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Aktuelle Ausgabe: 10 vom 07.03.2010
Dieser Artikel: Ausgabe 06/2010 vom 07.02.2010
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Schneegeschichten der Bibel

Sonntagsblatt-Serie: Das Beste aus der Bibel


Es schneit nicht nur in Bayern. Alle Jahre wieder war - und ist - auch Israel zumindest von einer dünnen Schneeschicht bedeckt.

Das Eismeer, Caspar David Friedrich, 1824, Hamburg, Kunsthalle.
Foto: sob
   Das Eismeer, Caspar David Friedrich, 1824, Hamburg, Kunsthalle.

        

Gott befiehlt dem Schnee - Hiob 37, 6; 38, 22; Jesus Sirach 43, 14; Stücke zum Buch Daniel 3, 48

Elihu, einer der Freunde Hiobs, beschreibt die Allmacht Gottes. Für sämtliche Naturereignisse sei der Allmächtige zuständig, betont Elihu - für Regen, Donner und Blitze ebenso wie für Eis und Schnee. Auch ein weiteres Wintererlebnis erschafft Gott: »Vom Odem Gottes kommt Eis, und die weiten Wasser liegen erstarrt.« Grund genug, argumentiert Elihu dem leidenden Hiob, Gott zu fürchten. Kurz darauf fragt Gott selbst Hiob: »Bist du gewesen, wo der Schnee herkommt?« Auch Jesus Sirach weist darauf hin, dass der Schnee auf Gottes Geheiß hin fällt. Folgerichtig fordert Daniel den Schnee auf, den Herrn zu preisen und zu rühmen. ( Hiob 37, 6,  Jesus Sirach 43, 14,  Stücke zum Buch Daniel 3, 48)

  Zitat: »Gott spricht zum Schnee: 'Falle zur Erde!'«

 

Löwenkampf im Schnee - 1. Samuel 23, 20

Als Führer der Leibwache Davids zählte Benaja zu den dreißig heldenhaftesten Männern Israels. Zum Beispiel erschlug er einen Riesen aus Ägypten, indem er ihm einen Spieß aus der Hand nahm und ihn damit erstach. Außerdem tötete er zwei feindliche Krieger vom Volk der Moabiter, die wegen ihrer übermenschlichen Kampfeskraft »Gotteslöwen« genannt wurden. Danach erschlug er einen richtigen Löwen, der sich - womöglich wegen des Schneefalls - in einen Brunnen geflüchtet hatte. ( 1. Samuel 23, 20)

  Zitat: »Er stieg hinab und erschlug einen Löwen in einem Brunnen, als Schnee gefallen war.«

 

Gottes Wort ist wie Schnee - Jesaja 55, 10f.; Weisheit 5, 15

Ein schönes Bild benutzt der Prophet Jesaja, um die Aufgabe des göttlichen Wortes zu illustrieren. Regen und Schnee fallen vom Himmel und sorgen auf der Erde für Wachstum, was schließlich die Menschen ernährt. Ähnlich sei es mit dem Wort Gottes: Es möchte ebenso etwas in Gang setzen und das erfüllen, wozu Gott es sendet. Ein anderes Bild verwendet das Buch der Weisheit: Die Hoffnung der Gottlosen sei »wie feiner Schnee, vom Sturm getrieben«. ( Jesaja 55, 10f.,  Weisheit 5, 15)

  Zitat: »Gleichwie der Schnee vom Himmel fällt … so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein.«

 

Schneller, als der Schnee schmilzt - Jeremia 18, 14f.

