Home
Diese Woche - die aktuelle Ausgabe
Themen
E-Paper: Sonntagsblatt digital
Jetzt im Sonntagsblatt-Shop bestellen!
Archiv
Die Redaktion
Abo-Service
Das Sonntagsblatt-Blog
Anzeigen-Service
Leserreisen
Zeitvertreib
Leserbriefe
Impressum



    
Heute: 08.02.2012
Aktuelle Ausgabe: 06 vom 05.02.2012
Artikel mit anderen teilen!
Dieser Artikel: Ausgabe 19/2010 vom 09.05.2010
Alle Artikel der » Ausgabe 19/2010 im Archiv aufrufen.
  Druckversion


Hoffnung in der Bibel

Sonntagsblatt-Serie: Das Beste aus der Bibel


Der Ökumenische Kirchentag steht ganz im Zeichen der Hoffnung. Aber worin besteht die eigentlich? Und worauf dürfen Christen hoffen?

Noah und die Arche als biblische Hoffnungsgeschichte (Schule Raffaels, 16. Jh., Vatikan).
Foto: sob
   Noah und die Arche als biblische Hoffnungsgeschichte (Schule Raffaels, 16. Jh., Vatikan).

        

Liebe ist wichtiger als Hoffnung - 1 Korinther 13, 13

Man könnte richtig Mitleid entwickeln mit Gott: Da hatte er die ganze Welt erschaffen, sogar den Menschen; aus Barmherzigkeit hatte er für den einsamen Mann sogar noch eine Frau geformt. Doch beide widersetzten sich seinem einzigen Gebot. Auch nach dem Rauswurf aus dem Paradies lernten sie nicht dazu, sondern das »Dichten und Trachten« der Menschen war böse - so böse, dass es Gott schließlich bereute, die Menschen erschaffen zu haben. Statt mit sich selbst ins Gericht zu gehen, will er sie vertilgen. Den Plan setzt er dann aber doch nicht radikal um: Die Arche Noah wird zum Rettungsschiff der bedrohten Lebewesen. Dass Gott das Volk Israel erwählt hat aus allen Völkern, bereut er später übrigens nicht mehr, berichtet der Apostel Paulus: »Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.« ( 1 Korinther 13, 13)

  Zitat: »Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.«

 

Wie entsteht Hoffnung? - Römer 15, 13; 1 Petrus 1, 21

Wie entsteht Hoffnung eigentlich? Auch auf diese Frage hat Apostel Paulus eine Antwort parat. Für ihn steht fest: Hoffnung ist nicht einfach da, sondern kann wachsen. Den Anstoß gibt Gott selbst, den Paulus »Gott der Hoffnung« nennt. Voraussetzungen für das Wachsen der Hoffnung seien »Freude und Frieden im Glauben«, mit denen Gott die Menschen erfülle. Der Heilige Geist übernehme dann quasi die Funktion des Düngers: Seine Kraft sorge dafür, dass die Hoffnung gedeihe. Etwas anders beschreibt der 1. Petrusbrief, wie Gott Hoffnung weckt. Darin heißt es, Gott habe Christus vom Tode auferweckt, »damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt«. ( Römer 15, 13,  1 Petrus 1, 21)

  Zitat: »Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.«

 

Auf nichts Vergänglich's trau'n! - Weisheit 13, 10; 1 Timotheus 6, 17

Götzendienst ist den Priestern und Propheten der Bibel seit eh und je ein Gräuel. Warum? Weil der, der seine Hoffnung auf falsche Götter setzt, bitter enttäuscht werden wird. Denn nur der wahre Gott kann die Hoffnung erfüllen. Ähnlich ergeht es jenen Menschen, die ihre Hoffnung »auf den unsicheren Reichtum« setzen. »Gott, lass uns dein Heil schauen, auf nichts Vergänglich's trau'n«: So hat der Dichter Matthias Claudius die biblische Einsicht, dass sich nichts Irdisches als Hoffnungsziel eignet, formuliert. ( Weisheit 13, 10,  1 Timotheus 6, 17)

  Zitat: »Die sind unglückselig und setzen ihre Hoffnung auf tote Dinge, die Werke von Menschenhand als Götter anrufen, Gold und Silber, kunstvoll verarbeitet, und Abbilder von Tieren oder unnütze Steine, behauen in alter Zeit.«

 

Fröhlich in Hoffnung sein - Römerbrief 12, 12; Psalm 125, 1; Klagelieder 3, 26

»Die Christen müssten erlöster aussehen!« Worüber der Philosoph Friedrich Nietzsche sich einst wunderte, ist noch aktuell: Viele Christen wirken trotz der Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott merkwürdig miesepetrig. Vielleicht, weil die Erfüllung ihrer Hoffnung noch so weit in der Zukunft liegt? Dann könnten sie im Buch der Klagelieder lesen: »Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen.« Unbeschwert und sorgenfrei dürfen Christen durchs Leben gehen, denn »die auf den Herrn hoffen, werden nicht fallen«. Offensichtlich gab es aber bereits in urkirchlichen Zeiten Menschen, denen diese Hoffnung kein Lächeln auf die Lippen gezaubert hat. Sonst hätte Apostel Paulus nicht mahnen müssen: ( Römerbrief 12, 12,  Psalm 125, 1,  Klagelieder 3, 26)

