ZEITZEICHEN
Der Mensch und sein Hund. Fünf Wörter, die uns fast an den Rand der Unendlichkeit des Seins führen. Wer die Beziehung zwischen dem Homo Sapiens und seinen vierbeinigen Begleitern ergründen will, ist entweder zu lebenslangem Studium verurteilt oder zu erbarmungslosem Misserfolg.
Wie der Mensch auf den Hund kam oder besser: wie der Hund auf den Menschen, gehört sicher zu den geheimnisvollsten Geschichten, die seit Generationen an den Lagerfeuern der Völker erzählt werden. Vermutlich ist es leichter, die Existenz von Schwarzen Löchern in einer Falte des gekrümmten Weltraums zu erklären als den Grund, weshalb sich ein intelligenter Bewohner dieser Erde ausgerechnet den Menschen zum Gefährten ausgesucht hat.
Das fünfbändige »Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten« widmet dem Hund samt verwandten Begriffen zum Beispiel 26 lange Spalten, eingebettet zwischen »Humpenstoß« und »Hunger«. Zugegeben: Die Begegung mit uralten Redewendungen wie etwa »den Hunden Schiedung läuten« (für zappelige Kinder) macht durchaus Spaß, hilft aber kaum weiter.
Erhellender als manches kluge Buch sind da oft die kuriosen Zeitungsmeldungen aus aller Welt. Anfang dieser Woche erfuhren wir vom tragischen Schicksal des einst reichsten Hündchens der Welt. Nach einem US-Gerichtsbeschluss muss es einen Großteil seines 12-Millionen-Dollar-Erbes, das ihm sein verstorbenes Frauchen hinterlassen hatte, an menschliche Verwandte der Erblasserin abtreten. Mit zwei Millionen Dollar muss die Malteser-Hündin »Trouble« (nomen est omen!) nun ihren Lebensabend fristen; allein für Leibwächter geht die Hälfte der jährlichen Unterhalts von rund 190000 Dollar drauf.
Armer Hund! Wirklich. |
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