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Dieser Artikel: Ausgabe 10/2010 vom 07.03.2010
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Die »Sieben« in der Bibel

Sonntagsblatt-Serie: Das Beste aus der Bibel


»Sieben Wochen ohne«? Dieses Motto spricht auch deshalb Menschen an, weil es eine heilige Zahl benutzt. 366 mal kommt die Sieben in der Bibel vor.

Bamberger Apokalypse, im Skriptorium des Klosters Reichenau um das Jahr 1000 entstandene ottonische Buchmalerei.
Foto: sob
   Bamberger Apokalypse, im Skriptorium des Klosters Reichenau um das Jahr 1000 entstandene ottonische Buchmalerei.

Die ganze Welt in sieben Tagen - 1. Mose 1-2, 2

Wie selbstverständlich leben wir im Siebentagerhythmus: Sechs Werktage und der Sonntag bringen Regelmäßigkeit in unser Leben. Der wiederkehrende Rhythmus von Arbeit und Erholung ist der Bibel zufolge in der Weltschöpfung begründet: Sechs Tage brauchte Gott, um die Erde mit allen Lebewesen zu erschaffen; am siebten ruhte er aus und sah, das alles gut ist. An diesen sinnvollen Rhythmus erinnern die Kirchen in ihren Aktionen für den Erhalt der Sonntagsruhe. ( 1. Mose 1-2, 2)

  Zitat: »Und Gott segnete den siebenten Tag.«

 

Der Siebener-Traum des Josef - 1. Mose 41

In den Träumen des ägyptischen Pharao wimmelte es von Siebenen: Erst steigen sieben fette Kühe aus dem Nil, dann sieben magere; sodann wachsen sieben Ähren aus einem Halm und sieben dürre Ähren werden vom Ostwind versengt. Wahrsager können dem Pharao die Bedeutung des Traumes nicht erklären - wohl aber der im Gefängnis sitzende Josef, den seine Brüder nach Ägypten verkauft hatten. Er deutet Kühe und Ähren als Zeitperioden: Sieben fruchtbaren Jahren werden sieben Jahre des Hungers folgen. ( 1. Mose 41)

  Zitat: »Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre und die sieben guten Ähren sind dieselben sieben Jahre.«

 

Sieben Posaunen von Jericho - Josua 6, 6-20

Nach der Wüstenwanderung aus Ägypten nehmen die Israeliten das Land Kanaan ein. Mit Gottes Hilfe erobern sie auch die Stadt Jericho. Sieben Priester sollen sieben Posaunen um die Stadtmauern tragen, am siebten Tag sogar sieben Mal. Die Israeliten befolgen diese Weisung Gottes und haben Erfolg. Beim Schall der Posaunen fällt die Festung und unter lautem Kriegsgeschrei wird die Stadt eingenommen. ( Josua 6, 6-20)

  Zitat: »So trugen die sieben Priester die sieben Posaunen vor der Lade des Herrn.«

 

Mit sieben Niesern zurück ins Leben - 2. Könige 4, 32-35

Auch von alttestamentlichen Propheten werden Totenauferweckungen berichtet. Elisa zum Beispiel wird zu einem gestorbenen Knaben gerufen. Mit einem geheimnisvollen Ritual verhilft er ihm zum Leben. Er legt seinen Mund auf den Mund des Leblosen, desgleichen Augen auf Augen und Hände auf Hände. Der Leib des Kindes wurde wieder warm und gibt als erstes Lebenszeichen sieben Nieser von sich. Elisa lässt die Mutter rufen, die vor Freude und Ehrfurcht niederkniet. ( 2. Könige 4, 32-35)

  Zitat: »Da nieste der Knabe sieben Mal.«

 

