»Wir können nicht einfach so weitermachen«
Synodalpräsidentin Deneke-Stoll fordert Mitgliederorientierung der Gemeinden
Die Auseinandersetzung mit der Wirtschaftskrise war neben dem Beschluss des kirchlichen Haushalts für 2010 das Hauptthema der in Aschaffenburg tagenden Landessynode.
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sob
 Synodalpräsidentin Dorothea Deneke-Stoll
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Synodalpräsidentin Dorothea Deneke-Stoll hat die Kirche dazu aufgerufen, genau hinzuschauen und zu denen hinzugehen, die am härtesten von den Auswirkungen der Krise getroffen werden, die kurzarbeiten müssen oder ihre Arbeit verlieren. Betriebsbesichtigungen im Raum Aschaffenburg gehören deshalb zum Programm der Synodentagung.
Der künftige Weg unserer Gesellschaft brauche unser Engagemeint als Christen, sagte Deneke-Stoll. »Aber auch in unserer Kirche können wir nicht einfach weitermachen wie bisher.« Betroffen zeigte sie sich über die Zahl von über 20000 Kirchenaustritten im Jahr 2008. Das entspreche der Zahl aller Einwohner einer Stadt wie Kitzingen, Günzburg oder Nördlingen. Deneke-Stoll vermutet die tieferliegenden Gründe für einen Kirchenaustritt auf der Ebene der Beziehung zur Kirche vor Ort und zur Kirche insgesamt.
Wie kann verhindert werden, dass Menschen der Kirche den Rücken kehren? Um gegenzusteuern, müsse die Kirche ihre »Mitgliedschaftspflege« intensivieren, fordert Deneke-Stoll. Nicht aus finanziellen Erwägungen solle dies geschehen, »sondern um die frohe Botschaft von der Nähe und Liebe Gottes in Jesus Christus weiterzusagen. Auch diejenigen, die ihre Beziehung zur Kirche »lockerer gestalten« müssten das Gefühl haben: Wir werden als Mitglieder der Kirche ernst genommen und geschätzt.
Deneke Stoll forderte einen Mentalitätswandel hin zu einer »wertschätzenden Wahrnehmung« der sogenanten Kirchenfernen. Man müsse sehen, dass in Deutschland immer mehr Menschen erst im Alter von 40 bis 60 Jahren die Kirche für sich entdecken und zum Glauben finden.
Deneke Stoll fürchtet, mit der Forderung nach Mitgliederorientierung die Gemeinden zu überlasten. »Da sehe ich eine Welle der Empörung auf uns zukommen«, gestand sie. Manch einer werde nun fragen »Jetzt auch noch Mitgliederorientierung - Ja, was sollen wir noch alles tun?« Die Synodalpräsidentin versicherte jedenfalls, sie wolle keine Mehrarbeit für die Gemeinden, es gehe vielmehr darum, einmal auf andere Art hinzuschauen. | HERBSTSYNODE 2009
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BAYERISCHE LANDESSYNODE
Die Landessynode ist das Kirchenparlament der 2,6 Millionen bayerischen Protestanten. Die 108 Mitglieder, auch Synodale genannt, haben als »kirchenleitendes Organ« neben dem Landesbischof, dem Landeskirchenrat und dem Landessynodalausschuss weitreichende Befugnisse: Sie beschließen den Haushalt, verabschieden die Kirchengesetze, legen die kirchliche Personalplanung fest und wählen den Bischof.
Der Begriff Synode stammt aus dem Griechischen und bedeutet »Versammlung zur Beratung eines gemeinsamen Wegs«. In der evangelischen Kirche spiegelt die Synode den lutherischen Glaubensgrundsatz des »Priestertums aller Gläubigen« wider.
Von den 108 Synodalen werden 89 von den rund 13000 Kirchenvorstehern gewählt und 13 berufen. Dazu kommen drei Delegierte aus den Hochschulen und drei Jugenddelegierte mit beratender Stimme. 29 Mitglieder der Synode sind Theologinnen und Theologen. Die 79 ehrenamtlichen Synodalen gehören unterschiedlichsten Berufsgruppen an. 34 Synodale sind Frauen.
Dorothea Deneke-Stoll, Richterin in Ingolstadt, ist Präsidentin der bayerischen Landessynode, Vizepräsidenten der Landessynode sind Peter Seißer, Landrat a. D. aus Wunsiedel, und Pfarrer Heinrich Götz, Rektor der Diakonissenanstalt in Augsburg.
Zwei Mal im Jahr tritt die Synode in unterschiedlichen bayerischen Städten zusammen. Die Herbsttagung befasst sich traditionell mit dem kirchlichen Haushalt, auf den Frühjahrstagungen behandeln die Synodalen ein Grundsatz-Thema.
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