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Dieser Artikel: Ausgabe 19/2012 vom 06.05.2012
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Boten und Botschaften

Sonntagsblatt-Serie: Das Beste aus der Bibel


In der letzten Woche wurde die erste Reformationsjubiläumsbeauftragte Deutschlands gekürt. In ihrem neuen Amt könnte sich Margot Käßmann als Botschafterin des Lutherjahres an den Botschafte(r)n der Bibel orientieren.

Maestro della Vita del Battista: Der Johannesknabe und der Engel, Rom (Vatikan).
Foto: sob
   Maestro della Vita del Battista: Der Johannesknabe und der Engel, Rom (Vatikan).

        

Jesaja, Jesus & Co. - Haggai 1, 13; Maleachi 3, 1; Matthäus 11, 10; Jesaja 61, 1f.; Lukas 4, 18f.

Propheten sind in erster Linie »Sprachrohre« Gottes; mitunter verstehen sie ihre Funktion jedoch auch als Botschafter. Ausdrücklich findet sich dies bei Haggai, er überbringt die »Botschaft des Herrn an das Volk«, sie laut kurz und knapp: »Ich bin mit euch, spricht der Herr.« Dem Propheten Maleachi zufolge will Gott einen Boten senden, der den Weg für den Herrn selbst »bereiten« soll. Jesus erklärte später, Johannes der Täufer sei dieser angekündigte Bote. Anders Jesaja: Er bezeichnete sich selbst als Boten Gottes. Mit diesen prophetischen Worten beschrieb später Jesus seinen eigenen Auftrag. ( Haggai 1, 13,  Maleachi 3, 1,  Matthäus 11, 10,  Jesaja 61, 1f.,  Lukas 4, 18f.)

Zitat: »Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen.«

 

Gott ist Licht und Liebe - 1. Johannes 1, 5-10; 3,11

Der unbekannte Verfasser des ersten Johannesbriefs hat sich sehr genaue Gedanken darüber gemacht, was die christliche Botschaft eigentlich beinhaltet. Seine Formulierungen sind so eingängig, weil sie nicht dogmatisch daherkommen, sondern mit schönen Bildern. »Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis«, heißt es da zum Beispiel. An anderer Stelle setzt dieser kurze, aber gehaltvolle Brief Gott mit der Liebe gleich - »das ist die Botschaft, die ihr gehört habt von Anfang an, dass wir uns untereinander lieben sollen.« ( 1. Johannes 1, 5-10)

Zitat: »Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.«

 

Freudenboten - Sprüche 15, 30; 25, 25; Jesaja 52, 7

Gute Botschaften werden gerne gehört, sie »laben das Gebein«, wusste der weise Salomo, und sind »wie kühles Wasser für eine durstige Seele«. ( Sprüche 15, 30,  Jesaja 52, 7)

Zitat: »Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König!«

 

Hiobsbotschaften - Hiob 1, 13-19

Die schlimmsten Botschaften der Bibel hingegen musste Hiob empfangen, ein rechtschaffener und gottgläubiger Mensch. Vier Boten überbringen ihm schreckliche Nachrichten: dass Feinde seine Knechte erschlugen und Rinder gestohlen haben; dass »Feuer Gottes vom Himmel« Schafe und Knechte vernichteten; dass Eindringlinge auch Kamele genommen haben - und dass zu schlechter Letzt auch noch seine Söhne und Töchter in einem Sturm gestorben sind. Diese Nachrichten sind so katastrophal, dass sie im geflügelten Wort »Hiobsbotschaft« bis heute bekannt und gefürchtet sind. ( Hiob 1, 13-19)

Zitat: »Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen.«

 

Jünger Jesu und Schüler des Täufers - Matthäus 11, 2-6; Lukas 9, 51-53; Johannes 20, 17f.; 2. Korinther 5, 20

Manche Male schickten Johannes der Täufer und Jesus ihre Schüler oder Jünger, um Botschaften zu überbringen. Während seiner Inhaftierung sandte Johannes einige seiner Leute zu Jesus, um den zu fragen: »Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?« Jesus schickte Boten als Reiselogistiker voraus, zum Beispiel bei seinem Weg nach Jerusalem, sie sollten Herbergen suchen und vorbereiten. Jüngerin Maria Magdalena wurde in der Osternacht zur Botin. Sie verkündigte den Jüngern die frohe Botschaft: »Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt.« Paulus schließlich meinte, nach der Himmelfahrt Jesu seien alle Christen Botschafter. Ihre Message: die Menschen aufzufordern, sich mit Gott zu versöhnen. ( Matthäus 11, 2-6,  Lukas 9, 51-53,  Johannes 20, 17f.,  2. Korinther 5, 20)

Zitat: »So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!«

 

Politische Gesandtschaft - 4. Mose 20, 14; Lukas 14, 31f.

