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Dieser Artikel: Ausgabe 04/2012 vom 22.01.2012
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Der »Heilig-Rock« ruft

EKD-Chef ermutigt zu Wallfahrt-Teilnahme


»Es geht nicht um das Textil, sondern um die ungeteilte Kirche Christi«, so der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider.

Bei der Heilig-Rock-Wallfahrt wird die angebliche Tunika Christi gezeigt.
Foto: pa
   Bei der Heilig-Rock-Wallfahrt wird die angebliche Tunika Christi gezeigt.

        

Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider hat evangelische Christen zur Teilnahme an der Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier ermutigt. Auch unter Protestanten gewinne Pilgern an Bedeutung.

Der Aufruf von Schneider, der auch Präses der rheinischen Landeskirche ist, sorgte für gemischte Reaktionen. Diaspora-Gemeinden seien dankbar für den Anlass zur ökumenischen Arbeit, berichtete die Düsseldorfer Ökumenereferentin Barbara Rudolph. »Aber es gibt auch viele, die irritiert sind und sagen, das ist nicht evangelische Tradition.«

»Bescheyßerei zu Trier« hatte Luther die Wallfahrt noch genannt. Der Reformator habe Wallfahrten und Reliquien kritisiert, wenn den Menschen ein Glaube abverlangt wurde, den sie so nicht teilen konnten, erklärte die rheinische Ökumene-Chefin Rudolph. »Das ist bei der Wallfahrt in Trier heute anders.«.

Auch Schneider begründete seinen Aufruf mit dem geänderten Wallfahrtsverständnis: Es gehe Katholiken, anders als in früheren Jahrhunderten, »nicht um das Textil, sondern um die ungeteilte Kirche Christi«. Das sei eine Chance, Christus als gemeinsame Mitte neu zu feiern.

Zudem seien Art und Stellenwert des Pilgerns anders als zu Luthers Zeiten. Heute treibe es Menschen nicht mehr fort und lasse Familien zurück. Es sei eine »geistliche Haltung, das Leben zu entschleunigen«. Entscheidend sei, dass die Wallfahrt vom Bistum für ökumenische Arbeit genutzt werde. Rudolph betonte: »Dem wollen wir uns gerne anschließen.«

Bei der Heilig-Rock-Wallfahrt zwischen 13. April und 13. Mai wird die angebliche Tunika Christi gezeigt. Zu dem Ereignis mit über 150 Veranstaltungen werden 500.000 Besucher erwartet.

»HEILIGER ROCK«

Kein heiliger Rock. Warum Protestanten nicht zum »Heiligen Rock« nach Trier pilgern sollten. Kommentar von Helmut Frank. » lesen!

Der »Heilig-Rock« ruft. EKD-Chef ermutigt zu Wallfahrt-Teilnahme. » lesen!

Sollen auch Protestanten auf Wallfahrt gehen? Sonntagsblatt-Umfrage. » lesen!

 

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abgerufen 23.02.2012 - 04:24 Uhr

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