Unwort des Jahres taugt zum Wahlaufruf
»Betriebsratsverseucht? Lass dich anstecken«, schreibt der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt
Das Wort »betriebsratsverseucht« schaffte es zum »Unwort des Jahres« 2009. Und wird jetzt von kirchlichen Arbeitnehmer-Organisationen ganz bewusst und ironisch verfremdet zum Slogan für ihren Wahlaufruf zu den Betriebsratswahlen 2010 hergenommen: »Lass dich anstecken«, heißt jetzt der Appell.
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Wodicka
 Gerade bei sogenannten »Discountern« wenig entwickelt, dafür umso wichtiger: innerbetriebliche Mitbestimmung.
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Die evangelische Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen und der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) rufen damit zur aktiven Wahlteilnahme auf »Mitbestimmung ist ein unverzichtbarer Beitrag für eine menschliche Wirtschaft.«.
Pfarrer Johannes Rehm, Leiter des KDA Bayern, sieht die soziale Marktwirtschaft auf der Ebene der Unternehmen als »Sozialpartnerschaft von Betriebsräten und Geschäftsleitungen« konkretisiert: »In der Wirtschaftskrise haben wir es als KDA bei vielen Betriebsbesuchen erleben können, wie Betriebsräte neben ihrer Rolle als Anwälte der Arbeitnehmenden ökonomisch als CoManagement Mitverantwortung wahrnahmen. Soziale Marktwirtschaft bedeutet verantwortliche Kooperation aller. Deshalb sind Betriebsräte so wichtig.«
»Betriebsräte treten für menschengerechte Arbeitsbedingungen ein und können dabei auf unsere Unterstützung bauen«, ergänzt Sozialsekretär Norbert Feulner vom KDA und spielt damit auf sein Engagement im Raum Nürnberg »im Zusammenhang mit den Missständen bei der Drogeriemarkt-Kette Schlecker« an.
Betriebsräte seien gerade in der Wirtschaftskrise »notwendig wie nie«, heißt es im Aufruf des kda. Das Unwort »betriebsratsverseucht« wurde übrigens in einem Fernsehbeitrag gesendet und publik gemacht. Darin berichtete ein Mitarbeiter einer Baumarktkette, der Begriff werde von Abteilungsleitern benutzt, wenn ein Mitarbeiter zwischen einer Filiale mit Betriebsrat und einer ohne Betriebsrat wechseln wolle. |