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Dieser Artikel: Ausgabe 09/2010 vom 28.02.2010
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Solidarität mit bedrängten Geschwistern

Zum bundesweiten »Tag der verfolgten Christen« am 28. Februar

Von Hermann Gröhe

»Das weltweite Leiden von Christen beim Namen zu nennen, ist eine wichtige Aufgabe der Kirche.« So hat es die Synode der EKD im November 2008 formuliert.

Deshalb ist es konsequent, wenn am Sonntag Reminiszere, am 28. Februar, in den evangelischen Kirchen für unsere bedrängten und verfolgten Schwestern und Brüder in aller Welt gebetet wird.

Immer wieder erschüttern uns Nachrichten über misshandelte und ermordete Christen, über brennende Kirchen und zerstörte Bildungs- und Sozialeinrichtungen aus vielen Teilen der Welt. Erst im Januar berichteten Zeitungen über tödliche Überfälle auf koptische Kirchen in Ägypten und forderten Christen Anfang Februar dort ihr Recht auf den Bau von Gotteshäusern ein.

Das Menschenrecht Religionsfreiheit wird auch heute vielerorts massiv eingeschränkt. Und es sind vor allem christliche Minderheiten, die darunter leiden.

Angesichts des Endes der kommunistischen Herrschaft und der damit verbundenen deutlichen Verbesserung der Menschenrechtslage im früheren Ostblock, zu der auch weitgehende Religionsfreiheit gehört, droht bei uns in Vergessenheit zu geraten, was in anderen Teilen der Welt bittere Realität ist. Denn gewaltbereiter Islamismus und diskriminierende Gesetzgebung in zahlreichen islamisch geprägten Staaten, ein militanter Hindu-Nationalismus in Indien und politische Ideologien und Herrschaftsansprüche z.B. in Nordkorea, immer wieder aber auch in China prägen das Leben von Millionen Christen in aller Welt.

Deshalb ist es gut, dass unsere Kirche daran erinnert. Und deshalb ist es gut, wenn unser Land konkret hilft. Dies geschah etwa, als sich Deutschland mit Erfolg dafür einsetzte, dass die EU 10.000 irakische Flüchtlinge aufnahm, die vor allem aus den unterschiedlichen religiösen Minderheiten, und hier ganz besonders aus den verschiedenen christlichen Kirchen, stammten.

Notwendig ist auch ein deutliches Wort zur schwierigen Lage der Christen in der Türkei. Der fehlende oder unzureichende Rechtsstatus macht dort den Gemeinden das Leben noch immer sehr schwer. Gesetzliche Verbesserungen passieren viel zu langsam und werden noch zögerlicher umgesetzt. Gerade weil für uns die Achtung der Religionsfreiheit der bei uns lebenden Muslime selbstverständlich ist, haben wir das Recht, Klartext zu sprechen, wenn es um die Lage der Christen, etwa in der Türkei, geht.

 

  Der Autor war von 1997 bis 2009 Mitglied des Ratss der EKD und ist seit Oktober 2009 Generalsekretär der CDU Deutschlands.

VERFOLGTE CHRISTEN

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abgerufen 04.02.2012 - 07:23 Uhr

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