Zehn Gebote in 3D
Die Mose-Geschichte als computeranimierter Kinofilm
Prominente Stimmen in einem schwachen Film: Otto Sander als Erzähler, Ben Becker als Mose und Sky Du Mont als Gott - mit Unterstützung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kommt nun ein 2007 entstandener US-amerikanischer Animationsfilm der Mosegeschichte in die Kinos.
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© farbfilm verleih
 Konfrontation mit dem Herrscher: Moses und der Pharao.
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Wohl kein anderer Text hat für die Vermittlung ethischer Normen einen so außerordentlichen Einfluss gehabt, wie der biblische »Dekalog«. Nicht nur der Volksmund spricht von den »Zehn Geboten«, auch wenn letztlich weder die Zehnzahl noch eine feste einheitliche Nummerierung in den beiden zugrunde liegenden hebräischen biblischen Texten des 2. und 5. Buchs Mose vorliegen.
Solche Feinheiten spielen naturgemäß keine Rolle bei deren neuester Verfilmung. Mit dem Animationsfilm »Die zehn Gebote - Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln« sind die amerikanischen Regisseure Bill Boyce und John Stronach 2007 in die Fußstapfen von Cecil B. DeMille und dessen monumentalem Mose (Charlton Heston) aus dem Jahr 1956 getreten. Denn anders als der Filmtitel vermuten lässt, wird trickreich die ganze Lebensstory des Protagonisten aufgerollt.
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 Wale im gigantischen Aquarium: die Israeliten auf dem Weg durchs geteilte Rote Meer.
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Die abenteuerliche Mose-Geschichte in 3D: eigentlich eine glänzende Gelegenheit einer jungen Generation, die mit Videospielen und den Meisterwerken aus den Animationsschmieden von Disney und Pixar groß geworden ist, auf packende Weise Bibelwissen zu vermitteln. Das meinte auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die den Film zusammen mit amerikanischen Firmen produziert hat. Auch die Deutsche Bibelgesellschaft und RTL sind an dem Projekt beteiligt.
Kein Vergleich mit Disney & Co.
Doch der kommerziell angelegte Film vertut die Chance, ein großes Thema spannend und vor allem visuell überzeugend zu erzählen. Die animierten digitalen Bilder kommen daher wie aufgepepptes Schulpflichtprogramm; ohne echten Spannungsbogen erzählt der Film geradlinig das Leben Moses im Zeitraffer - immerhin soll Mose ja 120 Jahre alt geworden sein. Die Charaktere bleiben stereotyp, die banal ausgestatteten Figuren wirken hölzern und ungelenk.
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 Tanz des Wortes Gottes um Moses: Höhepunkt auf dem Sinai.
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Trotz der hochkarätigen Besetzung mit Sprechern wie Otto Sander als Erzähler, Sky Du Mont als Gott und Judy Winter als Moses Schwester Miriam, die dem urgewaltigen biblischen Text Leben einhauchen, bleibt dieser Film belanglos, plakativ und seicht. Da hilft nicht einmal die Stimme des Ben Becker als Mose, selbst wenn dieser wie in seiner jüngsten, äußerst erfolgreichen konzertanten Performance »Die Bibel - eine gesprochene Symphonie« seine verbale Suggestions- und Darstellungskraft voll ausschöpft.
»Die Zehn Gebote. Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln« ist ein Film, der eindeutig in die Kategorie »Das Buch ist besser als der Film« gehört. Daher die Empfehlung: Das Buch der Bücher in die eigene Hand genommen und die 40 Kapitel der Mosegeschichte im Buch Exodus, dem zweiten Buch Mose, lieber selber lesen.
Länge: 85 Minuten; FSK: Ab 6 Jahren - Im Internet unter www.diezehngebote-derfilm.de
| INFO
In Bayern ist der Film vom 4. bis 17. März in folgenden Kinos zu sehen:
 Augsburg: Cinestar
 Bamberg: Odeon
 Erlangen: Cinestar
 Ingolstadt: Cinestar
 Landshut: Citydome
 München: Forum (6.-17.3.)
Hier findet am 6. März 2010, 15 Uhr, eine Regionalpremiere mit Landesbischof Johannes Friedrich statt.
 Neu-Ulm: Marlene Dietrich
 Nürnberg: Cinecitta
 Passau: Cineplex
 Rosenheim: Citydome
 Straubing: Citydome
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