Gefestigt in der Krise
Finanzreferent Claus Meier: Die 20000 Arbeitsplätze in der Kirche sind sicher
Die bayerische Landeskirche bleibt auch in der aktuellen Finanzkrise ein verlässlicher Arbeitgeber.
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McKee
 Finanzreferent Claus Meier bei der Einbringung des Haushalts.
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Die unerwartet guten Mehreinnahmen bei der Kirchensteuer im Jahr 2008 helfen der bayerischen Kirche durch die Finanzkrise. Für den kirchlichen Haushalt 2010 mit einem Gesamtvolumen von 735 Millionen Euro rechnen die kirchlichen Finanzexperten mit einem Rückgang der Kirchsteuer um rund 116 Millionen Euro. Weil man jedoch auf Rücklagen zurückgreifen kann, bleibt der Kirche eine Kürzungsrunde um sechs Prozent erspart. Nach den Worten von Finanzreferent Claus Meier sind die 20000 Arbeitsplätze in der Kirche damit abgesichert.
516,2 Millionen Euro werden im Haushalt 2010 für Personalausgaben verwendet, das sind 70,2 Prozent der gesamten Ausgaben. Meier wies darauf hin, dass die Kirche ihren Personalbestand in den vergangenen zehn Jahren um 45 Prozent gesteigert habe, bei der Diakonie sogar um 50 Prozent. Damit hätten Kirche und Diakonie in einem Maße zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen wie kein anderer gesellschaftlicher Bereich.
Meier wagte bei der Einbringung seines Haushalts einen Blick in die Zukunft. Durch die Bildung von Rücklagen in der Höhe von 167 Millionen Euro und Kirchensteuermehreinnahmen von 2008 sieht er die Theologenstellen in der Landeskirche bis 2020 gesichert. Damit eröffneten sich »nachhaltige Möglichkeiten« für die kirchliche Versorgung der Fläche mit Pfarrerinnen und Pfarrern in den kommenden Jahren.
Rainer Heller, Vorsitzender des synodalen Finanzausschusses, lobte den »solide aufgestellten« Haushalt. Wenn man die bayerische Landeskirche jedoch als Wirtschaftunternehen sehen würde, hätte sich das Ranking verschlechtert, für eine »Aktiengesellschaft Kirche« wäre der Kurs nun im Keller. Sorge bereiten ihm die Kirchenaustritte - wenn 20000 austreten, sind zehn Millionen Euro weniger der Kasse. »Und die kommen auch durch Wirtschaftsaufschwung nicht wieder«, so Heller.
Der Münchner Synodale Stephan Bergmann rief die Landessynode dazu auf, angesichts der kommenden schwierigen Jahre darüber zu beraten, was in der kirchlichen Arbeit künftig vorrangig nötig sei und was nicht. »Wir brauchen ehrliche Antworten«, so Bergmann. | HERBSTSYNODE 2009
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BAYERISCHE LANDESSYNODE
Die Landessynode ist das Kirchenparlament der 2,6 Millionen bayerischen Protestanten. Die 108 Mitglieder, auch Synodale genannt, haben als »kirchenleitendes Organ« neben dem Landesbischof, dem Landeskirchenrat und dem Landessynodalausschuss weitreichende Befugnisse: Sie beschließen den Haushalt, verabschieden die Kirchengesetze, legen die kirchliche Personalplanung fest und wählen den Bischof.
Der Begriff Synode stammt aus dem Griechischen und bedeutet »Versammlung zur Beratung eines gemeinsamen Wegs«. In der evangelischen Kirche spiegelt die Synode den lutherischen Glaubensgrundsatz des »Priestertums aller Gläubigen« wider.
Von den 108 Synodalen werden 89 von den rund 13000 Kirchenvorstehern gewählt und 13 berufen. Dazu kommen drei Delegierte aus den Hochschulen und drei Jugenddelegierte mit beratender Stimme. 29 Mitglieder der Synode sind Theologinnen und Theologen. Die 79 ehrenamtlichen Synodalen gehören unterschiedlichsten Berufsgruppen an. 34 Synodale sind Frauen.
Dorothea Deneke-Stoll, Richterin in Ingolstadt, ist Präsidentin der bayerischen Landessynode, Vizepräsidenten der Landessynode sind Peter Seißer, Landrat a. D. aus Wunsiedel, und Pfarrer Heinrich Götz, Rektor der Diakonissenanstalt in Augsburg.
Zwei Mal im Jahr tritt die Synode in unterschiedlichen bayerischen Städten zusammen. Die Herbsttagung befasst sich traditionell mit dem kirchlichen Haushalt, auf den Frühjahrstagungen behandeln die Synodalen ein Grundsatz-Thema.
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