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Dieser Artikel: Ausgabe 46/2007 vom 18.11.2007
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»Gottvertrauen und Zivilcourage«

Ein Film über evangelische Opfer des Nationalsozialismus


Dietrich Bonhoeffer, Martin Niemöller - sie sind die Prominenten des protestantischen Widerstands gegen Hitler. Einen Film über weniger bekannte evangelische Opfer des NS-Regimes zeigt das Bayerische Fernsehen am Mittwoch, 21. November (Buß- und Bettag), um 19 Uhr in der Sendereihe Stationen.

Pfarrer Werner Sylten wurde nach KZ-Haft in Dachau 1942 in Hartheim bei Linz in der Gaskammer ermordet.
Foto: sob
   Pfarrer Werner Sylten wurde nach KZ-Haft in Dachau 1942 in Hartheim bei Linz in der Gaskammer ermordet.

Am 30. Mai 1941 verschleppten die Nationalsozialisten den evangelischen Pfarrer Werner Sylten in das KZ Dachau. Schon 1935 war er vom Völkischen Beobachter wegen eines judenfreundlichen Artikels angegriffen und deshalb als Leiter eines Mädchenheimes in Thüringen entlassen worden.

Landesbischof Hans Meiser lehnte eine Übernahme in den Dienst der bayerischen Landeskirche ab. Den mörderischen Haftbedingungen in Dachau hielt Sylten über ein Jahr lang stand. Im August 1942 war er am Ende seiner Kräfte. Er wird bei einer Selektion durch SS-Ärzte einem »Invalidentransport« zugeteilt und schließlich am 12. August 1942 in Hartheim bei Linz in der Gaskammer ermordet.

Elisabeth Braun wurde 1887 als Münchner Jüdin geboren. 1920 ließ sie sich taufen und trat der evangelischen Kirche bei. Bevor ihr Leben 1941 gewaltsam in Litauen endete, bot sie verfolgten Juden und Christen jüdischer Herkunft Obdach in ihrem Haus.
Foto: sob
   Elisabeth Braun wurde 1887 als Münchner Jüdin geboren. 1920 ließ sie sich taufen und trat der evangelischen Kirche bei. Bevor ihr Leben 1941 gewaltsam in Litauen endete, bot sie verfolgten Juden und Christen jüdischer Herkunft Obdach in ihrem Haus.

Werner Sylten, Elisabeth Braun, Gerhard Günther, Friedrich von Praun, Hans Leipelt - die Dachauer Filmemacherin Jutta Neupert hat bisher unbekannte Dokumente ausgegraben, mit Zeitzeugen und Angehörigen der fünf evangelischen Christen gesprochen, die durch ihr Gottvertrauen weder zu heuchelnden Opportunisten noch zu willfährigen Parteigängern des NS-Regimes wurden.

Und nicht nur bei Werner Sylten werfen die vorgestellten Biografien erhebliche Fragen nach dem Verhalten der bayerischen Kirchenleitung unter Landesbischof Hans Meiser auf.

Wissenschaftlich beraten hat das Projekt der Kirchenhistoriker und Dachauer Pfarrer Björn Mensing. In seinem 2003 erschienenen Buch »Mitmenschlichkeit, Zivilcourage, Gottvertrauen. Evangelische Opfer von Nationalsozialismus und Stalinismus« hat Mensing das Leben der in dem Film vorgestellten Menschen beschrieben.

 

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sob

 


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abgerufen 09.02.2012 - 00:39 Uhr

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