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Dieser Artikel: Ausgabe 45/2008 vom 09.11.2008
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Feiert Rom 2017 die Reformation?

CSU-Politiker Gauweiler: Papst sollte Exkommunikation Luthers aufheben


Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler, profilierter Protestant, hat den Papst besucht. Das Sonntagsblatt hat mit ihm über seinen Rombesuch gesprochen.

Hat im Vatikan »große Bereitschaft zur Kooperation« in Sachen Reformationsjubiläum ausgekundschaftet: der protestantische CSU-Politiker Peter Gauweiler.
Foto: pr
   Hat im Vatikan »große Bereitschaft zur Kooperation« in Sachen Reformationsjubiläum ausgekundschaftet: der protestantische CSU-Politiker Peter Gauweiler.

  Herr Gauweiler, warum waren Sie als Protestant in Rom?

Gauweiler: Als Vorsitzender des Bundestags-Unterausschusses »Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik« habe ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen Monika Griefahn (SPD), Uschi Eid (Bündnis90 / Die Grünen) und Lukretia Jochimsen (Die Linke) im Vatikan Gespräche zum interreligiösen Dialog und zu Fragen der deutschen auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik geführt. Davor haben wir eine Generalaudienz auf dem Petersplatz mit anschließender persönlicher Begrüßung durch Papst Benedikt XVI. erleben dürfen.

  Was erhoffen Sie sich von einer gemeinsamen Feier des Reformationsjubiläums mit den Katholiken?

Gauweiler: Deutschland ist evangelisch und katholisch zugleich. Kein Land ist durch Reformation und Gegenreformation so gekennzeichnet wie das unsere. Es wäre sehr erfreulich, wenn die katholische Kirche sich an den Feierlichkeiten beteiligen und damit ein symbolisches Zeichen setzen würde.

  Nun ist Martin Luther noch immer von Rom exkommuniziert.

Gauweiler: Zwar endete der über Martin Luther ausgesprochene Bann mit dessen Tod, aber es wäre ein Zeichen mit mächtiger Symbolkraft, wenn der Papst den Bann nochmals offiziell aufheben würde, so wie Papst Johannes Paul II. die Verurteilungen Galileo Galileis aufgehoben hat.

  Halten Sie denn ein größeres katholisches Engagement beim Reformationsjubiläum für realistisch?

Gauweiler: Ich hatte in Rom den Eindruck, dass es durchaus eine große Bereitschaft zur Kooperation gibt. Deshalb soll das Gespräch mit dem Vatikan über das Reformationsjubiläum 2017 in den kommenden Jahren vertieft werden.

  Viele Christen wünschen sich ein gemeinsames Abendmahl von Protestanten und Katholiken beim Reformationsjubiläum. Halten Sie das für möglich?

Gauweiler: Das kann ich nicht beurteilen. Ich persönlich halte das nicht für ein vordringliches Thema.

 

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Fragen: Benjamin Lassiwe

 


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abgerufen 08.02.2012 - 11:02 Uhr

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