Jesus trieb sieben böse Geister aus - Markus 16, 9; Lukas 8, 2.11, 24-26

Eigentlich ist die Sieben eine göttliche Zahl - doch die dämonischen Gegenkräfte versuchen sich, der Kraft dieser Zahl zu bemächtigen. Jesus berichtet von einem »unreinen Geist«, der mit sieben bösen Geistern Menschen besetzt. Auch Maria, eine Frau aus Magdala, war von sieben bösen Geistern besetzt. Jesus selbst hat sie davon befreit. Daraufhin hatte sich Maria »Magdalena« dem Jüngerkreis Jesu angeschlossen, gehörte sogar zu dessen engstem Vertrautenkreis. ( Markus 16, 9,  Lukas 8, 2)

  Zitat: »Maria von Magdala, von der er sieben böse Geister ausgetrieben hatte.«

 

Vergebung - nicht nur sieben Mal - Lukas 17, 3f; Matthäus 18, 21f.

Wie oft man denn seinem Bruder vergeben solle, fragt Petrus eines Tages Jesus, ob denn sieben Mal genüge? Mit dieser Frage offenbart Petrus ein weiteres Mal seinen Kleinglauben: Als ob es auf eine festgelegte Zahl von Vergebung ankäme! Indem Jesus die Zahlen in die Höhe treibt, entlarvt er das Denken des Petrus als unangemessen und plädiert für quasi unbegrenzte Vergebungsbereitschaft: sieben mal siebzig Mal solle man vergeben. ( Lukas 17, 3f.,  Matthäus 18, 21)

  Zitat: »Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigen würde und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben.«

 

Die Sieben am Ende der Zeiten - Offenbarung 5, 6

Als Buch mit sieben Siegeln wird die Offenbarung des Johannes bezeichnet. Aus gutem Grund: Vieles, was im letzten Buch der Bibel steht, ist nur schwer verständlich. Seinem mysteriösen Charakter entspricht, dass die Zahl Sieben sehr oft vorkommt. Der Seher Johannes schreibt an sieben Gemeinden; er sieht sieben goldene Leuchter, sieben Sterne und ein Lamm mit sieben Hörnern und ebensovielen Augen. Sieben Engel blasen auf sieben Posauen und tragen sieben Schalen. Schließlich kommt noch die »Hure Babylon« auf einem monsterartigen Tier mit sieben Häuptern daher. Grusel. ( Offenbarung 5, 6)

  Zitat: Das Lamm »hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes.«

 

BIBLE'S DIGEST

»Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Alle » Folgen der Serie »Das Beste aus der Bibel« finden Sie » hier...

 

  »Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Der Theologe Uwe Birnstein macht sich in der Sonntagsblatt-Serie »Das Beste aus der Bibel« Woche für Woche auf die Suche nach den bewegendsten und außergewöhnlichsten Geschichten der Bibel. »Das meistgedruckte Buch der Welt verstaubt in den Bücherregalen«, klagt er. Der Grund: Die Heilige Schrift ist kein Roman und eignet sich nicht zur raschen Lektüre. Die Perlen, die sie birgt, müssen erst entdeckt werden. »Das Buch der Bücher birgt Geschichten, die es mit jedem Liebesroman und jedem Thriller, mit jedem Krimi und jeder Generationen-Saga mühelos aufnehmen kann.« Das Beste der Bibel - eine Bibelkunde der besonderen Art.

 

EINE HEILIGE ZAHL

  In sämtlichen altorientalischen Kulturen und Religionen spielt die Sieben (neben der Drei) eine große Rolle als heilige Zahl mit kosmischer Bedeutung. Sie symbolisiert die göttliche Struktur irdischer Dinge und Vorgänge. Dies ist der Grund dafür, dass die Sieben im Alten wie im Neuen Testament häufig vorkommt. Auch die Siebzig und Zweiundsiebzig gelten als heilige Zahlen, sie verkörpern Vollendung und Weite.

  Zum Weiterlesen: Franz Carl Endres/Annemarie Schimmel: Das Mysterium der Zahl. Zahlensymbolik im Kulturvergleich, München 2005

 

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Uwe Birnstein

 


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abgerufen 03.09.2010 - 03:30 Uhr

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