Maserati für soziale Stadtrundfahrt
Der Berliner Harald Ehlert: ein Sozialmanager mit Luxusallüren und italienischer Nobelkarosse
Harald Ehlert, Chef der »Treberhilfe Berlin«, gilt wegen seiner Luxusallüren als schillernde Figur unter den Sozial-Managern. Der Berliner fährt einen Maserati als Dienstwagen, der laut Hersteller mindestens 114000 Euro kostet. Nun droht das Diakonische Werk, die Treberhilfe aus seinem Verband auszuschließen. Ehlert will den Maserati nun für »Stadtrundfahrten durch das soziale Berlin« einsetzen.
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 Harald Ehlert bei der Pressekonferenz in Berlin.
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Die Treberhilfe Berlin kümmert sich seit mehr als 30 Jahren um Obdachlose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen. Die gemeinnützige GmbH betreibt 28 Einrichtungen wie Krisendienste und Wohnprojekte. Harald Ehlert, der Chef dieser Organisation, ist unter Druck geraten, weil er als Dienstwagen einen Maserati fährt, der laut Hersteller mindestens 114000 Euro kostet. Warum braucht der Mann ein italienisches Luxusmobil?
Ehlert begründet seine Wahl mit »Repräsentationszwecken« bei Geldgebern. Wenn er Immobilien kaufen wolle, um sie für Obdachlose zu sanieren, brauche er Fremdkapital. »Als Sozialinvestor werden sie oft nicht ernst genommen«, sagt Ehlert. Der Maserati habe ihm geholfen, 13 Millionen Euro Fremdkapital für Immobilien einzuwerben, beweisen könne er den Zusammenhang allerdings nicht. Seine 280 Mitarbeiter hätten jedenfalls keine Bedenken gehabt. Im vergangenen Jahr bekam die Treberhilfe aus Zuschüssen vom Berliner Senat und Zahlungen von Bezirken und Jobcentern 15 Millionen Euro.
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 Ziemt sich eine italienische Luxuskarosse als Dienstwagen eines Sozialmanagers?
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Nun kündigte Ehlert bei einer Pressekonferenz an, sich von seinem umstrittenen Dienstwagen zu trennen. Künftig soll die Nobelkarosse für »Stadtrundfahrten durch das soziale Berlin« eingesetzt werden. Der Wagen sei weder durch Spenden noch durch Zuschüsse des Landes Berlin oder andere öffentliche Stellen, sondern aus den Gewinnen der gemeinnützigen Treberhilfe Berlin gGmbH finanziert worden, betonte Ehlert. Das Finanzamt habe ihn als Bestandteil des gemeinnützigen Vermögens des Sozialunternehmens anerkannt. Damit sei der Wagen ein »Sozialmaserati«.
Zur Ankündigung des Diakonischen Werks, die Mitgliedschaft der Treberhilfe aufzukündigen, sagte Ehlert, er sehe in der Frage, ob ein auf über 100000 Euro geschätztes Auto als Dienstwagen eines Sozialwerks angemessen ist, keinen rechtlichen Grund für einen Ausschluss aus dem Wohlfahrtsverband.
Dazu erklärte Thomas Dane vom Vorstand des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die Diakonie könne Mitglieder ausschließen, wenn »die Grundüberzeugungen nicht mitgetragen werden«. Dane erneuerte seine Ausschlussdrohung, sollten die Vorbehalte hinsichtlich des Geschäftsgebarens nicht ausgeräumt werden. Ohne die Diakonie im Rücken käme die Treberhilfe in ihren Kernbereichen wie Wohnungslosenhilfe oder Jugendsozialarbeit »nur schwer über die Runden«. Ein Maserati sei kein geeignetes Dienstfahrzeug für ihn und die Anschaffung eines solchen Autos ethisch verwerflich, sagte Sprecherin Christine Lehmacher-Dubberke von der Berliner Diakonie.
Die Diakonie bekomme Transparenz, aber nicht »mit Asche auf dem Haupt«, kontert Ehlert. Das in der »Sozialwirtschaft praktizierte Schein-Devote« lehne er für sich und seine Mitarbeiter ab. Auch diese sollten einen anständigen Dienstwagen fahren dürfen, wenn sie hart arbeiten und etwas leisten. Die Treberhilfe sei Social-Profit-Unternehmen und damit in einem Bereich, in dem in Deutschland jährlich 190 Milliarden Euro umgesetzt werden.
Irritationen über das Geschäftsgebaren Ehlerts gab es bei den Verbänden immer wieder. So hatte er nach der Wahl von US-Präsident Barack Obama im Berliner Tagesspiegel eine ganzseitige Anzeige schalten lassen, in der Obama zur Wahl gratuliert wurde. Die geschätzten Kosten lagen bei rund 18000 Euro. |
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