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Dieser Artikel: Ausgabe 51/2009 vom 20.12.2009
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Schwangerschaften in der Bibel

Sonntagsblatt-Serie: Das Beste aus der Bibel


Die prominenteste Schwangere der Bibel ist Maria. Aber in der Heiligen Schrift finden sich weitere Geschichten rund um die Schwangerschaft.

Geburt der »Gottesgebärerin«: Domenico Beccafumi (1486-1551), Mariä Geburt (um 1540-1543), Pinacoteca Nazionale, Siena.
Foto: sob
   Geburt der »Gottesgebärerin«: Domenico Beccafumi (1486-1551), Mariä Geburt (um 1540-1543), Pinacoteca Nazionale, Siena.

Eva ist mal wieder Schuld! - 1. Mose 3, 16

Bisweilen entlässt die Bibel ihre Leserinnen auch ohne Trost. Zum Beispiel die Schwangeren. Ihnen sagt Gott keine problemlose Schwangerschaft voraus, im Gegenteil. Aber wenigstens wissen die Schwangeren, weshalb sie leiden: Weil Eva vom verbotenen Baum der Erkenntnis genascht hat. Alle ihr nachfolgenden Geschlechtsgenossinnen müssen diese Ursünde mit Schmerzen bezahlen. ( 1. Mose 3, 16)

  Zitat: »Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst.«

 

Pränataler Machtkampf - 1. Mose 25, 21-26

Eigentlich war Rebekka unfruchtbar. Doch nachdem ihr Mann Isaak für sie gebetet hatte, wurde sie doch schwanger, sogar mit Zwillingen. Die beiden »stießen sich miteinander in ihrem Leib«. Warum sie denn überhaupt schwanger geworden sei, wenn das alles so anstrengend ist, fragt sie sich und Gott. Dessen Erklärung: In Rebekkas Bauch würden zwei Völker kämpfen. Ein pränataler Machtkampf. Bei der Geburt drängeln sich die beiden darum, wer als Erster das Licht der Welt sehen darf. Der Streit um das Erstgeborenenrecht verfolgt die Zwillingsbrüder Jakob und Esau bis an ihr Lebensende. Und danach sind die beiden Völker, für die Jakob und Esau Stammväter werden, spinnefeind: die Amalekiter und die Israeliten. ( 1. Mose 25, 21-26)

  Zitat: »Zwei Völker sind in deinem Leibe.«

 

Alkoholfrei durch die Schwangerschaft! - Richter 13

Ein Engel erscheint der Frau des Manoach (deren Name leider nicht erwähnt wird) und verkündet ihr ein freudiges Ereignis: Sie wird schwanger werden. Ein Junge wird in ihr wachsen, ein ganz besonderer zudem: ein »Geweihter Gottes«, der Israel erretten wird aus der Hand der Philister. Aus diesem Grund soll die werdende Mutter keinen Alkohol und kein »starkes Getränk« zu sich nehmen und nichts »Unreines« essen. Der Sohn, der schließlich geboren wird, heißt Simson. Als Gottgeweihter zählt er zu den »Nasiräern«, erkennbar durch ungeschnittenes Haar. Simson wird Richter Israels. ( Richter 13)

  Zitat: »Denn du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem kein Schermesser aufs Haupt kommen soll.«

 

Die schwangere Jungfrau - Jesaja 7, 14; Matthäus 1, 22f.

Gott werde ein Zeichen geben, kündigt der Prophet Jesaja dem judäischen König Ahas an. Das Zeichen bestehe darin, dass eine Jungfrau schwanger und einen Sohn gebären werde, den sie »Immanuel« (»Gott ist mit uns«) nennen wird. Moment - eine schwangere Jungfrau? Das ist schwer zu verstehen. Und eigentlich steht es gar nicht da. Denn das entsprechende Wort des hebräischen Urtextes ist mit »junge Frau« zu übersetzen. Bei der Übersetzung ins Griechisch ist es mit dem Wort für Jungfrau übersetzt worden. Der Evangelist Matthäus führt eben diese Jesaja-Stelle an, um die Jungfrauengeburt Jesu als prophetisch vorhergesagt zu begründen. ( Jesaja 7, 14,  Matthäus 1, 22-23)

  Zitat: »Siehe, eine Jungfrau ist schwanger«

 

Die Strapazen Marias - Lukas 2, 1-7

Was für Strapazen! Hochschwanger musste die junge Maria mit ihrem Verlobten Josef aus Nazareth nach Bethlehem reisen. Und das nur, weil eine Schätzung, eine Art Volkszählung anberaumt war! In Bethlehem selbst musste Maria erleben, was es heißt, Flüchtling ohne Bleibe zu sein: Trotz ihres Zustands wurde ihr kein Bett für die Nacht angeboten. Schließlich musste sie in einem Stall unterkommen. Dort setzten die Wehen ein, »und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe«. ( Lukas 2, 1-7)

  Zitat: »Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa … mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.«

 

Mit etwas schwanger gehen - Psalm 7, 15; Hiob 15, 35

»Mit etwas schwanger gehen«: Diese Redewendung stammt aus der Bibel und bezeichnet etwas, das sich im Stillen entwickelt und dann irgendwann offenbar wird. In mehreren Büchern der Bibel ist davon die Rede, dass jemand »mit Unrecht« schwanger sei. Hiob bleibt im Bild, wenn er sagt, »ihr Schoß bringt Trug zur Welt«. ( Psalm 7, 15,  Hiob 15, 35)

  Zitat: »Siehe, er hat Böses im Sinn, mit Unrecht ist er schwanger und wird Lüge gebären.«

 

Gott ist im Mutterleib - Sirach 50, 24; Psalm 139, 13

Wann beginnt das menschliche Leben, wann ist es eigenständig? Darum streiten Theologen und Ethiker. Egal wie die Antwort ausfällt - Gott erhält jedes menschliche Wesen »vom Mutterleib an lebendig«, sagt die Bibel. Der Psalmist geht noch weiter, wenn er zu Gott betet: »Du hast mich gebildet im Mutterleibe.« ( Sirach 50, 24,  Psalm 139, 13)

  Zitat: »Nun danket alle Gott, der uns von Mutterleib an lebendig erhält und uns alles Gute tut.«

 

BIBLE'S DIGEST

»Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Alle » Folgen der Serie »Das Beste aus der Bibel« finden Sie » hier...

 

  »Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Der Theologe Uwe Birnstein macht sich in der Sonntagsblatt-Serie »Das Beste aus der Bibel« Woche für Woche auf die Suche nach den bewegendsten und außergewöhnlichsten Geschichten der Bibel. »Das meistgedruckte Buch der Welt verstaubt in den Bücherregalen«, klagt er. Der Grund: Die Heilige Schrift ist kein Roman und eignet sich nicht zur raschen Lektüre. Die Perlen, die sie birgt, müssen erst entdeckt werden. »Das Buch der Bücher birgt Geschichten, die es mit jedem Liebesroman und jedem Thriller, mit jedem Krimi und jeder Generationen-Saga mühelos aufnehmen kann.« Das Beste der Bibel - eine Bibelkunde der besonderen Art.

 

GEBURT

  Durch den Geburtsvorgang haben Frauen besonderen Anteil an Gottes Schöpfung. Das ist der Grund, weshalb in früheren wie heutigen Kulturen der Zeit zwischen Zeugung und Geburt besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

  Zum Weiterlesen: Marianne Grohmann: Fruchtbarkeit und Geburt in den Psalmen, Tübingen 2007.

 

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Uwe Birnstein

 


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abgerufen 09.02.2012 - 01:37 Uhr

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