Home
Diese Woche - die aktuelle Ausgabe
Themen
E-Paper: Sonntagsblatt digital
Jetzt im Sonntagsblatt-Shop bestellen!
Archiv
Die Redaktion
Abo-Service
Das Sonntagsblatt-Blog
Anzeigen-Service
Leserreisen
Zeitvertreib
Leserbriefe
Impressum



    
Heute: 08.02.2012
Aktuelle Ausgabe: 06 vom 05.02.2012
Artikel mit anderen teilen!
Dieser Artikel: Ausgabe 30/2010 vom 25.07.2010
Alle Artikel der » Ausgabe 30/2010 im Archiv aufrufen.
  Druckversion


Meeresgeschichten der Bibel

Sonntagsblatt-Serie: Das Beste aus der Bibel


»Gott geht auf den Wogen des Meeres«: Kann es ein schöneres Bild geben, um die Eintracht zwischen Schöpfer und Meer darzustellen?

Mythischer Ort: das Meer.
Foto: sob
   Mythischer Ort: das Meer.

        

Gott erschuf das Meer - 1 Mose 1, 1-10; 2 Mose 20, 11

Viele Filmemacher haben schon versucht, die ersten Momente der Schöpfung darzustellen. Oft durchdringt dann wildes Geblubber eine Dunkelheit, die langsam von wabernden Lichtschimmern erhellt wird; eine brodelnde Ursuppe - dann schieben sich Felsen aus Wassermassen heraus. Das Wasser, das nach diesem Schöpfungsakt »an besonderen Orten« gesammelt wurde, ist das Meer. An meerumtosten Steilküsten ist noch heute zu erahnen, dass und wie Gott das Meer erschaffen hat. ( 1 Mose 1, 1-10,  2 Mose 20, 11)

  Zitat: »In sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist.«

 

Das geteilte Rote Meer - 2 Mose 14, 21-31; Hebräer 11, 29

Ebenfalls eine filmreife Bibelszene: Mit einem riesigen Heer jagte der ägyptische Pharao den Israeliten hinterher, die sich auf dem Weg aus der Knechtschaft durch die Wüste Sinai ins gelobte Land befanden. Am Schilfmeer behütete Gott sein Volk auf wundersame Weise. Auf Geheiß des Mose hin teilte der Ostwind das Wasser, so dass die Israeliten trockenen Fußes durch das Flussbett waten konnten, »das Wasser war ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken«. Als die feindlichen Ägypter es ihnen nachmachten, kam das Wasser zurück »und bedeckte Wagen und Männer«; am nächsten Morgen lagen die Ägypter »tot am Ufer«. Niemand überlebte. Was bedeutet: Gott hat das Meer nicht nur erschaffen, sondern er kann es auch nach Belieben für seine Ziele einsetzen. ( 2 Mose 14, 21-31,  Hebräer 11, 29)

  Zitat: »Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land; das versuchten die Ägypter auch und ertranken.«

 

Flucht übers Meer - Jona 1-2; Psalm 139, 9

Die zweitberühmteste biblische Meeresgeschichte handelt von Jona. Dieser Prophet versucht, vor Gott zu fliehen - kein aussichtsreiches Unterfangen, betete doch schon der Psalmist: »Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen.« Jona besteigt ein Schiff, doch Gott vereitelt Jonas Fluchtpläne mit einem heftigen »Ungewitter«. Auf eigenen Wunsch hin werfen die Seeleute Jona über Bord. Gott rettet ihn, indem er »einen großen Fisch« kommen lässt, der den Flüchtling verschlingt und nach drei Tagen und Nächten an Land ausspeit. ( Jona 1-2,  Psalm 139, 9)

  Zitat: »Nehmt mich und werft mich ins Meer!«

 

Gott behütet Seefahrer - Psalm 107, 23-32; Matthäus, 8, 23-27

Keine Hobbykapitäne und Luxusyachten, sondern Handelsschiffe durchkreuzten zu biblischen Zeiten die Meere. Sie transportierten Steine und Stoffe, Gewürze und Nahrung, Tiere und Menschen. Noch mehr als heute waren die Seefahrer in ihren einfachen Schiffen den Launen des Wetters ausgeliefert. Ihrer Angst begegneten sie mit Vertrauen auf Gott. Der Psalmist beschreibt den »Sturmwind, der die Wellen erhob« und Schiffe gen Himmel hob und sogleich in den Abgrund sinken ließ, »dass sie taumelten und wankten wie ein Trunkener«. Wer in solchen bedrohlichen Stürmen und Wellentürmen in seiner Not zum Herrn schrie, den führte er aus Ängsten, indem er den Sturm stillte und sie »zum erwünschten Land brachte«. Die berühmteste Sturmstillung wird in den Evangelien berichtet. Demnach fuhr Jesus mit einigen Jüngern über den See Genezareth, als ein »gewaltiger Sturm« das Schiff durchschüttelte. Während die Jünger vor Angst vergingen, schlief Jesus seelenruhig weiter. Als sie ihn weckten, stand er »auf und bedrohte den Wind und das Meer. Da wurde es ganz stille«. ( Psalm 107, 23-32,  Matthäus, 8, 23-27)

  Zitat: »Die mit Schiffen auf dem Meere fuhren und trieben ihren Handel auf großen Wassern…«

 

