10 Schritte zur seelischen Gesundheit
Was Sie selbst tun können, um sich gegen die Depression zu wappnen
Rechtzeitig entspannen, auch über Sorgen reden, aktiv und in Kontakt bleiben, nach Hilfe fragen und vor allem: nicht aufgeben. Das sind einige der Schritte auf dem Weg zur seelischen Gesundheit.
1: SICH SELBST ANNEHMEN
Nobody's perfect: Wenn ich mich selbst annehme, kann ich meine Stärken bewusst warhnehmen. Ich weiß, was mir guttut! Im Bewusstsein meiner Ressourcen gelingt es mir, auf die Signale meines Körpers und meiner Seele zu hören und deren Bedeutung zu verstehen. Dadurch kann ich auch Fehler und Schwächen akzeptieren, denn: Nur mittelmäßige Menschen sind immer in Bestform!
2: DARÜBER REDEN
Beziehungskiller Sprachlosigkeit: Es ist ein menschliches Bedürfnis, dass ich sowohl Freuden als auch Sorgen mitteilen will. Das setzt voraus, dass jemand da ist, der mir zuhört, der mich erzählen lässt. Dadurch wird Sorge geteilt und Freude verdoppelt. Auf den anderen neugierig sein, ihn verstehen wollen ist Voraussetzung für ein gelingendes Gespräch und belebt Gefühle der Nähe.
3: AKTIV BLEIBEN
Bewegung ist Leben! Noch vor 100 Jahren war körperliche Arbeit eine Selbstverständlichkeit. Heute verbringen wir bis zu acht Stunden und mehr im Sitzen. Körperliche Bewegung ist ein positiver Ausgleich zu Überreizung, Arbeitsstress und überhöhtem Lebenstempo. Bewegung kann, muss aber nicht anstrengend sein. Hauptsache, sie macht Spaß und passt zum eigenen Lebensalltag. Dreimal wöchentlich eine Stunde Bewegung steigert nicht nur das körperliche, sondern auch das seelische Wohlbefinden.
4: NEUES LERNEN
Entdeckungsreisen im Alltag: Etwas Neues zu lernen heißt meine Neugier pflegen, meinem Leben wieder neue Impulse geben und dadurch mein Selbstwertgefühl erhalten. Das ist eine persönliche, vielleicht aber auch eine berufliche Bereicherung. Lernen hat nicht nur mit unserem Gehirn zu tun, sondern mit all unseren Sinnen. Was ich mit Begeisterung lerne, lerne ich leichter und kann es besser in mein Leben integrieren.
5: IN KONTAKT BLEIBEN
»Ein Freund, ein guter Freund«: Ein soziales Netz schafft Zugehörigkeit und Bestätigung. Es sorgt dafür, dass wir in Krisen nicht allein sind. Ein Netzwerk an guten Freunden zu haben ist aber nicht selbstverständlich - es will gepflegt werden! Planen Sie ausreichend Zeit für Freunde in Ihre Lebensgestaltung ein, und pflegen bzw. reaktivieren Sie die Kontakte zu Menschen, die Ihnen wichtig sind.
6: ETWAS KREATIVES TUN
Verborgene Talente: Kreativität hat nichts mit künstlerischem Können zu tun. Eigene Sehnsüchte und Ängste sind oft schwer in Worte zu fassen. Im kreativen Gestalten können sie ihren Ausdruck finden. Kreativität schafft aber auch einen Ausgleich zu den alltäglichen Anforderungen und ist persönliche Kraftquelle.
7: SICH BETEILIGEN
Gemeinschaft macht stark: Als Teil der Gesellschaft ist jeder nicht nur Teil-Nehmer, sondern auch Teil-Geber. Es braucht dafür aber vom Einzelnen den Mut zur Begegnung. Es gehört zu den wichtigsten Lebenserfahrungen, sich als Teil einer Gemeinschaft zu erleben, die zusammenhält - sei es bei Festen oder in Vereinen, wo das »Wir« als stärkende Kraft erlebt werden kann.
