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Dieser Artikel: Ausgabe 01/2008 vom 06.01.2008
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Sagen Sie mal, Herr Birnstein...

Interviews mit Personen der Bibel (252)


Nach 250 Folgen endet die Sonntagsblatt-Reihe »Interviews mit Personen der Bibel«

Über 250 Bibelinterviews seit 2003: Uwe Birnstein mit seiner Frau Juliane Werding. Sie war im ersten Jahr Ko-Autorin und danach erste Leserin der Interviews.
Foto: Gerhard Blank
   Über 250 Bibelinterviews seit 2003: Uwe Birnstein mit seiner Frau Juliane Werding. Sie war im ersten Jahr Ko-Autorin und danach erste Leserin der Interviews.

  ...in den letzten fünf Jahren haben Sie 250 Männer und Frauen der Bibel interviewt. Damit soll nun wirklich Schluss sein?

Birnstein: Wenn's am schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören. Das steht zwar nicht in der Bibel, birgt aber trotzdem eine große Weisheit. Aber das wöchentliche Interview wird mir fehlen. Das Schreiben der Interviews war mir eine willkommene Abwechslung im Arbeitsalltag. In den Texten steckte oft viel Hintergrundrecherche. Nicht selten habe ich theologische Kommentare und Bibel-Lexika gewälzt. Die Kolumne sollte ja nicht nur unterhaltsam sein, sondern auch theo­logischen Tiefgang haben. Ich hoffe, mir ist es so gelungen, dass die Leserinnen und Leser das gespürt haben.

  Viele Rückmeldungen, die wir schriftlich und auf Lesertreffen bekommen habe, bestätigen das. Vor allem jüngeren Menschen haben Sie einen ungewöhnlich spannenden Einblick in die Bibel gewährt.

Birnstein: Das freut mich. Aber es gab auch viele Kritiker. Dankbar bin ich für die, die mich auf sachliche Fehler hingewiesen haben. Erschrocken bin ich über manche Leserbriefe, die mich in schroffer Weise persönlich angegriffen haben, die meinten, mit den Interviews würde ich die Heilige Schrift »beschmutzen«...

  So ein Anrufer hatte sich auch bei uns gemeldet. Ein älterer Herr fragte mit bebender Stimme: »Was macht ihr mit meiner Bibel?« Aber auch für manche Theologen aus dem wissenschaftlichen Bereich waren die Interviews oft nur oberflächliche Texte. Stört Sie das gar nicht?

Birnstein: Unterhaltung mit Tiefgang zu machen, ist eine äußerst schwierige Aufgabe. Dass mir das immer gelungen ist, will ich nicht behaupten. Doch wer sich nur auf die kirchliche oder theologische Insidersprache beschränkt, endet in arroganter Fachsprache oder in frommen Phrasen. Beides mag ich nicht. Was nützte es dem Menschen, wenn er die vermeintliche Heiligkeit der Bibel bewahren würde - aber niemand sie als lebensnahes Buch verstehen würde?

  Was macht denn die Bibel Ihrer Meinung nach zur Heiligen Schrift?

Birnstein: Dass in ihr das Leben von Menschen geschildert wird, die mit Glauben und Zweifeln, mit Trauer und Freude umgehen. Die mit sich und mit Gott ringen, immer auf der Suche nach einem wahrhaftigen Leben. Die lernen, mit Schuld umzugehen und Vergebung anzunehmen. Allesamt sind sie mir lieb geworden, vom Verräter Judas bis zum Heiligen Geist, vom betrunkenen Noah bis zur Ehebrecherin, vom übereifrigen Elias bis zum ungläubigen Thomas. Liebenswürdige Gestalten, die sich durchs Leben mit all seinen Fallstricken tasten und dabei bemüht sind, den Sinn des Ganzen nicht aus den Augen zu verlieren.

  Wer war Ihnen denn der liebste Gesprächspartner?