Eine Botschaft muss keine Nachricht, sondern kann auch eine Gesandtschaft sein. Beispiel dafür ist eine Episode aus der Wanderungszeit Israels. Auf dem Weg ins Land, in dem Milch und Honig fließen, musste das Volk das Land Edom durchziehen. Um Erlaubnis dafür einzuholen, sandte Mose eine Botschaft, die den edomitischen König bitten sollte: »Lass uns durch dein Land ziehen!« Die Gesandten sollten versprechen: »Wir wollen nicht durch Äcker oder Weinberge gehen, auch nicht Wasser aus den Brunnen trinken. Die Landstraße wollen wir ziehen, weder zur Rechten noch zur Linken weichen, bis wir durch dein Gebiet hindurchgekommen sind. Wir wollen nichts als nur zu Fuß hindurchziehen.« Die Beteuerungen halfen nichts - der König verwehrte den Durchzug, Israel musste einen Umweg gehen. Auch zur Zeit des Neuen Testaments gab es solche Gesandtschaften, wusste Jesus, und erzählte von einem König, der eine solche Botschaft losschickte. ( 4. Mose 20, 14,  Lukas 14, 31f.)

Zitat: »So schickt er eine Gesandtschaft, solange jener noch fern ist, und bittet um Frieden.«

 

Engel als Botschafter - Lukas 2, 9-14; Offenbarung 14, 6

Engel sind die himmlischen Botschafter Gottes. Mehrmals verkündigen sie die Botschaft, dass sich Menschen nicht fürchten sollen. Am rührendsten ist diese Botschaft in jener Nacht auf den Feldern Bethlehems überliefert, in der Jesus geboren wurde. Auch am Ende aller Zeiten sind engelhafte Botschafter unterwegs und verkündigen unentwegt das Evangelium. ( Lukas 2, 9-14,  Offenbarung 14, 6)

Zitat: »Und ich sah einen andern Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen, allen Nationen und Stämmen und Sprachen und Völkern.«

 

BIBLE'S DIGEST

»Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Alle » Folgen der Serie »Das Beste aus der Bibel« finden Sie » hier...

 

  »Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Der Theologe Uwe Birnstein macht sich in der Sonntagsblatt-Serie »Das Beste aus der Bibel« Woche für Woche auf die Suche nach den bewegendsten und außergewöhnlichsten Geschichten der Bibel. »Das meistgedruckte Buch der Welt verstaubt in den Bücherregalen«, klagt er. Der Grund: Die Heilige Schrift ist kein Roman und eignet sich nicht zur raschen Lektüre. Die Perlen, die sie birgt, müssen erst entdeckt werden. »Das Buch der Bücher birgt Geschichten, die es mit jedem Liebesroman und jedem Thriller, mit jedem Krimi und jeder Generationen-Saga mühelos aufnehmen kann.« Das Beste der Bibel - eine Bibelkunde der besonderen Art.

 

BIBLISCHE BOTEN

  Boten sind Vermittler einer mündlichen oder schriftlichen Nachricht, manchmal Engel, manchmal Menschen. Auftraggeber kann ein Mensch oder Gott sein. Politische Boten beförderten Nachrichten so schnell wie möglich von Hof zu Hof: »Die reitenden Boten auf den besten Pferden ritten aus schnell und eilends nach dem Wort des Königs« ( Ester 8, 14).

  Zum Weiterlesen: Richard Rohr: Hiobs Botschaft. Vom Geheimnis des Leidens, München 2010.

 

»Musica Sacra« - herausragende Werke der Kirchenmusik

MUSICA SACRA

 

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Uwe Birnstein

 


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abgerufen 20.12.2014 - 14:37 Uhr

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