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Dieser Artikel: Ausgabe 40/2009 vom 04.10.2009
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Aufbruch mit Hindernissen

»Die Zukunft in der Werkstatt« - Der EKD-Zukunftskongress

Von Benjamin Lassiwe

»Wir wollen aufbrechen.« Das ist die Nachricht, die die Evangelische Kirche in Deutschland mit ihrer Zukunftswerkstatt in Kassel in der vergangenen Woche aussandte. Aber wer ist eigentlich »wir«? 1200 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet nahmen an der Tagung teil. Mitglieder der EKD-Synode, Bischöfe und Kirchenpräsidenten. Ehrenamtliche aus Erfolgsprojekten der EKD. Multiplikatoren aus den Landeskirchen.

Lebhaft diskutierten sie in den Werkstattgesprächen und während der Podiumsdiskussionen. Gern standen sie im Foyer des Kongresszentrums Kassel beisammen. Und schnell wurde dabei auch Außenstehenden deutlich: Wer nach Kassel kam, wollte nicht länger über den Sinn von Reformprozessen diskutieren oder über den theologischen Gehalt von EKD-Papieren debattieren.

Nein, wer nach Kassel kam, wollte endlich Hand anlegen und die Reformen umsetzen. Deswegen ist die Kasseler Zukunftswerkstatt zunächst einmal ein Hoffnungszeichen. Denn mit einiger Sicherheit kann man sagen, dass von Kassel Impulse ausgehen - und sei es nur, dass ein Kirchenkreis in Baden-Württemberg ein Berliner Modell zum Konfirmandenunterricht übernimmt oder in einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein künftig eine Jugendkirche nach Nürnberger Vorbild entsteht (ja, diese Jugendkirche hat auf diesem Kongress durchaus einen Impuls gesetzt).

Doch von einer flächendeckenden Umsetzung des EKD-Reformprozesses ist man auch »nach Kassel« genauso weit entfernt wie in den Tagen vor der Zukunftswerkstatt. Denn auf die Frage, wer eigentlich aufbricht, gibt es noch eine zweite Antwort. Sie lautet: Nicht alle. Erklärte Kritiker des Reformprozesses waren in Kassel ebenso wenig vertreten wie jene Kirchengemeinden, in denen schon lange das Mittelmaß regiert. Und von einer breiten Begeisterung der Christen im Land für den EKD-Reformprozess war sowieso noch nie etwas zu spüren. Auch die Kasseler Zukunftswerkstatt ändert daran nichts.

Und auch nicht die neun sogenannten »Worte der Verlässlichkeit«, die der scheidende Ratsvorsitzende und eigentliche Initiator des Reformprozesses, Bischof Wolfgang Huber, den Protestanten als Zukunftssätze mit auf ihren Weg gab. Eine Werkstatt in Kassel ist gut. Doch diese Werkstattatmosphäre muss jetzt überall einziehen, in den Landeskirchen und Kirchengemeinden.

ZUKUNFTSWERKSTATT

Aufbruch mit Hindernissen. »Die Zukunft in der Werkstatt« - Der EKD-Zukunftskongress. Kommentar von Benjamin Lassiwe. » lesen!

Versuchter Mentalitätswandel. In Kassel fand die erste Zukunftswerkstatt der Evangelischen Kirche in Deutschland statt. » lesen!

 

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abgerufen 08.02.2012 - 11:45 Uhr

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