen Fulbert Steffensky sind die Hauptsünden »ethische Grundirrtümer und moralische Fehlhaltungen, aus denen eine Anzahl anderer Sünden entstehen«. Um sie geht es an dieser Sonntagsblatt-Serie.
- Die sieben Hauptsünden
Warum seine Schuldfähigkeit dem Menschen Würde verleiht
(Nr. 48/2004 vom 28.11.2004)
- Einzigartig ins Verderben
Stolz - oder die Unfähigkeit, seine Bedürftigkeit einzugestehen
(Nr. 48/2004 vom 28.11.2004)
- Habgier frisst das Land
Geiz - warum er manchmal eher unser Mitleid als unseren Zorn verdient
(Nr. 49/2004 vom 05.12.2004)
- Hilfreicher Zwiespalt
Neid - wie er hilft, sich selbst zu durchschauen
(Nr. 50/2004 vom 12.12.2004)
- Lob des eingeschränkten Zorns
Zorn - warum er der Preis eines gebildeten Herzens ist
(Nr. 51/2004 vom 19.12.2004)
- Ohne Sinnlichkeit kein Sinn
Unkeuschheit - oder: Wo die Erotik fehlt
(Nr. 1/2005 vom 02.01.2005)
- Die Suche nach dem rechten Maß
Unmäßigkeit - oder: Nicht mehr wissen, was wichtig ist
(Nr. 2/2005 vom 09.01.2005)
- Das Handwerk des Gebets
Geistliche Trägheit - oder: die Stumpfheit der Seele
(Nr. 3/2005 vom 16.01.2005)
- Im Lichte Gottes
Stolz, Habsucht, Neid, Zorn, Unkeuschheit, Unmäßigkeit und geistliche Trägheit gelten in der Tradition als Hauptsünden. Sie bezeichnen Grundverfehlungen, die das Verhältnis zu Gott oder zu den Menschen in der Wurzel stören: über die »Wurzelsünden« (Glaubenskurs Teil 49).
(Nr. 18/2010 vom 02.05.2010)
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Otto Dix: Die sieben Todsünden (1933), Kunsthalle Karlsruhe.
Der Autor
FULBERT STEFFENSKY wurde 1933 in Rehlingen/Saar geboren. Er absolvierte zunächst ein Studium der katholischen und evangelischen Theologie und lebte 13 Jahre lang als Benediktinermönch.
1969 konvertierte Steffensky zum lutherischen Bekenntnis und heiratete die 2003 verstorbene evangelische Theologin Dorothee Sölle.
Von 1975 bis 1998 war Steffensky Professor für Religionspädagogik an der Universität Hamburg. Er ist Autor zahlreicher Bücher.
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