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Dieser Artikel: Ausgabe 47/2009 vom 22.11.2009
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Was die Bibel über Ewigkeit sagt

Sonntagsblatt-Serie: Das Beste aus der Bibel


»Von Ewigkeit zu Ewigkeit« - das klingt reichlich mysteriös. Dabei will die Bibel mit der Ewigkeit nur auf eins hinweisen: die allumfassende Macht Gottes.

Auferstehung, Mathis Grünewald, Isenheimer Altar, 1516, Colmar.
Foto: sob
   Auferstehung, Mathis Grünewald, Isenheimer Altar, 1516, Colmar.

Ewiger Segen - Psalm 121; 1. Chronik 17, 27

Behütet und geborgen zu sein bis in alle Ewigkeit: Die Erfüllung dieser Ur-Sehnsucht verheißt der Psalmist. »Der dich behütet, schläft nicht!«, versichert der Beter den Gläubigen. Sein einfacher, aber prägnanter Segensspruch hat die Jahrtausende überdauert und wird noch heute in jüdischen und christlichen Gottesdiensten und Familien gesprochen oder gesungen. Ebenso der erste Satz des 106. Psalms: »Danket dem Herrn; denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich.« Manche Bibelleser werden dabei an ein Gebet aus dem 1. Chronikbuch denken, in dem es ähnlich heißt: »Was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich.« ( Psalm 121,  1. Chronik 17, 27)

  Zitat: »Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

 

Was ist der Mensch? - Jesus Sirach 18, 1-14; Psalm 102, 28

Den Vergleich zwischen dem endlichen Leben eines Menschen und der Ewigkeit Gottes hat mehrere Autoren der Bibel beeindruckt, auch die Verfasser des Buches Jesus Sirach, das die Weisheitstradition Israels spiegelt. »Was ist der Mensch?« - fast philosophisch hört sich die Frage an, »wozu taugt er, was kann er nutzen oder schaden?« Verwertbare Antworte enthält Jesus Sirach uns vor. Stattdessen betont er die Endlichkeit des menschlichen Lebens: »Wenn er lange lebt, so lebt er hundert Jahre. Wie ein Tröpflein Wasser im Meer und wie ein Körnlein Sand, so gering sind seine Jahre im Vergleich mit der Ewigkeit.« Als ob der Psalmist diese Weisheit ergänzen will, schreibt er mit Blick auf Gott: ( Jesus Sirach 18, 1-14,  Psalm 102, 28)

  Zitat: »Du aber bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.«

 

Lohn der Gerechtigkeit - Psalm 55, 23

Eine Frage treibt die Gläubigen seit dem Buch Hiob bis heute um: Wie kann es sein, dass die Gerechten manchmal mehr leiden und kürzer leben als die Ungerechten? Eine mögliche Antwort bietet wiede­rum der Psalmist. Übertragen lautet sie: In der Ewigkeit wird der Gerechte seinen Lohn bekommen, während die »Falschen« in die »tiefe Grube« hinabgestoßen werden. ( Psalm 55, 23)

  Zitat: »Wirf dein Anliegen auf den Herrn; der wird dich versorgen und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen.

 

Jesus, der »Ewig-Vater« - Micha 5, 1; Jesaja 9, 5; Hebräer 13, 8

Nicht nur Gott, auch Jesus ist ewig: Das ist eine Säule des christlichen Bekenntnisses. Die Propheten, die das Kommen des Messias ankündigten, sprachen auch von der Ewigkeit. Zum Beispiel Micha - er kündigt an, dass aus der kleinen judäischen Stadt Bethlehem einer kommen wird, »der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Auch der Prophet Jesaja überträgt das Attribut der Ewigkeit auf den Messias. Er prägte - in der Übersetzung Luthers - den Begriff »Ewig-Vater«. Die Ewigkeit Jesu Christi stellt später der neutestamentliche Hebräerbrief heraus: »Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.« ( Micha 5, 1,  Jesaja 9, 5,  Hebräer 13, 8)

