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Dieser Artikel: Ausgabe 35/2010 vom 29.08.2010
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Allgemeine Wehrpflicht oder Berufsarmee?

Sonntagsblatt-Umfrage


Ist die aktuelle Debatte über die Zukunft der Bundeswehr auch eine Gelegenheit, über die Einführung eines neu gestalteten Pflichtjahrs für Jugendliche?

Norbert Rückert
Foto: Ried

»Verpflichtung ist gut«

»Verpflichtung für junge Menschen finde ich prinzipiell nicht schlecht - egal ob beim Wehr- oder Zivildienst. Denn die Idee ist ja, dass die Bürger etwas für ihr Land tun. Wird die Wehrpflicht und damit eventuell auch der Zivildienst abgeschafft, sollten Jungen und Mädchen nach dem Schulabschluss verpflichtet werden, ein Jahr lang soziale Arbeit zu leisten, beispielsweise in Krankenhäusern oder Kindergärten.«

Norbert Rückert (38), Jugendreferent Evangelische Jugend, München

Angelika Berger
Foto: nelu

»Freiwillig, aber für alle«

»Ich bin für die allgemeine Wehrpflicht aber gegen die derzeitige Praxis, bei der nicht jeder eingezogen wird. Besser fände ich es, wenn alle Schulabsolventen ein Pflichtjahr absolvieren müssten und sich aussuchen könnten, wo sie es ableisten. Das gäbe vielfach neue Ideen zur Berufsfindung und Persönlichkeitsentwicklung. Die gleiche Pflicht, einschließlich Bundeswehr, sollte auch für Mädels gelten.«

Angelika Berger (18), Auszubildende, Mering

Elena Raab
Foto: nelu

»Nicht an der Wehrpflicht sparen«

»Ich denke, die Bundeswehr muss flexibel genug sein für ihre Aufgaben. Wenn Gelder eingespart werden sollen, dann nicht bei der Ausbildung. Die Kosten für Wehrpflichtige liegen nicht weit von denen von Berufssoldaten weg. Ich weiß nicht, ob immer die neueste Technik eingesetzt werden muss, die viel Geld kostet. Wehrpflicht heißt ja auch, dass die Bundeswehr in unserer Demokratie verankert bleibt.«

Elena Raab (20), Studentin, Mering

Andreas Timme
Foto: wl

»Dafür gibt es nicht genug Freiwillige«

»Wenn es gelingt, Wehrpflichtige durch Freiwillige zu ersetzen, halte ich das für die bessere Möglichkeit. Die Berufssoldaten sind natürlich auch besser ausgebildet. Aber ich bin skeptisch, ob die Anzahl der Freiwilligen und der Berufssoldaten ausreicht, um den Bedarf zu decken. Andernfalls bräuchte man ein Konzept für die Bundeswehr als auch für sämtliche soziale Einrichtungen, die auf Zivis angewiesen sind.«

Andreas Timme (32), Doktorand der Chemie, Bayreuth

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abgerufen 04.02.2012 - 06:06 Uhr

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