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Dieser Artikel: Ausgabe 06/2010 vom 07.02.2010
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Bessere Welt?

Politisches Asyl für Schulverweigerer in USA weckt Interesse bei deutschen Eltern

Von Konrad Ege

Das US-Asyl für eine deutsche Familie könnte zum Vorbild für weitere Schulverweigerer werden. Seit einem entsprechenden Urteil hätten mehrere Deutsche bei ihm angerufen, um sich über den Asylprozess zu informieren, sagt Michael Donnelly.

Donnelly, Mitarbeiter der »Home School Legal Defense Association«, eines Rechtshilfeverbandes für Heimschülerfamilien, ist Anwalt der Eheleute Hannelore und Uwe Romeike aus dem baden-württembergischen Bissingen, die ihre Kinder aus »religiösen und Gewissensgründen« zu Hause unterrichten wollen und Zuflucht in den Vereinigten Staaten gesucht haben. Die Romeikes waren im Sommer 2008 mit ihren fünf Kindern in die USA gekommen, um zu tun, was in Deutschland verboten ist, in den USA aber weit verbreitet: ihre Kinder selbst zu unterrichten.

Nach Ansicht der Eheleute entsprechen die Schulbücher nicht ihren christlichen Werten. Sie fühlten sich verfolgt, weil die deutschen Behörden die Schulpflicht mit Bußgeldbescheiden durchsetzen wollten. Einwanderungsrichter Lawrence Burman gab ihrem Asylantrag statt. Die deutsche Haltung verstoße gegen »alles, woran wir als Amerikaner glauben«, zitiert die »Defense Association« den Richter. Man könne nicht verlangen, dass sich jedes Land nach der amerikanischen Verfassung richte, sagte Burman. Aber die Welt wäre »wohl besser«, wäre das der Fall.

Rund zwei Millionen Kinder werden nach Angaben des Erziehungswissenschaftlers Robert Kunzman von der Indiana University in Bloomington (Indiana) in den USA gegenwärtig zu Hause unterrichtet. Es gebe keine »typische Heimschulfamilie«, sagt Kunzman. Die Mehrheit sei konservativ christlich. Aber auch grundsätzlich autoritätsskeptische Eltern entschieden sich bisweilen zum Unterricht daheim. Gemeinsam hätten »Homeschooler« die »philosophische Überzeugung«, dass Eltern das Recht haben, selbst über die Erziehung ihrer Kinder zu entscheiden.

Oft sind Heimschul-Eltern hoch gebildet, und sie organisieren mit Gleichgesinnten Kooperativen und Netzwerke zum Lernen. Andererseits setzen manche Bundesstaaten fast gar keine Kriterien für die Unterrichtsqualität. So müssen in Tennessee, wo die Romeikes nun leben, Eltern nur einen mit dem deutschen Hauptschulabschluss vergleichbaren High-School-Abschluss haben, wollen sie ihre Kinder unterrichten.

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abgerufen 04.02.2012 - 07:37 Uhr

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