Das Meer als Lebensraum - Psalm 74, 14; 104, 25; Hiob 26, 12

Einerseits empfinden die Menschen biblischer Zeiten das Meer als bedrohlich; hartnäckig hält sich die Vorstellung, ein großer Urzeitdrache namens Rahab (auch Leviatan) wohne im Meer. Dass Gott diese Ungeheuer geschlagen habe, bemüht sich die Bibel an mehreren Stellen zu betonen. Der Psalmist erkennt das Meer als schützenswerte Heimstatt vieler Tiere und Zeichen von Gottes großer Schöpferkraft. ( Psalm 74, 14,  Hiob 26, 12)

  Zitat: »Da ist das Meer, das so groß und weit ist, da wimmelt's ohne Zahl, große und kleine Tiere.«

 

Schiffbruch des Paulus - Apostelgeschichte 27

Viele tausend Seemeilen hatte der Heidenmissionar Paulus während seiner Missionsreisen zurückgelegt. Nun war der Apostel als Gefangener an Bord eines Segelschiffes. In Rom sollte ihm der Prozess gemacht werden. Dem heftigen Wind entkam der Kapitän, indem er im Schutze Zyperns an der (heute türkischen) Küste entlang schipperte. In Myra steigt Paulus unter Aufsicht des Hauptmanns Julius auf ein anderes Schiff um; an Kreta ging es vorbei mitten hinein in gewaltige Nordoststürme. Dramatische Szenen spielten sich ab: Ladung wurde über Bord geworfen, das Schiff trieb tagelang manövrierunfähig in der Adria. Schließlich erlitten sie Schiffbruch auf einer Sandbank vor Malta. Wie Paulus prophezeit hatte, überlebten alle 276 Mann. ( Apostelgeschichte 27)

  Zitat: »Da das Schiff ergriffen wurde und nicht mehr gegen den Wind gerichtet werden konnte, gaben wir auf und ließen uns treiben.«

 

Am Ende gibt's kein Meer mehr - Offenbarung 13, 1; 16, 3; 21, 1

In den Endzeitvisionen des Sehers Johannes spielt das Meer eine wichtige Rolle. Ein fürchterliches Monster steigt aus dem Meer, es hat zehn bekronte Hörner und sieben Köpfe. Dann gießt ein apokalyptischer Engel seine Schale ins Meer, woraufhin sich das Wasser in Blut verwandelt und alles Leben im Meer vernichtet wird. Das Endzeitgrauen endet mit der Aussicht auf das »neue Jerusalem«, in dem Gott alle Tränen abwischen wird. Zwei wichtige Dinge wird es in dieser neuen Welt nicht mehr geben: die Nacht und das Meer. Wohl aber »Ströme lebendigen Wassers«. ( Offenbarung 13, 1)

  Zitat: »… und das Meer ist nicht mehr.«

 

BIBLE'S DIGEST

»Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Alle » Folgen der Serie »Das Beste aus der Bibel« finden Sie » hier...

 

  »Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Der Theologe Uwe Birnstein macht sich in der Sonntagsblatt-Serie »Das Beste aus der Bibel« Woche für Woche auf die Suche nach den bewegendsten und außergewöhnlichsten Geschichten der Bibel. »Das meistgedruckte Buch der Welt verstaubt in den Bücherregalen«, klagt er. Der Grund: Die Heilige Schrift ist kein Roman und eignet sich nicht zur raschen Lektüre. Die Perlen, die sie birgt, müssen erst entdeckt werden. »Das Buch der Bücher birgt Geschichten, die es mit jedem Liebesroman und jedem Thriller, mit jedem Krimi und jeder Generationen-Saga mühelos aufnehmen kann.« Das Beste der Bibel - eine Bibelkunde der besonderen Art.

 

SINNBILD DES LEBENS

  Viele Meere sind auf der biblischen Landkarte zu sehen: das Mittelmeer, Zentrum der antiken Welt; das Rote Meer (auch »Schilfmeer«), das die Arabische Halbinsel vom Sinai und Ägypten trennt; das »Tote Meer« am Ende des Jordangrabens; das Galiläische Meer (See Genezareth) und die Adria. Abgesehen von diesen geografisch fassbaren Meeren gilt das Meer als ein mythischer Ort; deswegen ist es dem biblischen Schöpfungsbericht so wichtig, dass Gott und keine mythischen Gottheiten das Meer erschaffen hat.

  Zum Weiterlesen: Matthias Jeschke (Hg.): Meeresgeschichten der Bibel, Stuttgart 2004.

 

»Basiswissen Christentum« - der Glaubenskurs im Sonntagsblatt. Lesen Sie mit, machen Sie mit, diskutieren Sie mit!
 

 

Der Sonntagsblatt-Shop und das Sonntagsblatt-Blog.
 

 

Lesen Sie jede Woche auch das Sonntagsblatt-Titelthema, viele weitere interessante Artikel und Terminhinweise. Auch vor Ort immer gut informiert mit dem Sonntagsblatt: Sechs Regionalausgaben berichten über das, was an Ihrem Wohnort wichtig ist im evangelischen Bayern. Mit Gottesdienst-Anzeiger (München/Oberbayern, Nürnberg, Augsburg).
 

 

Uwe Birnstein

 


Valid HTML 4.01 Transitional

/news/aktuell/2010_30_23_01.htm
abgerufen 08.02.2012 - 11:38 Uhr

© Sonntagsblatt 1998-2012, ImpressumWebmaster
Angebote für Webmaster