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Dieser Artikel: Ausgabe 13/2012 vom 25.03.2012
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Genug!

Sonntagsblatt-Serie: Das Beste aus der Bibel


»Gut genug«: Unter diesem Motto fasten viele Christen in der Passionszeit. Vom Genug handeln viele Geschichten der Bibel.

Mosaikboden aus dem 4. Jahrhundert in der Brotvermehrungskirche von Tabgha am See Genezareth: Tabgha gilt als der Ort an dem »Die Speisung der Fünftausend« stattfand.
Foto: PD
   Mosaikboden aus dem 4. Jahrhundert in der Brotvermehrungskirche von Tabgha am See Genezareth: Tabgha gilt als der Ort an dem »Die Speisung der Fünftausend« stattfand.

        

Genug für alle - Johannes 6, 1-14

»Es ist genug für alle da!« Dieser gastfreundliche Spruch sagt sich leicht. Aber was tun, wenn 5000 Gäste kommen und nur fünf Brote und zwei Fische da sind? Genau das erlebten eines Tages die Jünger Jesu. Sie waren überzeugt: So viele Menschen konnten sie mit dem wenigen Essen nicht satt kriegen. Jesus bewahrte die Ruhe. »Lasst die Leute sich lagern«, befahl er, dann nahm er die Brote und Fische - und wundersamer Weise reichte das Wenige für die Vielen. Alle 5000 wurden satt, es blieben sogar noch zwölf Körbe mit Brotresten übrig. Wer diese Begebenheit beobachtete, erkannte: »Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll.« ( Johannes 6, 1-14)

Zitat: »Für zweihundert Silbergroschen Brot ist nicht genug für sie, dass jeder ein wenig bekomme.«

 

Wann ist's genug? - Sirach 11, 23ff.

Eindrücklich reflektiert Jesus Sirach über das Genug. Er hat jene im Blick, die meinen, genug zu haben und damit geschützt vor Leid und Katastrophen zu sein. Ihnen empfiehlt er, zu bedenken, »dass dir's wieder schlecht gehen kann; und wenn dir's schlecht geht, so bedenke, dass dir's wieder gut gehen kann«. ( Sirach 11, 23ff.)

Zitat: »Sage aber auch nicht: Ich habe genug, was kann mir künftig zustoßen?«

 

Habgier: Mehr als genug - Sirach 14, 9; Sprüche 30, 15; Markus 8, 36; 1. Timotheus 6, 10

Mehr haben zu wollen, ist menschlich. Bei einigen schlägt es jedoch in Habgier um. Eine Wesensart, die vom wahren Leben und von der Persönlichkeitsreifung ablenkt. »Ein habgieriger Mensch hat nie genug an dem, was ihm beschieden ist, und kann vor lauter Geiz nicht gedeihen«, mahnt der weise Jesus Sirach. Mit einem Reim behandelt das Buch der Sprüche die Gier nach Mehr: »Der Blutegel hat zwei Töchter, die heißen: 'Gib her, gib her!' / Drei sind nicht zu sättigen, und vier sagen nie: 'Es ist genug.'« Alle, die der Gier erliegen, versucht Jesus, zur Umkehr zu bewegen: »Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme an seiner Seele Schaden?« ( Sirach 14, 9,  Sprüche 30, 15,  Markus 8, 36,  1. Timotheus 6, 10)

Zitat: »Geldgier ist eine Wurzel alles Übels.«

 

Lang genug in Sünde gelebt - Hesekiel 44, 6; 45, 9; 1. Petrus 4, 3

Der alttestamentliche Prophet Hesekiel (600 v. Chr.) kann als Gottesmann des Genug bezeichnet werden. Mutig und unermüdlich wies er das Volk Israel und dessen Herrscher darauf hin, dass es genug gesündigt habe und die Umkehr nun anstehe. »Ihr habt's lange genug schlimm getrieben, ihr Fürsten Israels«, rief er den Mächtigen zu, »lasst ab von Frevel und Gewalttat und tut, was recht und gut ist, und hört auf, Leute in meinem Volk von Haus und Hof zu vertreiben!« Ein anderes Mal schimpfte er: »Lasst's genug sein, ihr vom Hause Israel, mit allen euren Gräueltaten!« Ähnlich spricht der Verfasser des ersten Petrusbriefs den Gläubigen ins Gewissen. ( Hesekiel 44, 6,  1. Petrus 4, 3)

Zitat: »Es ist genug, dass ihr die vergangene Zeit zugebracht habt nach heidnischem Willen, als ihr ein Leben führtet in Ausschweifung, Begierden, Trunkenheit, Fresserei, Sauferei und gräulichem Götzendienst.«