Auch der Prophet Jeremia benutzt den Schnee als Bild, um den Israeliten etwas zu verdeutlichen. Das Volk habe Gott Treue geschworen und laufe trotzdem immer wieder Götzen hinterher oder missachte seine Gebote. Schneller, als das Regenwasser in den Boden sickert und schneller, als der Schnee schmilzt, würde Israel Gott vergessen. ( Jeremia 18, 14f)

  Zitat: »Bleibt doch der Schnee länger auf den Steinen im Felde, wenn's vom Libanon herab schneit, und das Regenwasser verläuft sich nicht so schnell, wie mein Volk meiner vergisst.«

 

Wolle gegen Schneekälte - Sprüche 31, 21

Eine ideale Hausfrau beschreibt König Salomo im Buch der Sprüche: fromm und fleißig, liebevoll und belastbar, handwerklich wie kaufmännisch begabt, weise und fröhlich soll sie sein. Wichtig ist Salomo auch, dass diese »tüchtige Hausfrau« immer genug warme Kleidung zuhause hat, damit sich kein Familienmitglied vor der Kälte fürchten muss. ( Sprüche 31, 21)

  Zitat: »Sie fürchtet für die Ihren nicht den Schnee; denn ihr ganzes Haus hat wollene Kleider.«

 

Stecken geblieben im Schnee - 1. Makkabäer 13, 22

Starker Schneefall bewahrte Israel einst vor feindlicher Zerstörung. Im Winter des Jahres 143 v. Chr. schneite es so stark, dass eine Armee der feindlichen Seleukiden im Schnee stecken blieb. Dessen Heerführer Tryphon hatte eigentlich vor, »das Land zu verheeren«. Angesichts der unüberwindlichen Schneemassen musste er jedoch seinen Plan aufgeben und zurückkehren. Vorher tötete er allerdings eine prominente Geisel, die er mitführte: Jonatan, den Führer der jüdischen Makkabäer. ( 1. Makkabäer 13, 22)

  Zitat: »In dieser Nacht fiel ein sehr tiefer Schnee; und er kam deswegen nicht durch.«

 

Schnee als Symbol für Reinheit - Daniel 7, 9; Matthäus 28, 3

»Weiß wie der Schnee« ist noch heute ein geflügeltes Wort. In einer Vision sieht Daniel einen uralten Mann auf einem Feuerthron - »sein Kleid war weiß wie Schnee«. Dieses Gottesbild beeinflusst bis heute nicht nur Kinder. Ähnliches erblickte der Seher Johannes in seiner Apokalypse: eine Menschengestalt mit Haar »weiß wie Schnee«. ( Daniel 7, 9,  Matthäus 28, 3)

  Zitat: »Sein Kleid war weiß wie Schnee.«

 

BIBLE'S DIGEST

»Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Alle » Folgen der Serie »Das Beste aus der Bibel« finden Sie » hier...

 

  »Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Der Theologe Uwe Birnstein macht sich in der Sonntagsblatt-Serie »Das Beste aus der Bibel« Woche für Woche auf die Suche nach den bewegendsten und außergewöhnlichsten Geschichten der Bibel. »Das meistgedruckte Buch der Welt verstaubt in den Bücherregalen«, klagt er. Der Grund: Die Heilige Schrift ist kein Roman und eignet sich nicht zur raschen Lektüre. Die Perlen, die sie birgt, müssen erst entdeckt werden. »Das Buch der Bücher birgt Geschichten, die es mit jedem Liebesroman und jedem Thriller, mit jedem Krimi und jeder Generationen-Saga mühelos aufnehmen kann.« Das Beste der Bibel - eine Bibelkunde der besonderen Art.

 

SCHNEE IN PALÄSTINA

  Oft schneit(e) es nicht in Palästina - und wenn, dann hauptsächlich im Gebirge, besonders im Hermon. Öfters bringt der Winter Israel und Palästina lange Regenzeiten, im Norden mehr als im trockenen Süden. Die sehr unterschiedliche geografische Beschaffenheit macht Wetter- und erst recht Schneevorhersagen schwierig: »Gleichwie du nicht weißt, welchen Weg der Wind nimmt, so kannst du auch Gottes Tun nicht wissen, der alles wirkt.« (Prediger 11,5)

  Zum Weiterlesen: Sylke Tempel: Israel - Reise durch ein altes neues Land, Berlin 2008.

 

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Uwe Birnstein

 


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abgerufen 11.03.2010 - 21:23 Uhr

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