Deutsch-italienische Klischees
Initiative des Goethe-Instituts soll Vorurteile abbauen helfen
Die Mafia als penetranter Gestank in der guten Stube ehrbarer Sizilianer und die Angst der Deutschen, zum Spießer abgestempelt zu werden: Im Auftrag des Goethe-Instituts nahmen Autoren und Karikaturisten aus Deutschland und Italien entsprechende Stereotypen aus beiden Ländern mit spitzer Feder aufs Korn, um zur Überwindung herrschender Klischees beizutragen.
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goethe.de/vabene
 Deutscher Papst und Fußballrivalität (Burkhard Fritsche - »Burkh«).
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Im Rahmen des Projekts »Va bene?!« organisiert das deutsche Kulturinstitut in Zusammenarbeit mit Partnern aus Politik, Presse und Kultur Workshops, Austauschprogramme für Journalisten, Ausstellungen und Konferenzen, um die »alte Liebesgeschichte zwischen beiden Ländern wieder neu zu entfachen«, wie die Leiterin des Goethe-Instituts Italien, Susanne Höhn, bei der Präsentation der zweijährigen Initiative erklärte.
Auf den Internetseiten www.goethe.de/vabene bringen Karikaturen aus beiden Ländern und kurze Texte bekannter Autoren wie Roger Willemsen herrschende Klischees auf den Punkt. So behauptet ein Italiener, er hasse alle Rassisten, besonders die deutschen. Am deutlichsten werden die Stereotypen in einem kurzen Zeichentrickfilm, der die gängigsten deutsch-italienischen Klischees anhand von Alltagssituationen schildert. Der Italiener begrüßt und umarmt im Kontakt zu den Institutionen deren Vertreter, während der Deutsche gerade bis zum Tisch des Beamten geht, seine Akten auf den Tisch legt und damit sein Problem gelöst hat.
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 »Die Krise als Mittel gegen Klischees« (Mauro Biani).
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Wie sehr die beiderseitige Beziehung in den vergangenen Jahren gelitten hat, machte bei der Präsentation des Projekts im römischen Goethe-Institut das italienische Außenministerium klar, das mit den italienischen Kulturinstituten in Deutschland an den Initiativen beteiligt ist. Man hätte es lieber gesehen, wenn für die geplanten Formen von Journalistenaustausch »auch der Regierung freundlich gesinnte Medien« beteiligt worden wären, erklärte Gianfranco Giorgolo bei aller Freundlichkeit sichtlich irritiert. Man habe alle italienischen Medien unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung eingeladen, entgegnete die Leiterin des Goethe-Instituts Italien entschieden.
Man wolle doch wohl nicht etwa die Unterschiede zwischen beiden Ländern beseitigen, fragte der Reporter der regierungsnahen Tageszeitung »Il Tempo« spitz. Doch »Va bene?!« soll Klischees überwinden helfen, indem diese zunächst klar benannt und damit in all ihrer Komik entlarvt werden. Darüber hinaus sollen vor allem Journalisten angeregt werden, nicht die verbreiteten Stereotypen zu bedienen, sondern Vorurteile zu hinterfragen und hinter die Klischees zu schauen.
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 Bruno Bozzetto.
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Junge Journalisten aus Italien, die über Deutschland abseits vom Münchner Oktoberfest erzählen, und deren deutsche Kollegen, die nicht über Stars in der Sonne auf Capri berichten, will das Goethe-Institut mit einem Preis motivieren.
»Italien und Deutschland haben sich nicht voneinander entfernt«, versicherte indessen der deutsche Botschafter in Rom, Michael Steiner, bei der Präsentation des Projekts. In den Medien beider Länder blühen jedoch Klischees. Demnach sind Schutzgeld, Müll und Mafia in Deutschland Synonyme für den auch wirtschaftlich wichtigen Partner. Und in Italien werden Deutsche nicht erst seit der Wahl des ehemaligen obersten Glaubenshüters zum Papst gern mit Panzern und Nazis verglichen. | WEB-TIPP
Das Projekt »Va bene?!« des Goethe-Instituts Italien: www.goethe.de/vabene
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