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Dieser Artikel: Ausgabe 35/2009 vom 30.08.2009
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Gesegnete Mahlzeit

Glaubenskurs Teil 14: Die Tischgemeinschaft Jesu und der Konfliktfall der Ökumene


Bei den ersten Christen stand das Abendmahl im Mittelpunkt: Sie haben »einmütig das Brot gebrochen«, wird in der Apostelgeschichte erzählt. Heute dient das Abendmahl zur theologischen Grenzziehung.

Vorbild für die abendländische Kunst: Leonardo da Vincis Abendmahl, 1498 für den Speisesaal der Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie in Mailand geschaffen.
Foto: sob
   Vorbild für die abendländische Kunst: Leonardo da Vincis Abendmahl, 1498 für den Speisesaal der Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie in Mailand geschaffen.

Liebe geht durch den Magen. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Wes' Brot ich ess', des Lied ich sing'. Sprichwörter kennen die Bedeutung der Mahlgemeinschaft. Mit wem man das Brot teilt ist nicht gleichgültig. Und wem man das gemeinsame Essen verweigert. Die Einladung zum Essen ist häufig Zeichen der Freundschaft. Und die Trennung von Tisch (und Bett) ist Signal einer tiefen Beziehungskrise.

Jesus wusste das wie kein anderer. Die Tischgemeinschaft ist für ihn der elementarste Ausdruck des Reiches Gottes. Das haben seine Gegner ihm vorgeworfen: Er sei ein »Fresser und Weinsäufer«, er nehme die Sünder an und esse mit ihnen! Recht hatten sie. Das hat er tatsächlich getan: Jesus ließ sich von den Reichen und Mächtigen einladen. Aber er saß auch mit den Armen und Ausgestoßenen zu Tisch, versorgte eine Hochzeitsfeier, die in ein Desaster zu münden drohte, mit Unmengen von Wein und speiste viele Menschen mit wenig Brot und Fisch.

Seine Art, das Brot zu brechen, muss einmalig und unverkennbar gewesen sein. Die Emmausjünger (Lukas 24,13) erkannten den Auferstandenen an dieser Geste: Er nahm das Brot, er dankte, er brach es und verteilte es. Wie bei der Speisung der 5000. Wie beim letzten Abendmahl.

Andy Warhols »last supper«, 1986.
Foto: sob
   Andy Warhols »last supper«, 1986.

Das letzte Mahl Jesu ist nach der Überlieferung der »synoptischen Evangelien« (Matthäus, Markus, Lukas) ein Pessachmahl. Das Pessachmahl wurde und wird in jüdischen Großfamilien als Erinnerung des Auszugs der Israeliten aus Ägypten gefeiert. Es hat einen vorwiegend heiteren Charakter, handelt es sich doch um die Vergegenwärtigung der Befreiung aus Unterdrückung und Sklaverei. Wer Hunger hat ist eingeladen, ausdrücklich auch die Fremden, die selbst keine Juden sind. In dieser Befreiungstradition lebte Jesus, an sie knüpfte er an. Beim letzten Mal brach Jesus das Brot mit dem Verräter Judas, mit dem Verleugner Petrus, mit dem Zweifler Thomas. Wie alle seine Mahlfeiern war auch dieses letzte Abendessen ein Sündermahl und nicht die Zusammenkunft der (Selbst-)Gerechten. Es schloss alle ein, war inklusiv, nicht exklusiv.

 

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Andreas Ebert

 


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abgerufen 08.02.2012 - 11:30 Uhr

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