 

Reich genug? - Hiob 20, 22; Sprüche 13, 4; 20, 13; 28, 19; Offenbarung 3, 17

Wann ist ein Mensch reich genug? Viel Geld, sagt die Bibel mehrmals, macht weder glücklich noch erfüllt, »ihm wird doch angst werden«. Polemisch geht der Seher Johannes einen Reichen an: »Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.« Genügsamkeit und Fleiß führen zu einem erfüllteren Leben als materieller Wohlstand. »Wer seinen Acker bebaut, wird Brot genug haben; wer aber nichtigen Dingen nachgeht, wird Armut genug haben… Lass deine Augen offen sein, so wirst du Brot genug haben.« Es scheint so zu sein: Wer demütig und gelassen für seinen Lebensunterhalt sorgt und nicht nach immer mehr verlangt, dem wird nichts mangeln. ( Hiob 20, 22,  Sprüche 13, 4,  Offenbarung 3, 17)

Zitat: »Die Fleißigen kriegen genug.«

 

Gott gibt genug! - Jesaja 40, 29; Sacharja 10, 1; Joel 2, 26; Psalm 37, 19

Wer sorgt für genug in jeder Hinsicht? Gott! Diese Erfahrung machen Gläubige durch alle Zeiten. Prophet Sacharja empfahl den Landwirten: »Bittet den Herrn, dass es regne zur Zeit des Spätregens, so wird der Herr, der die Wolken macht, euch auch Regen genug geben für jedes Gewächs auf dem Felde.« Auch Joel sah voraus: »Ihr sollt genug zu essen haben und den Namen des Herrn, eures Gottes, preisen.« Sogar in Hungersnöten sorgt Gott dafür, dass die Menschen genug haben. Als die Israeliten einst murrend durch die Wüste zogen, erteilte Gott ihnen allerdings eine Lektion: »Er aber gab ihnen, was sie erbaten, und sandte ihnen genug, bis ihnen davor ekelte.« Mehr als genug kann zu viel des Guten sein… ( Jesaja 40, 29,  Sacharja 10, 1,  Joel 2, 26,  Psalm 37, 19)

Zitat: »Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden.«

 

Genug Gewalt! - 2. Samuel 24, 16

In dieser Geschichte zeigt sich ein grausamer Aspekt des biblischen Gottesbildes. 70.000 Menschen hatte Gott mit Hilfe einer Pestepidemie sterben lassen. Als sein Engel auch noch die Stadt Jerusalem mit der tödlichen Krankheit überziehen will, »reute den Herrn das Übel« und er pfiff den Engel zurück: »Es ist genug; lass nun deine Hand ab!« ( 2. Samuel 24, 16)

Zitat: »Es ist genug!«

 

BIBLE'S DIGEST

»Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Alle » Folgen der Serie »Das Beste aus der Bibel« finden Sie » hier...

 

  »Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Der Theologe Uwe Birnstein macht sich in der Sonntagsblatt-Serie »Das Beste aus der Bibel« Woche für Woche auf die Suche nach den bewegendsten und außergewöhnlichsten Geschichten der Bibel. »Das meistgedruckte Buch der Welt verstaubt in den Bücherregalen«, klagt er. Der Grund: Die Heilige Schrift ist kein Roman und eignet sich nicht zur raschen Lektüre. Die Perlen, die sie birgt, müssen erst entdeckt werden. »Das Buch der Bücher birgt Geschichten, die es mit jedem Liebesroman und jedem Thriller, mit jedem Krimi und jeder Generationen-Saga mühelos aufnehmen kann.« Das Beste der Bibel - eine Bibelkunde der besonderen Art.

 

ZU WENIG, GENUG, ZU VIEL

  Zu wenig - genug - zu viel: Wie ein roter Faden durchziehen diese drei Aggregatzustände des menschlichen Seins die Bibel. Die Sehnsucht nach Mehr bestimmt die Menschen: mehr Güter, mehr Glaube, mehr Gott… Die gegenläufige Erfahrung: Zu viel zu haben oder zu fromm zu sein oder Gott zu nahe zu sein bringt keine Erfüllung, sondern Frust. Als Richtlinie für eine Balance zwischen zu wenig und zu viel kann die Einsicht aus  Psalm 23, 1 dienen: »Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.«

  Zum Weiterlesen: Beate Weingardt: Du bist gut genug! Wie Sie Ihre inneren Antreiber erkennen und gelassener werden können, Witten 2011.

»Musica Sacra« - herausragende Werke der Kirchenmusik

MUSICA SACRA

 

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Uwe Birnstein

 


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abgerufen 27.11.2014 - 06:21 Uhr

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