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Dieser Artikel: Ausgabe 48/2009 vom 29.11.2009
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ZEITZEICHEN


Uns ist klar, dass man mit der häufigen Erwähnung des Liedes »Advent, Advent, ein Lichtlein brennt«, besonders mit der Überstrapazierung dessen letzter Strophe »und wenn das fünfte Lichtlein brennt«, die Menschen erzürnen kann. Der abschließenden Bemerkung des Liedes »dann hast du Weihnachten verpennt« haftet etwas versteckt Moralisierendes, Vorwurfsvolles, Besserwisserisches an. Davon sollten wir wegkommen.

Wir sollten lieber in einem ersten Schritt zu ergründen suchen, wo nun die Ursachen des Verpennens liegen, das erfahrungsgemäß zwischen dem vierten und dem fünften Lichtlein geschieht. Was ist da los ? Was liegt da im Argen? Wenn wir die Ursache gefunden haben, sollten wir in einem zweiten Schritt überlegen, wie Abhilfe geschaffen werden kann.

Erste vorsichtige Verlautbarungen der Forschungsgemeinschaft Adventslied äußern sich dahingehend, dass die inflationäre Verbreitung des Liedes »Stille Nacht, heilige Nacht« bereits im Advent, in Sonderheit mit seiner weitergehenden Aussage, wonach »alles schläft, einsam wacht«, bereits nach 37-maligem Anhören einen Aufforderungscharakter entwickelt, folglich dem Verpennen Vorschub leistet, wenn nicht gar, in der Adventszeit naheliegend, Tür und Tor öffnet.

Geht man davon aus, dass die tatsächliche Häufigkeit des Anhörens eine weit höhere ist, wird man sich schleunigst Gegenmaßnahmen ausdenken müssen. Eine Anfrage bei der Verwertungsgesellschaft Musik ergibt den bedenkenswerten Vorschlag, die Kirche möge ihrerseits eine Verwertungsgesellschaft gründen, um sich die Rechte an der Verwertung von Advent und Weihnachten insgesamt zu sichern. Gewöhnlich ungewöhnlich gut informierte Kreise behaupten jedoch, die Frist dafür sei spätestens Weihnachten 1945 abgelaufen. Pech.

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abgerufen 09.02.2012 - 00:03 Uhr

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