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Dieser Artikel: Ausgabe 23/2011 vom 05.06.2011
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Inspiriert von Shane Claiborne

Der Münchner Bernd Hawe hat durch ein einschneidendes Erlebnis zum christlichen Glauben gefunden


Bernd Hawe, 34, ist nicht »gläubig« aufgewachsen, aber hat vor einigen Jahren durch ein einschneidendes Erlebnis zum christlichen Glauben gefunden. Heute ist er Vorstandsmitglied des Spirituellen Zentrums St. Martin in München.

Bernd Hawe: »Mich selbst erkennen.«
Foto: epd-bild
   Bernd Hawe: »Mich selbst erkennen.«

        

  Bernd, du hast vor zwei Jahren das Buch von Shane gelesen. Was hat das in dir ausgelöst?

Bernd Hawe: Ich versuchte nachzuspüren, was meine Motivation sein könnte, mich auf diesen Weg der Nächstenliebe zu begeben. Schnell merkte ich, dass ich eine Sehnsucht danach hatte, aus meiner westlichen Bequemlichkeit auszubrechen. »Es geht nicht darum, wie viel man tut, sondern mit wie viel Liebe man es tut« - ich wollte wissen, was hinter dieser Aussage von Mutter Teresa steckt, und wusste, dass ich das nur verstehen werde, wenn ich mich dem stelle und mit dem eigenen Herzen erlebe. Verrückt und kompromisslos eben.

  Du bist dann - ähnlich wie Shane - letztes Jahr einen Monat lang in Kalkutta im Sterbehaus der Schwestern von Mutter Teresa gewesen. Was hast du da erlebt?

Bernd Hawe: Ich habe erlebt, wie sich Menschen mit fremder Sprache und Kultur begegnen können. Ohne viele Worte, mit einer inneren Achtsamkeit und Achtung, Austausch von Berührungen, Lächeln und Dankbarkeit. Ich musste lernen, meinen Status abzulegen, mich als Fremder von den Armen aufnehmen zu lassen - um einfach das Staunen neu zu lernen und mich zu fragen: Wer berührt hier wen?

  Bist du dort Jesus neu begegnet? Und wenn ja, wie?

Bernd Hawe: Bald erkannte ich, dass ich mit den Kranken und Armen etwas teile: die Sehnsucht danach, gesehen, berührt und beachtet zu werden. Diese Gemeinsamkeit hat mir einen Fremden zum Nächsten gemacht. Ich nahm eine Ahnung davon mit, welche »heilige« Rolle Aussätzige, Kranke, Gefangene und Hungernde in Leben und Lehre von Jesus eingenommen haben, wie das mit mir zusammenhängt, und kam dem Verstehen der Seligpreisungen und Nächstenliebe näher.

  Was bedeutet für dich, Jesus nachzufolgen?

Bernd Hawe: Ich möchte mich darin üben, woran ich glaube: Dass ich dem Heiligen (und Heilenden) in meinen Mitmenschen begegnen kann und mich selbst darin erkenne - wenn ich Augen und Herz nicht verschließe. Am letzten Tag in Kalkutta wusste ich, warum ich hier war: Wenn es mir gelingt, einen Fremden als Bruder zu erkennen, seinen Durst zu teilen und vielleicht nur kurz zu stillen, dann habe ich meinen Dienst wohl erfüllt.

  Welches Wort Jesu ist dir besonders wichtig?

Bernd Hawe: Es ist kein Wort oder Satz an sich. Es sind all seine Worte und Begegnungen, in denen er uns zu einem ganzheitlichen Leben auffordert. Es liegt auch an uns, diesen Ruf nach Leben, Umkehr und Ganzwerden zu hören und ihm zu folgen. Mit einem, der mit uns geht, weil er uns kennt und weiß, wer wir werden sollen.

 

Ich muss verrückt sein, so zu leben - Kompromisslose Experimente in Sachen Nächstenliebe. Vorwort von Jim Wallis. Brunnen Verlag, Gießen 2007, 368 Seiten, 12, 95 Euro. ISBN 978-3-7655-3935-0

  BUCHTIPP: Ich muss verrückt sein, so zu leben - Kompromisslose Experimente in Sachen Nächstenliebe. Vorwort von Jim Wallis. Brunnen Verlag, Gießen 2007, 368 Seiten, 12, 95 Euro. ISBN 978-3-7655-3935-0

  Leserservice: Dieses Buch ist portofrei erhältlich bei der Claudius Versandbuchhandlung, Tel. (089) 12172-119.

SHANE CLAIBORNE

Was würde Jesus tun? Glaubenskurs Teil 53: Shane Claibornes Experimente der Nächstenliebe. Von Andreas Ebert. » lesen!

Inspiriert von Shane Claiborne. Der Münchner Bernd Hawe hat durch ein einschneidendes Erlebnis zum christlichen Glauben gefunden. » lesen!

 

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abgerufen 18.05.2012 - 15:19 Uhr

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