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Heute: 10.03.2010
Aktuelle Ausgabe: 10 vom 07.03.2010
Dieser Artikel: Ausgabe 06/2010 vom 07.02.2010
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Selbst über den Ruhestand entscheiden?

Sonntagsblatt-Umfrage


Nachgefragt zum EKD-Vorstoß: Fällt die Altersgrenze im Berufsleben?

Gerhard Strunz
Foto: wl

»Ein Traum«

»Der Traum aller Arbeitnehmer würde wahr werden. Der Arbeitnehmer, der einen Arbeitsplatz besitzt, Spaß an seiner Arbeit hat und gesund ist, arbeitet so lange, wie er will. Hat er Hobbys oder betätigt er sich ehrenamtlich oder möchte er einfach nur Familienleben genießen, beendet er sein Arbeitsleben eben eher. Das Gleiche gilt für Menschen, die aufgrund schwerer körperlicher oder geistiger Arbeit einfach nicht mehr arbeiten können.«

Gerhard Strunz (56), Sozialsekretär des KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt), Marktredwitz

Renate Lederer
Foto: Ried

»Jugend hat Vorrang«

»Warum sollte jemand, der offen für Neuerungen, körperlich fit und belastbar ist und seinen Beruf liebt, aufhören müssen zu arbeiten? Wenn der Arbeitsmarkt für Jüngere aber dadurch blockiert würde, dann sollte man schon seinen Hut packen und den Jungen den Vorrang lassen. Insgesamt müsste unser Rentensystem aber flexibler gestaltet werden, um den Menschen mehr Raum für Eigeninitiative zu geben.«

Renate Lederer (55), Studiendirektorin, Eichenau/ Fürstenfeldbruck

Ismail Cinar
Foto: the

»Von der Rente kann ich nicht leben«

»Selbst entscheiden? Bei mir sieht's mit der Rente schwarz aus. Ich kam vor 30 Jahren aus dem kurdischen Teil der Türkei nach Deutschland. Nach Ausbildung zum Maschinenbauer habe ich mich als Gastwirt selbstständig gemacht. Ich habe mir mal meine Rente ausrechnen lassen: 420 Euro, wenn ich arbeitsunfähig werde. Ich könnte noch 15 Jahre weiter einzahlen, dann sind es 600 Euro. Davon kann ich nicht leben.«

Ismail Cinar (51), Werkhof Regensburg

Johannes Rehm
Foto: sob

»Regeln für alle«

»Nein, da bin ich skeptisch, denn in einer Zeit der Wirtschaftskrise werden es ökonomische Sachzwänge sein, die handlungsleitend sind. Deshalb brauchen wir Regelungen, die für alle gelten. Wenn in einer Belegschaft unterschieden wird, wer gesund oder krank, verzichtbar oder unverzichtbar ist und deshalb noch etwas länger bleiben soll, dann gibt das böses Blut. Die Würde des Alters hängt nicht am Erwerbsarbeitsplatz.«

Johannes Rehm (52), Pfarrer, Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, Nürnberg

RENTENALTER

Flexibel in die Rente. Evangelische Kirche stellt starre Altersgrenzen in Frage. » lesen!

Selbst über den Ruhestand entscheiden? Sonntagsblatt-Umfrage. » lesen!

 

»Basiswissen Christentum« - der Glaubenskurs im Sonntagsblatt. Lesen Sie mit, machen Sie mit, diskutieren Sie mit!
 

 

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abgerufen 10.03.2010 - 04:00 Uhr

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