Ninive - das Land der »Assyrer«
»Ninawa« heißt das Gouvernement im Nordwesten des Irak, das nach der in der Bibel mehrfach erwähnten assyrischen Stadt Ninive benannt ist
Ninive war eine mesopotamische Stadt am Tigris, im heutigen Irak. Ruinenhügel am linken Ufer des Flusses gegenüber der heutigen Stadt Mosul enthalten die Überreste der Stadt. Assyrischen Überlieferungen nach soll sie von der Göttin Ištar um 1800 v. Chr. gegründet worden sein. Nach den Grabungsbefunden ist sie allerdings um Jahrhunderte älter.
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 Relief eines assyrischen Kriegsschiffs im Palast von Ninive, 692 v. Christus.
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ERSTE BESIEDLUNG: Das Gebiet der Stadt war bereits in der Hasunna- und Halafzeit (um 6000 bis 5300 v. Chr.) besiedelt. In der späten Urukzeit (3900 bis 2900 v. Chr.) hatte die Stadt bereits eine beträchtliche Ausdehnung.
BABYLONIER UND ASSYRER: Nach dem Ende des Altbabylonischen Reichs wurde Hammurabi von Babylon (1792 bis 1750 v. Chr.) Schutzherr des Ištartempels. Mehrfach wurde die Stadt zerstört. In der assyrischen Zeit ließ Tiglat-Pileser III. (745 bis 726 v. Chr.) die Stadtmauern wiederaufbauen. Eine Hochblüte erlebte Ninive in der Zeit von 704 bis 681 v. Chr. unter Sanherib als Hauptstadt des Neuassyrischen Reichs. Assurbanipal (669 bis 626 v. Chr.) erweiterte die Stadt und machte sie zum Mittelpunkt seines Reichs. Er ließ einen 80 Kilometer langen Kanal bauen, um die Stadt mit Wasser zu versorgen, und errichtete einen Staudamm. In der Stadt, die von doppelten Mauern mit Türmen umgeben war, entstanden prachtvolle Paläste, die reich mit Reliefs verziert waren.
DIE ENDGÜLTIGE ZERSTÖRUNG: Am 10. August 612 v. Chr. wurde Ninive als Hauptstadt Assyriens von den Medern und Babyloniern zerstört. Bei den Ruinen von Ninive fand im Dezember 627 n. Chr. die Entscheidungsschlacht im letzten Römisch-Persischen Krieg statt.
ARCHÄOLOGIE: 1842 wurde Ninive von Paul-Émile Botta wiederentdeckt und teilweise ausgegraben. Ende des 19. Jahrhunderts erregte die Entdeckung von Keilschrift-Tafeln mit der »biblischen« Sintflut-Erzählung (Fragmente des Gilgamesch-Epos) durch George Smith großes Aufsehen. Die Funde von Tontafeln stammen überwiegend aus der Bibliothek des Assurbanipal.
NINIVE IN DER BIBEL: Ninive wird in 1. Mose 10, 11 in einer Notiz über Nimrod erwähnt. 2. Könige 19, 36 nennt es als Residenz des Assyrerkönigs Sanherib. Das Buch Nahum enthält Prophezeiungen über den Untergang Ninives, das Buch Jona berichtet von der Sendung des gleichnamigen Propheten nach Ninive. Im Buch Zephanja findet sich ein Fremdvölkerspruch gegen Ninive. Der Untergang der Stadt wird angekündigt:
»Auch Rohrdommeln und Eulen werden wohnen in ihren Säulenknäufen, das Käuzchen wird im Fenster schreien und auf der Schwelle der Rabe« ( Zephania 2, 12). »Die Stadt wird zum Spott der Vorübergehenden, die pfeifen und in die Hände klatschen aus Freude über ihre Zerstörung.«
Auch der Prophet Nahum beschreibt die bevorstehende Zerstörung: »Ich will Unrat auf dich werfen und dich schänden und ein Schauspiel aus dir machen, dass alle, die dich sehen, vor dir fliehen und sagen sollen: Ninive ist verwüstet; wer will Mitleid mit ihr haben?« ( Nahum 3, 7). | CHRISTEN IM IRAK
Auf der Flucht:
VOR BEGINN DES KRIEGS 2003 lebten ca. 1,5 Millionen Christen im Irak.
RUND 1 MILLION CHRISTEN haben den Irak seither verlassen.
BEREITS DIE Wirtschaftssanktionen der 1990er-Jahre haben den Beginn der Auswanderung der vor allem zur Mittelschicht gehörenden Christen ausgelöst.
LAUT UNHCR sind derzeit ca. 4 Millionen Iraker inner- und außerhalb des Landes auf der Flucht.
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