  Zitat: »Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

 

Vergängliche Lust - 1. Johannes 2, 17

Einen schroffen Gegensatz zwischen weltlicher und göttlicher Sphäre konstruiert der Verfasser des ersten Johannesbriefes. Er geht so weit, dass er von den Christen fordert: »Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist.« In den Bereich der Welt gehört demzufolge auch die Lust des Fleisches und der Augen. »Alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit«: 'Das mag sein', würde der 1. Johannesbrief dem Philosophen Friedrich Nietzsche antworten, 'aber bedenke, dass die Lust vergänglich ist!' ( 1. Johannes 2, 17)

  Zitat: »Die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.«

 

Ewigkeit im Vaterunser - Matthäus 6, 13

Der letzte Satz des »Vaterunsers« ist umstritten - zumindest, was seine jesuanische Herkunft betrifft. Denn in den ältesten Handschriften der Bibel fehlt der formelhaft klingende Gebetsschluss mit dem Hinweis auf die Ewigkeit. In der Tat klingt es wie eine folgerichtige Zusammenfassung des vorher Gesagten: dass Gott uns das tägliche Brot gebe, die Schuld vergebe und vom Bösen erlöse. ( Matthäus 6, 13)

  Zitat: »Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.«

 

Die Ewigkeit besiegt den Tod - Johannes 8, 51

Dass Jesus tatsächlich der Sohn Gottes ist, können und wollen einige Pharisäer und Schriftgelehrte partout nicht glauben. Also konfrontieren sie ihn mit dem Gerücht, er sei eigentlich ein böser Geist. Als er behauptet, dass diejenigen, die an ihn glauben, niemals »den Tod schmecken«, empfinden sie es als Anmaßung: Schließlich sind sogar Stammvater Abraham und die Propheten gestorben! Als Jesus dann noch sagt, er habe Abraham gesehen, muss er sich vor der entrüsteten Schriftgelehrtenschar in Sicherheit bringen. Mit seinem Tod und der Auferstehung bezeugt Jesus dann tatsächlich, dass der Tod besiegt ist - bis in alle Ewigkeit. ( Johannes 8, 51)

  Zitat: »Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht sehen in Ewigkeit.«

 

BIBLE'S DIGEST

»Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Alle » Folgen der Serie »Das Beste aus der Bibel« finden Sie » hier...

 

  »Das Beste aus der Bibel« - eine Bibelkunde der besonderen Art.

Der Theologe Uwe Birnstein macht sich in der Sonntagsblatt-Serie »Das Beste aus der Bibel« Woche für Woche auf die Suche nach den bewegendsten und außergewöhnlichsten Geschichten der Bibel. »Das meistgedruckte Buch der Welt verstaubt in den Bücherregalen«, klagt er. Der Grund: Die Heilige Schrift ist kein Roman und eignet sich nicht zur raschen Lektüre. Die Perlen, die sie birgt, müssen erst entdeckt werden. »Das Buch der Bücher birgt Geschichten, die es mit jedem Liebesroman und jedem Thriller, mit jedem Krimi und jeder Generationen-Saga mühelos aufnehmen kann.« Das Beste der Bibel - eine Bibelkunde der besonderen Art.

 

EWIGKEIT IN DER BIBEL

  Am Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, erinnern sich Christen an die Verstorbenen und an das ewige Leben, in das sie eingegangen sind. In der Bibel steht der Begriff Ewigkeit für die alle Zeiten umfassende Allmacht Gottes. Ihre Botschaft: Alle Zeit liegt in Gottes Hand. Während die Schöpfung und der Mensch der Endlichkeit unterliegen, regiert Gott »von Ewigkeit zu Ewigkeit«.

  Zum Weiterlesen: Manfred Becker-Huberti: Zeit ist wie Ewigkeit. Über das Phänomen 'Zeit', Kevelaer 2007.

 

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Uwe Birnstein

 


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abgerufen 10.09.2010 - 12:55 Uhr

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