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Dieser Artikel: Ausgabe 23/2010 vom 06.06.2010
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Silber, Eisen, Gold

Sonntagsblatt-Serie: Das Beste der Bibel


Silber, Eisen und Gold: Die Menschen biblischer Zeiten kannten viele handwerkliche Kniffe, um aus Metall nützliche und schmückende Dinge herzustellen.

Lawr Kusmitsch Plachow: In der Schmiede (1845), Staatliches Russisches Museum St. Petersburg.
Foto: sob
   Lawr Kusmitsch Plachow: In der Schmiede (1845), Staatliches Russisches Museum St. Petersburg.

Gold - 2. Mose 39,2-5; 1. Könige 9,28; Psalm 119,27; Apostelgeschichte 3,6

Gold ist seit Jahrtausenden das wertvollste Metall von allen. Es ist leicht zu finden, von Beimischungen zu reinigen und zu bearbeiten. Verwendet wird es für Schmuck und Münzen sowie zum Verschönern von Bauten. Da es in Palästina nicht vorkommt, muss es importiert werden. König Salomo, bekannt für seine luxuriösen Bauten, lässt aus Ägypten 420 Zentner per Schiff kommen. Auch für kultische Gegenstände, unter anderem im Tempel, findet es in massiver Form oder als Goldüberzug Verwendung. Auch wurde Gold dünn gehämmert, in feine Streifen zerschnitten und dann in die Stoffe von Priester- und Königsgewändern eingewebt. Als Geschenk ist Gold damals wie heute begehrt - so bringen die Weisen aus dem Morgenland dem neugeborenen Heiland Gold zur Krippe. Als Symbol für Reichtum wird Gold im Neuen Testament oft für die Vergänglichkeit irdischer Güter benutzt. Es gibt Wichtigeres, nämlich Weisheit und den Glauben an Jesus Christus. So sagt Petrus, anders als seine nachbiblischen Nachfolger: »Silber und Gold habe ich nicht.« Auch in der Endzeit spielt Gold eine Rolle: Einen »Marktplatz aus Gold« sagt der Seher Johannes für das Ende voraus. ( 2. Mose 39, 2-5,  1. Könige 9, 28,  Psalm 119, 27,  Apostelgeschichte 3, 6)

  Zitat: »Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold.«

 

Silber - Psalm 66,10; Hiob 28,1; Hesekiel 22,18; Jakobus 5,3

Silber ist härter und widerstandsfähiger als Gold; sein Nachteil: Es läuft an. Importiert wird es aus dem kleinasiatischen Tarsis, aus Ägypten, Arabien und später auch aus Spanien; den Abbau in Bergwerken schildert Hiob. Bei der Herstellung im Ofen fallen Schlacken an - dieses Abfallprodukt des kostbaren Metalls gilt als Bild für die Gott ungehorsamen Israeliten: »Das Haus Israel ist mir zu Schlacken geworden.« An anderen Stellen dient der Prozess der Silberherstellung als Symbol dafür, wie Gott die Menschen prüft. Schon früh wird Silber als Zahlungsmittel verwendet. ( Psalm 66,10,  Hiob 28,1,  Hesekiel 22,18,  Jakobus 5,3)

  Zitat: »Gott, du hast uns geprüft und geläutert, wie das Silber geläutert wird.«

 

Eisen - 1. Mose 4,22; Richter 1,19; 3. Mose 26,19; Jeremia 15,12

Bei der Eroberung Palästinas bekommen die Israeliten zum ersten Mal die Macht des Eisens zu spüren: Die ansässigen Kanaaniten führen Krieg mit »eisernen Wagen«. Das bedeutete einen entscheidenden Vorteil im Kampf. Und gleichzeitig eine Demütigung: Um ihre Werkzeuge (Pflüge, Hacken, Beile) zu schleifen, mussten die Israeliten anfangs zu den Schmieden der Philister gehen. Vielleicht ist es ein Zeichen der Ehrfurcht vor dem kriegstauglichen Material, dass in Israels Frühzeiten Altarsteine nicht mit Eisenwerkzeugen behauen werden dürfen. Und dass Knaben nicht mit Eisen-, sondern mit Steinmessern beschnitten werden dürfen. Den während der Wüstenwanderung ungehorsamen Israeliten droht Gott, den »Himmel wie Eisen und eure Erde wie Erz« zu machen. Als den Urvater der Eisenschmiede stellt die Bibel einen Mann namens Tubal-Kain vor, einen Nachfolger Kains. ( 1. Mose 4,22, Richter 1, 19,  3. Mose 26, 19,  Jeremia 15, 12)

