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Dieser Artikel: Ausgabe 24/2010 vom 13.06.2010
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Die WM in der Bibel

Sonntagsblatt-Serie: Das Beste aus der Bibel


Hoffentlich finden die WM-Fußballer in ihren südafrikanischen Hotelzimmern Bibeln. Denn darin können sie wertvolle Tipps und hilfreiche Stärkung für die bevorstehenden Spiele finden.

Läufer bei den Panathenäischen Spielen, Vase ca. 530 v. Chr.
Foto: PD
   Läufer bei den Panathenäischen Spielen, Vase ca. 530 v. Chr.

        

»Zum Laufen hilft nicht schnell sein, zum Kampf hilft nicht stark sein, sondern alles liegt an Zeit und Glück.« - Prediger 9, 11; Judit 9, 15; Tobias 13, 11

Nein, liebe Fußballer, dieser Tipp bedeutet natürlich nicht, dass ihr nicht schnell laufen oder den Gegnern keine starken Kämpfe liefern sollt. Gemeint ist: Ohne eine gehörige Portion Glück hilft auch schnelles Laufen und hartes Kämpfen nicht. Diese Einsicht könnte auch Trost spenden, wenn's mal trotz größter Anstrengung nicht geklappt hat. Helfen wird in jedem Fall ein Gebet vor dem Spiel - zum Beispiel mit den Worten der mutigen Witwe Judit: »Denke, Herr, an deinen Bund, und gib mir ein, wie ich vorgehen soll, und gib mir Glück dazu.« Und wenn das Glück hold und die Punkte sicher sind, empfiehlt sich ein Dankgebet: »Danke dem Herrn für dein Glück und preise den ewigen Gott.« ( 2. Mose 8, 12-15,  1. Samuel 24, 15)

 

»Verschont nicht ihre junge Mannschaft!« - Jeremia 51, 3; Lukas 6, 27

Wer Gott auf seiner Seite weiß, kann sich gewiss sein: Er wird helfen, den Gegner zu besiegen. Zum Beispiel damals, zu Zeiten des Propheten Jeremia: Die fremde Macht Babel bedrohte Israel und hätte das kleine Land besiegen können. Gott springt seinem Volk zur Seite und schickt »Verderben bringenden Wind« (der im Falle eines Fußballspiels den Torball über die Latte wehen könnte). Danach scheint Gott die Gegner in eine Art Starre zu versetzen, denn es heißt: »Ihre Schützen sollen nicht schießen.« Am Ende folgt der himmlische Ratschlag, rücksichtslos gegen die gegnerische Elf vorzugehen. Wer diesen Tipp zu radikal umsetzen möchte, sei jedoch an Jesu Gebot der Feindesliebe erinnert und wäge ab: »Liebt eure Feinde!« ( Jeremia 51, 3,  Lukas 6, 27)

 

»Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie laufen und nicht matt werden.« - Jesaja 40, 31

Neunzig Minuten, dazu womöglich noch eine Nachspielzeit und gar Elfmeterschießen: Das kann ganz schön an den Muskeln zerren und an den Energiereserven zehren. Massagen sind auf dem Platz nicht möglich. Ein Gebet schon. Denn die Verheißung des Propheten Jesaja gilt für alle Zeiten und alle Lebenslagen: » Wer an die Hilfe Gottes glaubt, wird neue Kraft schöpfen und nicht laufmüde werden.« ( Jesaja 40, 31)

 

»Sie umgeben mich von allen Seiten; aber im Namen des Herrn will ich sie abwehren.« - Psalm 118, 11; Habakuk 1, 9

Vor dieser schwierigen Situation werden viele Spieler nicht bewahrt bleiben in den kommenden Wochen: Da stürmen drei oder vier Gegner mit dem Ball zum Tor, und der Verteidiger, allein auf weiter Flur, muss die Angreifer stoppen. Vielleicht kommt ihm ein Spruch des Propheten Habakuk in den Sinn und verstärkt die Angst: »Sie kommen allesamt, um Schaden zu tun; wo sie hinwollen, stürmen sie vorwärts.« Keine Chance? Doch, die gibt's immer. Vor allem mit dem Bewusstsein, dass Gott im Spiel ist. Denn im Namen des Herrn lässt sich jeder Angriff parieren. Das wusste schon der Psalmist. ( Psalm 118, 11,  Habakuk 1, 9)

 

»Einer empfängt den Siegespreis. Lauft so, dass ihr ihn erlangt!« - 1. Korinther 9, 24; 2. Timotheus 4, 7; Philipper 3, 14

