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Dieser Artikel: Ausgabe 43/2009 vom 25.10.2009
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Ein schulfreier muslimischer Feiertag?

Sonntagsblatt-Umfrage


Der Vorstoß des Bundesvorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, einen schulfreien muslimischen Feiertag für alle Kinder einzuführen, hat Kritik hervorgerufen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, lehnte den Vorschlag ab: Es gebe einen »Vorrang für christliche Feiertage in der Kultur unseres Landes«, so Huber. Dagegen hat auch der Generalsekretär des Zentralrats der Juden dafür ausgesprochen, zusätzlich noch einen jüdischen Feiertag im Schulkalender aufzunehmen.

Andrea Saueracker
Foto: bea

»Umsetzung schwierig«

»Ich sehe die Frage unter zwei Gesichtspunkten: Wenn ich betone, dass wir in einem christlichen Land leben, würde ich bei der bisherigen Regelung bleiben. Wenn ich die Religionsfreiheit betone, müsste für alle Religionen gleiches Recht gelten, damit jeder seinen Glauben leben könnte. Das stelle ich mir allerdings schultechnisch schwierig vor. Da wären höchstens ein bis zwei zusätzliche freie Tage möglich.«

Andrea Saueracker (47), Religionspädagogin, Mainbernheim

Maha El Hissy
Foto: et

»Muslime verstehen«

»Meine Heimat Ägypten hat an Schulen auch christliche Feiertage. Im Islam ist der 'große Bayram' so wichtig wie Weihnachten für Christen. Darum wäre es für Muslime schön, diesen Feiertag in Deutschland zu etablieren. Weil man dann über die muslimische Kultur nachdenken würde, könnten Toleranz und Integration gefördert werden. Muslime würden sich dadurch verstanden und akzeptiert fühlen.«

Maha El Hissy (29), Doktorandin der Germanistik, München

Steffi Gruber
Foto: the

»Religion gehört in die Familie«

»Soweit ich weiß, bekommen die muslimischen Kinder an ihren Feiertagen schulfrei. Allen Kindern frei zu geben, halte ich für keine gute Idee. Dann kommen die nächsten Religionen und Glaubensgemeinschaften und wollen auch daheim bleiben. Ich finde ja, dass Religion in die Familie gehört. Ethik-Unterricht für alle, das wäre einfacher. Dessen Stoff lässt die Kinder ja alle Religionen kennenlernen.«

Steffi Gruber (56), Schul-Sekretärin in Regensburg

Martin Dorner
Foto: ley

»Fördert nicht die Integration«

»Einen schulfreien islamischen Feiertag halte ich für eine gelingende Integration nicht unbedingt förderlich. Natürlich sollten Muslime in Deutschland die Möglichkeit haben, ihre religiösen Feste auch zu feiern. Das braucht aber meines Erachtens nicht gesetzlich verankert zu werden. Generell aber ehrt es Muslime, dass sie sich damit auseinandersetzen, wie sie ihren Glauben hierzulande am besten leben können.«

Josef Lerzer (54), technischer Angestellter, Hilpoltstein

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sob

 


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abgerufen 08.02.2012 - 22:48 Uhr

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