Birnstein: Das ist schwer zu sagen... Den Tod mochte ich sehr. Ich hatte richtig Mitleid mit ihm. Fast weinte er, weil seine Macht gebrochen ist, seit die Christen keine Angst mehr vor ihm haben. Nach dem Gespräch haben wir einen Whisky getrunken...

  Das am meisten beachtete Interview war das mit Onan. Von allen 250 Gesprächen wurde es am häufigsten im Internet abgerufen.

Birnstein: Bemerkenswert. Onan gehört ja nicht gerade zu den prominenten Männern der Bibel. Themen rund um Sexualität und Erotik scheinen besonderen Reiz auszuüben.

  Sie haben die Reihe 2003 begonnen mit Juliane Werding, Ihrer Frau, als Ko-Autorin.

Birnstein: Ja, aber sie konnte wegen ihrer eigenen Projekte dann leider nicht regelmäßig mitmachen. Doch im Hintergrund hat sie viele Fragen und Antworten für die Interviews mitformuliert. An manchen Sonntagen haben wir die Interviews auch als Alibi verwendet: Wenn wir keine Lust hatten, zum Gottesdienst zu gehen, haben wir uns unsere Bibeln genommen, eine Person ausgesucht und ihr Leben verliehen. Juliane Werding hat aber wieder eigene Interviews geschrieben, die unter anderem in unserem neuen Buch »Huren, Heuchler, Heilige« abgedruckt sind. Auch machen wir gemeinsame Lesungen. Das macht uns Spaß, und auch dem Publikum ... Vielleicht bleibt auf diese Weise der Kontakt mit den Männern und Frauen der Bibel bestehen - und mit den Sonntagsblatt-Leserinnen und -Lesern.

Eine » Übersicht aller Interviews mit Personen der Bibel finden Sie » hier...

 

Weitere Informationen zu unserem Autor » Uwe Birnstein finden Sie » hier...

 

BUCHTIPPS

»Huren, Heuchler, Heilige« heißt das neueste Interview-Projekt von Uwe Birnstein und Juliane Werding. Und: Die neuen Interviews mit Menschen der Bibel gibt es jetzt auch als Hörbuch! (Free Spirit Verlag, Köln 2007, 192 Seiten, gebunden mit Lesebändchen, 9,95 Euro, ISBN 978-3980983655; Hörbuch: 2 CDs, gesprochen von den Autoren und Peter Weiß, Gitarrenmusik von Mickey Meinert, 14,80 Euro, ISBN 978-3-9809836-6-2) Mehr lesen unter » www.huren-heuchler-heilige.de!

   »Huren, Heuchler, Heilige« heißt das neueste Interview- Projekt von Uwe Birnstein und Juliane Werding. Und: Die neuen Interviews mit Menschen der Bibel gibt es jetzt auch als Hörbuch! (Free Spirit Verlag, Köln 2007, 192 Seiten, gebunden mit Lesebändchen, 9,95 Euro, ISBN 978-3980983655; Hörbuch: 2 CDs, gesprochen von den Autoren und Peter Weiß, Gitarrenmusik von Mickey Meinert, 14,80 Euro, ISBN 978-3-9809836-6-2) Mehr lesen unter  » www.huren-heuchler- heilige.de!

 

»Sagen Sie mal, Adam... 52 Interviews mit biblischen Persönlichkeiten«. Sonntagsblatt-Edition im Claudius Verlag, München 2003, 160 Seiten gebunden, diverse s/w-Abbildungen. 12,80 Euro. ISBN 3-532-62294-7.

  »Sagen Sie mal, Adam... 52 Interviews mit biblischen Persönlich- keiten«. Sonntagsblatt- Edition im Claudius Verlag, München 2003, 160 Seiten gebunden, diverse s/w-Abbildungen. 12,80 Euro. ISBN 3-532-62294-7.

 

@ Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet unter:  www.sagen-sie-mal.de

Interview: Helmut Frank

 


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abgerufen 03.09.2010 - 03:29 Uhr

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