  Zitat: »Kann man Eisen zerbrechen?«

 

Zinn - 4. Mose 31,22

Sowohl in Flüssen als auch in Bergen wurden zinnhaltige Steine gefunden, vor allem im kleinasiatischen Tarsis. Mithilfe von Holzkohleöfen wird es herausgetrennt. Mangels chemischer Kenntnisse wurde es bisweilen mit Blei und Antimon verwechselt. ( 4. Mose 31, 22)

  Zitat: »Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn und Blei und alles, was Feuer verträgt, sollt ihr durchs Feuer gehen lassen, so wird es rein.«

 

Erz - 1. Korinther 13,1

Eigentlich ist Erz ein Mineralgemenge aus verschiedenen Metalllegierungen. Steht in der Lutherbibel das Wort »Erz«, ist allerdings Bronze gemeint, ein Gemisch aus Kupfer, Zinn und Blei. Diese Bronze wird vielfach im Tempel benutzt, unter anderem für Säulen und Kultgegenstände. Dass Bronze gut klingen kann, wusste auch Paulus. Doch was hilft's, meint der Apostel, wenn die Liebe fehlt? ( 1. Korinther 13, 1)

  Zitat: »Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz.«

 

Blei - Sacharja 5,7f.; Hiob 19,24

Biblische Hausbauer verwendeten Blei wegen der Schwere und Biegsamkeit für Dächer und Wasserleitungen. Beim Propheten Sacharja spielt ein Tonnendeckel aus Blei eine Rolle: In einer Vision sieht er eine Tonne, die als Symbol für die Sünde vorgestellt wird; als er den bleiernen Deckel hebt, sieht er eine Frau, Sinnbild für Gottlosigkeit. Bei Hiob findet Blei ebenfalls Erwähnung: Er wünscht sich, dass seine Reden »mit einem eisernen Griffel in Blei geschrieben, zu ewigem Gedächtnis« werden. ( Sacharja 5, 7f,  Hiob 19, 24)

  Zitat: »Siehe, es hob sich der Deckel aus Blei, und da war eine Frau, die saß in der Tonne.«

 

Kupfer - 2. Mose 26,11; Hiob 28,2; Matthäus 10,9

»Aus dem Gestein schmilzt man Kupfer«, erweist sich Hiob als des Bergbaus kundig. Es wurde in großen Tiegeln aus Gestein gelöst und dann in offene oder geschlossene Formen gegossen. Auf diese Weise entstanden Gebrauchsgegenstände und Figuren. Viel Kupfer wurde für den Bau des Tempels und dessen Inneneinrichtung verwendet. Zu Jesu Zeiten ist Kupfer auch Zahlungsmittel, weswegen dieser die Jünger verpflichtet: »Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln haben.« ( 2. Mose 26, 11,  Hiob 28, 2,  Matthäus 10, 9)

  Zitat: »Du sollst fünfzig Haken aus Kupfer machen.«

 

BIBLE'S DIGEST

»Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Alle » Folgen der Serie »Das Beste aus der Bibel« finden Sie » hier...

 

  »Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Der Theologe Uwe Birnstein macht sich in der Sonntagsblatt-Serie »Das Beste aus der Bibel« Woche für Woche auf die Suche nach den bewegendsten und außergewöhnlichsten Geschichten der Bibel. »Das meistgedruckte Buch der Welt verstaubt in den Bücherregalen«, klagt er. Der Grund: Die Heilige Schrift ist kein Roman und eignet sich nicht zur raschen Lektüre. Die Perlen, die sie birgt, müssen erst entdeckt werden. »Das Buch der Bücher birgt Geschichten, die es mit jedem Liebesroman und jedem Thriller, mit jedem Krimi und jeder Generationen-Saga mühelos aufnehmen kann.« Das Beste der Bibel - eine Bibelkunde der besonderen Art.

 

DIE METALLE DER BIBEL

  In Palästina gibt es nur wenige Metallvorkommen. Ägyptische Nomaden brachten wohl als Erste Metalle und die Kenntnisse der Metallbearbeitung ins Land. Nach und nach eigneten sich die Israeliten die Kunst der Metallgewinnung und Schmiedekunst an. Der Tempel Jerusalems wurde zum Schmuckstück, in dem fast alle Metalle Verwendung fanden.

  Zum Weiterlesen: James K. Hoffmeier: Die antike Welt der Bibel: Eine Reise zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen im Alten Orient, Gießen 2009.

 

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Uwe Birnstein

 


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abgerufen 08.02.2012 - 11:23 Uhr

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