  Zitat: »Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.«

 

Hoffnung als Anklagegrund - Apostelgeschichte 26, 6

Stets ein unverletztes Gewissen zu haben, gehörte zu den Lebensmaximen des Apostels Paulus. Deswegen nimmt er sich, als er wegen seiner Missionstätigkeit verhaftet wird, auch keinen Anwalt. Was er zu sagen hat, kann er selbst sagen. Vor dem Statthalter Festes und König Agrippa hält er eine flammende Verteidigungsrede, die die Absurdität der Vorwürfe deutlich machen. Was soll daran schlimm sein, die von den Propheten verheißene Hoffnung ernst zu nehmen? ( Apostelgeschichte 26, 6)

  Zitat: »Wegen dieser Hoffnung werde ich, o König, von den Juden beschuldigt.«

 

Allzeit bereit! - 1 Petrus 3, 15

Ungefragte Missionsbemühungen schätzt die Bibel nicht. Sehr wohl aber soll ein Christ bereitwillig seinen Glauben bekunden, wenn er denn darum gebeten wird. Dann soll er über seine Hoffnung Auskunft geben. Eine bemerkenswert behutsame Form der Mission, die der 1. Petrusbrief hier empfiehlt. ( 1 Petrus 3, 15)

  Zitat: »Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.«

 

Unerfüllte Hoffnung - Hiob 30, 26

Unerfüllte Hoffnung ist nicht selten der Grund für tiefe Depressionen. Erst recht, wenn das Schicksal in die entgegengesetzte Richtung weist. So erging es Hiob. Er war rechtschaffen und gottesfürchtig - dennoch musste er herbe Schicksalsschläge hinnehmen: Tod, Krankheit, Vernichtung seiner wirtschaftlichen Existenz. Nachvollziehbar, dass Zweifel an seiner Hoffnung nagten und den Glauben an das Licht madig machten. Denn statt Licht legte sich Finsternis auf sein Leben. Was wiederum an einen ganz und gar unbiblischen Spruch unserer Tage erinnert: »Das Licht am Ende des Tunnels könnte sich als die Scheinwerfer einer heranfahrenden Lokomotive erweisen.« ( Hiob 30, 26)

  Zitat: »Ich wartete auf das Gute, und es kam das Böse; ich hoffte auf Licht, und es kam Finsternis.«

 

BIBLE'S DIGEST

»Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Alle » Folgen der Serie »Das Beste aus der Bibel« finden Sie » hier...

 

  »Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Der Theologe Uwe Birnstein macht sich in der Sonntagsblatt-Serie »Das Beste aus der Bibel« Woche für Woche auf die Suche nach den bewegendsten und außergewöhnlichsten Geschichten der Bibel. »Das meistgedruckte Buch der Welt verstaubt in den Bücherregalen«, klagt er. Der Grund: Die Heilige Schrift ist kein Roman und eignet sich nicht zur raschen Lektüre. Die Perlen, die sie birgt, müssen erst entdeckt werden. »Das Buch der Bücher birgt Geschichten, die es mit jedem Liebesroman und jedem Thriller, mit jedem Krimi und jeder Generationen-Saga mühelos aufnehmen kann.« Das Beste der Bibel - eine Bibelkunde der besonderen Art.

 

HOFFENTLICH!

  Worauf die Menschen hoffen dürfen? Auf Gott und auf ein ewiges Leben, antwortet die Bibel - und schließt damit alles Irdische aus, auf das ebenfalls Hoffnung gerichtet werden könnte: andere Menschen, Reichtum, die eigene Gerechtigkeit, Erfolg… Das Neue Testament beschreibt den Glauben als »feste Zuversicht auf das, was man hofft« ( Hebräer 11, 1). Hoffnung richtet sich nicht auf ein menschlich erdachtes, womöglich paradiesisches Idealbild, sondern wartet geduldig auf die Erfüllung dessen, was Gott verheißt.

  Zum Weiterlesen: Damit ihr Hoffnung habt. Das Buch zum Ökumenischen Kirchentag 2010, Freiburg (Breisgau) 2009

 

»Basiswissen Christentum« - der Glaubenskurs im Sonntagsblatt. Lesen Sie mit, machen Sie mit, diskutieren Sie mit!
 

 

Der Sonntagsblatt-Shop und das Sonntagsblatt-Blog.
 

 

Lesen Sie jede Woche auch das Sonntagsblatt-Titelthema, viele weitere interessante Artikel und Terminhinweise. Auch vor Ort immer gut informiert mit dem Sonntagsblatt: Sechs Regionalausgaben berichten über das, was an Ihrem Wohnort wichtig ist im evangelischen Bayern. Mit Gottesdienst-Anzeiger (München/Oberbayern, Nürnberg, Augsburg).
 

 

Uwe Birnstein

 


Valid HTML 4.01 Transitional

/news/aktuell/2010_19_14_01.htm
abgerufen 08.02.2012 - 11:37 Uhr

© Sonntagsblatt 1998-2012, ImpressumWebmaster
Angebote für Webmaster