Könige der Bibel
Sonntagsblatt-Serie: Das Beste aus der Bibel
»Es war einmal ein König…« Zwar ist die Bibel kein Märchenbuch. Doch erzählt sie viele Geschichten von Königen.
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sob
 Rembrandt, David spielt Harfe vor Saul, um 1658, Königliche Gemäldegalerie Mauritshuis, Den Haag.
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Gott ist König - Psalm 47, 9; Jesaja 33, 22
Die höchste Macht und Würde kommt allein Gott zu. Deswegen wird Gott an mehreren Stellen der Bibel König genannt. »Der Herr ist unser König, er hilft uns«, sagt der Prophet Jesaja. Doch nicht nur für sein Volk Israel ist Gott der König, sondern für alle Völker der Welt. Bildlich märchenhaft stellt sich der Psalmist folgerichtig Gott auf einem Himmelsthron vor. ( Psalm 47, 9, Jesaja 33, 22)
Zitat: »Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.«
Saul - der Erste - 1. Samuel 8; 11
Die Geschichte des irdischen Königtums beginnt mit Saul. Die Ältesten der israelitischen Stämme baten den Richter Samuel: »Setze nun einen König über uns, der uns richte, wie ihn alle Heiden haben.« Dieses Ansinnen hält Samuel für verwerflich, da es an der Königsherrschaft Gottes kratzt. Doch Gott selbst gebietet Samuel, des Volkes Stimme zu folgen. In der Hoffnung, einen irdischen König abwenden zu können, zählt er dem Volk alle Nachteile auf. Doch selbst dass ein König Abgaben kassiert, schreckt das Volk nicht. Gott selbst wählt den schönen und großen Saul als König aus. Samuel salbt ihn zum König; die israelitischen Stämme erkennen ihn an. ( 1. Samuel 8; 11)
Zitat: »Ein König soll über uns sein, dass wir auch seien wie alle Heiden, dass uns unser König richte und vor uns her ausziehe und unsere Kriege führe!«
David - der Legendäre - 1. Samuel 16 - 1. Könige 2
Die Bilanz seiner Königschaft kann sich sehen lassen: Er vereinte die israelitischen Stämme zu einem Königreich, besiegte die feindlichen Philister und machte Jerusalem zur Hauptstadt seines Reichs. Berühmt wurde er auch, weil er als Jüngling den riesenhaften Feind Goliat mit einer Steinschleuder tötete. Auch über poetische Talente verfügte David: Der Tradition zufolge verfasste er viele Psalmen. Sein größter Fehler war eine menschliche Schwäche: Er war so angetan von einer verheirateten Frau namens Batseba, dass er deren Mann in den Tod schickte. ( 1. Samuel 16)
Zitat: »Dreißig Jahre war David alt, als er König wurde, und regierte vierzig Jahre.«
Salomo - der Weise - 1. Könige 2-11
Während sein Vater David als kampfeslustig bekannt war, ging es Salomo mehr um Geld und Weisheit. Sein Reichtum war so groß, dass er sich und seinen Frauen prachtvolle Paläste errichtete. Sein Ruf reichte bis ins ferne Königreich Saba; die dortige Königin wollte sich mit eigenen Augen von Salomos Reichtum überzeugen und reiste mit großem Gefolge nach Jerusalem. Auch die Weisheit des Königs imponierte. In Tausenden Sprüchen und gab er kluge und zeitlos gültige Lebensregeln. Im Judentum gilt Salomo außerdem wegen des Baus des Jerusalemer Tempels als großer König. ( 1. Könige 2-11)
Zitat: »Salomo saß auf dem Thron seines Vaters David und seine Herrschaft hatte festen Bestand.«
Herodes - der Grausame - Matthäus 2
Brutal setzte Herodes der Große seine Machtansprüche durch; um seine Herrschaft zu sichern, ließ er mehrere Familienmitglieder kaltblütig ermorden. Er glaubte und praktizierte jüdisch - bei einem Aufenthalt in Rom geriet er in höchste politische Kreise und wurde etwa im Jahr 40 v. Chr. zum König über Judäa eingesetzt. Trotz Schreckensregiment konnte er der Region friedliche Jahrzehnte bringen. In seine Regierungszeit fällt die Geburt Jesu. In deren Folge wird seine grausame Amtsführung nochmals deutlich. Drei Weise aus dem Morgenland berichten ihm, der »König der Juden« sei geboren. Kurzerhand lässt er alle neugeborenen Jungen in Bethlehem niedermetzeln. ( Matthäus 2)
Zitat: »Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem.«
Jesus, König der Juden - Matthäus 2, 2; Johannes 6, 15; Markus 15, 26; Offenbarung 1, 5
War Jesus »König der Juden«? Er selbst jedenfalls wollte es nicht sein, denn er entzog sich dem Volk, dass ihn zum König machen wollte. Auch sein Einzug nach Jerusalem war so gar nicht würdevoll königlich: Auf einem Esel ritt er durch das Stadttor, so wie der vom Propheten Sacharja (9,9) angekündigte Friedenskönig. Dennoch lautete am Ende die Anklage gegen Jesus, er habe sich zum König der Juden gemacht. Das wird auch die Inschrift des Kreuzes. Die Offenbarung des Johannes bezeichnet Jesus als »Herr über die Könige auf Erden«. ( Matthäus 2, 2, Johannes 6, 15, Markus 15, 26, Offenbarung 1, 5)
Zitat: »Wo ist der neugeborene König der Juden?«
Jeder Gläubige ist König - Offenbarung 1, 5f.; 5, 10
»Heute ein König«? Diese Bierwerbung ist nur ein müder Abklatsch der Verheißung, die der Seher Johannes den Christen gibt. Demnach ist jeder Gläubige ein König. Durch seinen Tod habe Christus die Menschen zu Königen gemacht. Und zu Priestern. Was später Martin Luther wieder ins Gedächtnis gerufen hat, als er vom »Priestertum aller Getauften« sprach. ( Offenbarung 1, 5)
Zitat: Ihm, der uns liebt...uns zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater.«
| BIBLE'S DIGEST
Alle » Folgen der Serie »Das Beste aus der Bibel« finden Sie » hier...
»Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.
Der Theologe Uwe Birnstein macht sich in der Sonntagsblatt-Serie »Das Beste aus der Bibel« Woche für Woche auf die Suche nach den bewegendsten und außergewöhnlichsten Geschichten der Bibel. »Das meistgedruckte Buch der Welt verstaubt in den Bücherregalen«, klagt er. Der Grund: Die Heilige Schrift ist kein Roman und eignet sich nicht zur raschen Lektüre. Die Perlen, die sie birgt, müssen erst entdeckt werden. »Das Buch der Bücher birgt Geschichten, die es mit jedem Liebesroman und jedem Thriller, mit jedem Krimi und jeder Generationen-Saga mühelos aufnehmen kann.« Das Beste der Bibel - eine Bibelkunde der besonderen Art.
KÖNIGTUM
Vor 3000 Jahren entwickelte sich eine Art Konkurrenz um das Königtum: Die Menschen wollten einen König und entthronten damit Gott von seinem Himmelsthron. Die weltlichen Könige machten es ihrem Volk nicht immer leicht. Nach den größten Königen David und Salomo herrschte eine Vielzahl von Königen mehr schlecht als recht.
Robin P. Nettelhorst: Die 100 bekanntesten Gestalten der Bibel und ihre Familien, Wien 2008Nächste Woche: »First Ladies« der Bibel.
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