Was sollen deutsche Soldaten in Afghanistan bewirken?
Sonntagsblatt-Umfrage
Mit ihren Worten »Nichts ist gut in Afghanistan« in ihrer Neujahrspredigt hat die EKD-Ratspräsidentin Margot Käßmann eine neue Afghanistan-Debatte angestoßen.
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»Hilfe wird abgewiesen«
»Ich war schon zweimal mit meinem Kampfstoffspürhund Cancer in Afghanistan im Einsatz. Bei unserem letztjährigen Einsatz haben wir drei Kameraden beerdigt. Die eigentliche Aufbauarbeit ist in diesem Land nach meiner Überzeugung gar nicht wirkungsvoll machbar, weil die dortigen regionalen Machthaber seit Jahrhunderten Krieg gewohnt sind. Die Soldaten werden deshalb auch nicht als Helfer angesehen.«
Verena Bromme (30), Soldatin, Mering
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»Wiederaufbau«
»Als Angehörige der internationalen Staatengemeinschaft helfen deutsche Soldaten der afghanischen Regierung beim Wiederaufbau des Landes, besonders im Bereich der Inneren Sicherheit. Durch Präsenz der Soldaten leben die Menschen in Afghanistan sicherer, Menschenrechte gewinnen an Bedeutung. Es geht ihnen besser, gerade auch, weil deutsche Soldaten u.a. Sicherheit gewährleisten. Ihr Handeln kommt bei den Menschen an.«
Gerhard Ried (52), Berufssoldat, Afghanistan-Erfahrung, Mitglied der Landessynode, Hof
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»Hilfe zur Selbsthilfe«
»Das Ziel des deutschen Afghanistan-Einsatzes muss es sein, dem Land »Hilfe zur Selbsthilfe« zu leisten. Afghanistan muss sich dauerhaft von Korruption befreien und Stabilität und Schutz für die Bevölkerung gewährleisten. Momentan fehlen dafür Strukturen, Erfahrung und ausgebildetes Personal - hier ist die Bundeswehr gefragt. Für die schwere Aufgabe ist eine Truppen-Aufstockung denkbar.
Michelle Novak, 23, Sprachstudentin, München
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»Bundeswehr kann nur zusehen«
»Unsere Soldaten sollten schnell abgezogen werden. Ursprünglich sollten sie als eine Art Entwicklungshelfer in Uniform auftreten, aber inzwischen sind sie in die Kriegsstrategie der Verbündeten einbezogen. Solange vor Ort keine klaren Verhältnisse vorliegen, können wir nicht gewinnen. In Afghanistan herrscht Korruption in höchstem Maße, Drogenbarone prägen die Szene und die Bundeswehr kann nur zusehen.«
Jochem Escherle (68), Selbstständiger, Estenfeld |