Es gab eine Zeit, auch in der kirchlichen Pädagogik, in der wurden für Kinder »Spiele ohne Sieger« vorgeschlagen. Spielen um des Spielens willen war Ziel, damit niemand am Ende als Verlierer traurig ist und sich kein Sieger auf die stolz geschwellte Brust schlagen kann. Die Fußballer der Weltmeisterschaftsmannschaften haben hoffentlich anderes im Sinn: den WM-Pokal. Es geht nicht um den zweiten Platz, erst recht nicht um den dritten und vierten - es geht um den Siegespreis. Ist der empfangen, kann die Siegermannschaft wiederum mit den Worten des Apostels Paulus sagen: »Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet.« Und nach der WM hat jeder Zeit, über den Siegespreis nachzusinnen, den Paulus eigentlich meint: »Jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.« ( 1. Korinther 9, 24,  2. Timotheus 4, 7,  Philipper 3, 14)

 

»Die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen.« - Sacharja 8, 5

Fußballweltmeisterschaft in Südafrika - das bedeutet viel mehr als die offiziellen Spiele. Auch die südafrikanischen Kinder sind im Bann des Balles, träumen davon, einst vor großem Publikum auf dem grünen Rasen zu spielen. Die WM bedeutet Hoffnung für das ganze Land, besonders für die jungen Menschen am unteren Zipfel des armen Kontinents. Das sollten sich auch die Profi-Fußballer immer wieder ins Gedächtnis rufen und abseits ihrer Hotels und Spielstätten zu den Menschen vor Ort gehen. Dort können sie besonders den Kindern gute Vorbilder sein und ihnen Mut machen auf dem Weg in die Welt des Profifußballs. ( Sacharja 8, 5)

 

»Viele blieben erschlagen liegen bis an das Tor.« - Richter 9, 40; 2. Mose 20, 13

Nein, alle Tipps der Bibel sollten die Fußballer nicht befolgen. Man kann eben nicht alle Sätze herausnehmen und auf eine völlig andere Situation anwenden. Denn erstens ist im Richterbuch mit »Tor« nicht ein Fußball-, sondern ein Stadttor gemeint. Und zweitens wiegt das Gebot »Du sollst nicht töten« immer schwerer als gegenteilige Äußerungen der Bibel. Wehe, da liegt jemand erschlagen vor dem Tor! Also, liebe Spieler: In euren Spielen geht es nicht um Leben und Tod, sondern um die Ehre und um einen Pokal. Nicht um mehr - aber auch nicht um weniger. Deswegen sind Schiedsrichter unerlässlich und grüne und rote Karten eine segensreiche Erfindung. ( Richter 9, 40,  2. Mose 20, 13)

 

BIBLE'S DIGEST

»Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Alle » Folgen der Serie »Das Beste aus der Bibel« finden Sie » hier...

 

  »Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Der Theologe Uwe Birnstein macht sich in der Sonntagsblatt-Serie »Das Beste aus der Bibel« Woche für Woche auf die Suche nach den bewegendsten und außergewöhnlichsten Geschichten der Bibel. »Das meistgedruckte Buch der Welt verstaubt in den Bücherregalen«, klagt er. Der Grund: Die Heilige Schrift ist kein Roman und eignet sich nicht zur raschen Lektüre. Die Perlen, die sie birgt, müssen erst entdeckt werden. »Das Buch der Bücher birgt Geschichten, die es mit jedem Liebesroman und jedem Thriller, mit jedem Krimi und jeder Generationen-Saga mühelos aufnehmen kann.« Das Beste der Bibel - eine Bibelkunde der besonderen Art.

 

FUSSBALL IN DER BIBEL

  »Spielen? Nein danke!« - sagt die Bibel. Die biblische Tradition ist ziemlich spielfeindlich. Jesus Sirach (10,29) warnt Eltern sogar davor, mit ihren Kindern zu spielen - sonst würden sie betrübt. Das menschliche Leben ist eine ernste Sache und kein Spiel, betont das Buch der Weisheit (15,12).

  Zum Weiterlesen: Uwe Birnstein: Das Beste der Bibel, Echter-Verlag Würzburg 2010.

 

ZUM CUP AM KAP

Zum Cup am Kap - die Sonntagblatt-Kolumne zur FIFA Fußball-WM 2010 in Südafrika.
 

 

»Basiswissen Christentum« - der Glaubenskurs im Sonntagsblatt. Lesen Sie mit, machen Sie mit, diskutieren Sie mit!
 

 

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Uwe Birnstein

 


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abgerufen 02.08.2014 - 08:31 Uhr

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