Keine Eventpolitik
Landesbischof Johannes Friedrich alarmiert über zunehmende Kirchenaustritte
Die zunehmenden Kirchenaustritte haben eine Debatte darüber entfacht, wie Kirchenmitglieder künftig stärker gebunden werden können.
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 Johannes Friedrich
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Landesbischof Johannes Friedrich befürchtet einen »traurigen Rekord«, wenn am Ende dieses Jahres feststeht, wie viele Menschen 2009 die bayerische Landeskirche verlassen haben. Den Anstieg der Austrittszahlen nennt Friedrich »alarmierend«. Bis Oktober haben bereits über 16127 Menschen der Landeskirche den Rücken gekehrt. Im vergangenen Jahr verließen 20383 Menschen die Kirche, im Jahr 2007 waren es 15348.
Finanzielle Gründe seien nur der Auslöser für den Austritt, aber nicht die eigentliche Ursache, sagt Friedrich. Meist gehe einem solchen Schritt eine »längere Phase der Entfremdung« von der Kirche voraus. Die Kirche will nun genauer nachforschen, was sich ändern muss, um den Austritten entgegenzuwirken. Es soll keine Schnellschüsse geben. Nötig sei jedoch, die Pfarrerinnen und Pfarrer von Verwaltungsaufgaben zu entlasten, damit sie wieder mehr Zeit für Seelsorge und Verkündigung haben.
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 Zunehmende Notebook-Dichte: die Landessynode bei der Arbeit.
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Friedrich bekräftigte, dass die Basis kirchlicher Arbeit in den Kirchengemeinden liegt. Deshalb sei es auch gut, dass 80 Prozent der Kirchensteuern in die Arbeit der Kirche vor Ort fließen und 2010 sogar ein Zuwachs möglich sei. Doch angesichts der Tatsache, dass auch die engagierteste Gemeinde mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder nicht erreiche, müsse man neue sei es wichtig, neue Wege zu suchen. Der 10-Uhr-Gottesdienst am Sonntagmorgen habe wenig Chancen, Jugendliche anzuziehen, da seien neue Verkündigungs- und Gemeindeformen wie etwa die Nürnberger Jugendkirche nötig. Dabei gehe es jedoch nicht um Eventpolitik.
Friedrich zog auch Bilanz zu seinem Jahresthema »Kinder« und wies auf die schwierige Situation vieler Familien in Bayern hin, die Arbeitslosengeld II beziehen. Die Erhöhung des Kindergeldes um 20 Euro und die Erhöhung des Kinderfreibetrages um 1000 Euro werden diesen Familien nach gegenwärtiger Planung als zusätzliches Einkommen angerechnet, so dass sie unter dem Strich nicht mehr bekommen als vorher. Das müsse geändert werden, forderte Friedrich unter dem Beifall der Synodalen. | HERBSTSYNODE 2009
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BAYERISCHE LANDESSYNODE
Die Landessynode ist das Kirchenparlament der 2,6 Millionen bayerischen Protestanten. Die 108 Mitglieder, auch Synodale genannt, haben als »kirchenleitendes Organ« neben dem Landesbischof, dem Landeskirchenrat und dem Landessynodalausschuss weitreichende Befugnisse: Sie beschließen den Haushalt, verabschieden die Kirchengesetze, legen die kirchliche Personalplanung fest und wählen den Bischof.
Der Begriff Synode stammt aus dem Griechischen und bedeutet »Versammlung zur Beratung eines gemeinsamen Wegs«. In der evangelischen Kirche spiegelt die Synode den lutherischen Glaubensgrundsatz des »Priestertums aller Gläubigen« wider.
Von den 108 Synodalen werden 89 von den rund 13000 Kirchenvorstehern gewählt und 13 berufen. Dazu kommen drei Delegierte aus den Hochschulen und drei Jugenddelegierte mit beratender Stimme. 29 Mitglieder der Synode sind Theologinnen und Theologen. Die 79 ehrenamtlichen Synodalen gehören unterschiedlichsten Berufsgruppen an. 34 Synodale sind Frauen.
Dorothea Deneke-Stoll, Richterin in Ingolstadt, ist Präsidentin der bayerischen Landessynode, Vizepräsidenten der Landessynode sind Peter Seißer, Landrat a. D. aus Wunsiedel, und Pfarrer Heinrich Götz, Rektor der Diakonissenanstalt in Augsburg.
Zwei Mal im Jahr tritt die Synode in unterschiedlichen bayerischen Städten zusammen. Die Herbsttagung befasst sich traditionell mit dem kirchlichen Haushalt, auf den Frühjahrstagungen behandeln die Synodalen ein Grundsatz-Thema.
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