8: NACH HILFE FRAGEN
Mut zur Hilfe: Jeder durchlebt in seinem Leben Krisen, die ihn seelisch aus der Bahn werfen können. Sich Hilfe zu holen ist kein Ausdruck von Schwäche, im Gegenteil: Es zeigt Mut, den Problemen entgegenzutreten. Der Blick von außen ist meist schon ein erster Schritt, die Krise zu bewältigen.
9: SICH ENTSPANNEN
In der Ruhe liegt die Kraft: Wir alle sind im Alltag gefordert und schaffen es kaum, uns zu entspannen und abzuschalten. Bewusstes Innehalten und Einrichten von Pausen, bewusste Bewegung oder einfach bewusstes Ein- und Ausatmen bieten Gelegenheit, Entspannungsphasen in den Alltag einzubauen.
10: SICH NICHT AUFGEBEN
Chance zur Besinnung: Schicksalsschläge, Schock und Trauer brauchen Raum und Zeit, um emotional »verdaut« zu werden. In diesen Zeiten, wenn scheinbar nichts mehr geht, ist es gut, sich auf seinen vitalen Rhythmus zu konzentrieren (Ernähung, Atmung, Schlaf und Bewegung) und sich bewusst zu werden, dass man nicht für alles zuständig ist. In solchen stürmischen Zeiten kann es hilfreich sein, sich professionelle Hilfe als »Rettungsring« zu holen.
Quelle: start - Sozialtherapeutische Arbeitsgemeinschaft Tirol, Innsbruck | DEPRESSION
Wege aus dem Seelentief. Depression in der Bibel: Wie der Prophet Elia aus der Wüste zu neuem Leben kommt. Von Barbara Hauck. » lesen!
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HINTERGRUND
Jeder fünfte Deutsche erkrankt an Depression
VOLKSKRANKHEIT DEPRESSION
Jeder fünfte Bundesbürger erkrankt ein Mal im Leben an einer Depression. Insgesamt leiden in Deutschland derzeit etwa vier Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression. Nur halb so viele Männer wie Frauen erkranken an Depressionen - dabei wird aber eine hohe Dunkelziffer vermutet, weil Männer seltener als Frauen die notwendige ärztliche Behandlung aufsuchen.
LEBENSBEDROHLICHE KRANKHEIT
Die Depression ist eine schwere, häufig lebensbedrohliche Krankheit, die oft unterschätzt wird. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts nehmen sich bis zu 15 Prozent der depressiv Erkrankten das Leben. Etwa die Hälfte der Patienten unternimmt einen Suizidversuch. Umgekehrt liegt bei den meisten Menschen, die Suizid begehen, ein depressives Syndrom vor. Derzeit werden nur 50 Prozent der Depressionen diagnostiziert, noch weniger werden anschließend richtig behandelt.
DAS PAUSCHALURTEIL
Menschen mit Depressionen hören oft, ihnen fehle nur die nötige Selbstdisziplin. Menschen, die an Schizophrenie erkrankt sind, werden häufig als gewalttätig und unberechenbar eingestuft. Das sind nur zwei Beispiele für Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Betroffenen sehen sich mit einem Bündel Vorurteilen konfrontiert. Sie erleben, wie sich Menschen von ihnen abwenden, wie sie ausgegrenzt werden.
DAS STIGMA
Den Prozess der Ausgrenzung nennt man in der Fachsprache Stigmatisierung. Das Stigma, das mit einer psychischen Erkrankung einhergeht, erweist sich für die Betroffenen als zusätzliche Belastung. Stigmatisierung gilt daher auch als »zweite Krankheit«. Sie kann nicht nur den Heilungsprozess behindern, sondern häufig auch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung. Denn aufgrund der negativen Attribute, die mit psychischen Erkrankungen verbunden werden, gehen viele Betroffene nicht oder erst spät zum Arzt, um die Diagnose »psychisch krank« zu vermeiden.
THEMA-HEFT
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