Irak: Christen sind nirgends mehr sicher
Chaldäisch-katholischer Erzbischof: In Mossul herrscht »blanke Panik«
Die Situation der Christen im Nordirak spitzt sich auf eine dramatische Weise zu.
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AP
 Es ist eine grausame Ironie der Geschichte, dass sich seit dem Sturz von Saddam Hussein die Zahl der im Irak lebenden Christen halbiert hat. Sie sind zwischen die Fronten geraten. (Das Foto zeigt die durch einen Sprengstoffanschlag zerstörte St.-Matthäus-Kirche in Bagdad.) 200 Millionen Christen leben nach Meinung von Menschenrechtsexperten ihren Glauben in Unfreiheit. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat diesen Sonntag erstmals als bundesweiten »Tag der bedrängten und verfolgten Christen« ausgerufen.
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Blanke Panik herrscht unter den Christen in der nordirakischen Stadt Mossul. Das erklärte der chaldäisch-katholische Erzbischof Emil Shimoun Nona gegenüber dem Hilfswerk »Kirche in Not« (München).
Nirgends sei man noch vor Mordanschlägen sicher. Allein seit dem 13. Februar wurden vier Christen von Extremisten getötet, einer verletzt und einer entführt. Zuletzt wurde am 17. Februar der 20-jährige Student Wissam George auf offener Straße erschossen.
Laut Nona verlässt täglich etwa ein Dutzend Familien die Stadt, die lange Zeit als relativ sicher für Christen galt. Die Morde sind nach Einschätzung des Erzbischofs politisch motiviert. Beobachter sehen einen Zusammenhang mit den für den 7. März geplanten Parlamentswahlen. Christen sollen verunsichert und aus ihren Wohngegenden vertrieben werden, so dass sie sich nicht an der Wahl beteiligen können.
Der Erzbischof appelliert an die Weltöffentlichkeit, der Verfolgung im Irak mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Man dürfe der »Ausrottung« von Christen nicht tatenlos zusehen. Nona: »Wir bitten verzweifelt um Euer Gebet für uns!«
Durch Flucht und Vertreibung ist die Zahl der Christen im Irak in den letzten Jahren um 50 Prozent auf rund 600.000 zurückgegangen. Von den 26,7 Millionen Einwohnern des Landes sind 95 Prozent Muslime. |