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Dieser Artikel: Ausgabe 25/2008 vom 22.06.2008
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Drei Schwerpunkte

Landesbischof Johannes Friedrich feiert am 20. Juni seinen 60. Geburtstag


Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich feiert am 20. Juni seinen 60. Geburtstag. Am 24. April 1999 wurde er zum Bischof gewählt, er ist Mitglied des Rates der EKD und seit Oktober 2005 Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands. Wir fragten ihn nach seinen Idealen und seinen Wünschen für die Kirche.

Landesbischof Johannes Friedrich - im Porträt einer Fotoaktion des Fotografen Hans-Günther Kauffmann, die derzeit die Fassade des Mercedes-Hauses an der Donnersbergerbrücke in München ziert.
Foto: Frank
   Landesbischof Johannes Friedrich - im Porträt einer Fotoaktion des Fotografen Hans-Günther Kauffmann, die derzeit die Fassade des Mercedes-Hauses an der Donnersbergerbrücke in München ziert.

  Erinnern Sie sich an Ihre Ideale, die Sie als junger Pfarrer hatten? Haben die sich gewandelt?

Friedrich: Nein, ich glaube grundsätzlich nicht, wenn auch viele Erfahrungen dazugekommen sind: gute Erfahrungen ebenso wie Enttäuschungen. Aber die ganz guten Erfahrungen überwiegen. Mein Ideal war es, als Pfarrer möglichst weitgehend für die Gemeindeglieder erreichbar zu sein, viele Besuche zu machen und das Alltagsleben der Menschen, denen ich das Evangelium von der Liebe Gottes zu uns zu verkündigen habe, möglichst gut zu kennen - mit allen Freuden, Sorgen, Nöten und Ängsten. Ich weiß, um wie viel dies heute für Pfarrerinnen und Pfarrer schwerer geworden ist: durch die größeren Belastungen und die vielen Anforderungen, die an sie gestellt werden. Ganz wichtig ist mir der Einsatz für Gerechtigkeit in allen Bereichen unseres Lebens - in unserer Kirche, in unserem Staat und vor allem auch weltweit. Dieses Ideal hat mich begleitet in meinen beruflichen Stationen als Studentenpfarrer, über die Zeit in Jerusalem bis hin nach Nürnberg und nun als Bischof. Daran hat sich nichts geändert.

  Haben Sie sich überhaupt verändert durch das Bischofsamt?

Friedrich: Natürlich habe ich mich verändert. Aber ich weiß noch sehr gut, was ich früher gedacht und gesagt habe - auch über den Landeskirchenrat! Man merkt hoffentlich, dass ich immer noch so fröhlich und optimistisch bin, wie ich es früher war, weil ich das große Glück habe, aus einer tiefen Glaubenssicherheit heraus leben zu dürfen.

  Sie haben uns am Beginn Ihrer Bischofszeit gesagt, welchen Aufgaben Sie entgegenblicken. Nun der letzte Abschnitt des Berufslebens: Was wollen, müssen Sie noch anpacken?

Friedrich: Die wichtigste Aufgabe ist der Ökumenische Kirchentag 2010: Ich möchte, dass wir in Bayern auf dem Weg dorthin uns in der Ökumene näherkommen, vor allem an der Basis, wo ja vieles schon sehr gut läuft, aber noch viel mehr möglich ist, als wir tun. In Erzbischof Dr. Marx habe ich darin einen sehr guten Partner und Bruder, der dasselbe Ziel verfolgt. Daneben möchte ich all die Dekanate besuchen, wo ich noch nicht offiziell war und dabei das Gespräch mit der Pfarrerschaft und mit allen hauptamtlich und ehrenamtlich Tätigen suchen, ihnen zuhören und um ihre Nöte und Sorgen wissen. Schließlich will ich mich schwerpunktmäßig den Themen »Kinder«, »Kommunitäten« und »Gottesdienste« als meinen Jahresthemen widmen.

  Was ärgert Sie an Ihrer Kirche am meisten?

Friedrich: Wenn manche Kirchenmitglieder in der Sorge um unsere Kirche und in ihrem Engagement zu vergessen scheinen, dass der Herr der Kirche Jesus Christus ist, der uns zugesagt hat, bei uns zu sein, und dabei nicht mehr so viel ausstrahlen von der Liebe Gottes zu uns Menschen, die uns ein fröhliches und dem anderen zugewandtes Leben ermöglicht.

  Wenn Sie einen Wunsch für die Kirche frei hätten ...

Friedrich: Dass wir alle, die wir in irgendeiner Weise unsere Kirche repräsentieren - und das sind nicht allein der Bischof, es sind alle Pfarrerinnen und Pfarrer, alle Mitarbeitenden und alle Mitglieder unserer Kirche - im Alltag ausstrahlen, warum wir fröhlich und zuversichtlich leben können: weil Gott uns liebt und uns behütet, auch und gerade in den schwierigen Zeiten unseres Lebens. Und dass wir uns weiterhin so stark engagieren für die Nöte der Menschen in der Welt, augenblicklich etwa für die verfolgten Christen aus dem Irak.

 

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sob

 


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abgerufen 08.02.2012 - 11:18 Uhr

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