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Dieser Artikel: Ausgabe 40/2007 vom 07.10.2007
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Sagen Sie mal, Maleachi...

Interviews mit Personen der Bibel (240)


Der biblische Prophet zum neuen Atheismus und zur Stern-Titelgeschichte mit Richard Dawkins

Der Prophet Maleachi, Duccio di Buoninsegna, um 1308, Maestà aus dem Dom zu Siena.
Foto: sob
   Der Prophet Maleachi, Duccio di Buoninsegna, um 1308, Maestà aus dem Dom zu Siena.

  ...ein Biologieprofessor aus Oxford, Richard Dawkins, meint, Gott existiert höchstwahrscheinlich gar nicht.

Maleachi: Sie meinen diesen Richard Dawkins, der gerade die Titelseiten der Illustrierten Stern schmückt? Ich habe sein Buch »Der Gotteswahn« gelesen. Ein schlaues Buch, muss ich gestehen.

  Sie als Prophet lesen und loben ein gotteslästerliches Pamphlet? Ich fall vom Glauben ab...

Maleachi: Oh, bitte nicht! Dafür ist der Anlass zu unbedeutend.

  Moment, ich möchte nur verstehen, was Sie da behaupten. Ein moderner Gelehrter leugnet Gott - und ein Prophet findet das nicht schlimm?

Maleachi: Wissen Sie: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Man sollte seine Energie aufteilen und versuchen, sich nicht über Nichtiges aufzuregen. Schon zu meiner Zeit sagten einige Menschen: »Es ist umsonst, dass man Gott dient«, und fragten: »Was nützt es, dass wir sein Gebot halten und in Buße einhergehen vor dem Herrn?«

»Warum es keinen Gott gibt«: Titel der Illustrierten Stern.
   »Warum es keinen Gott gibt«: Titel der Illustrierten Stern.

  Das klingt, als sei es Originalton von Richard Dawkins.

Maleachi: Verblüffend, finden Sie nicht?

  Absolut. Wie haben Sie damals darauf reagiert?

Maleachi: Nicht ich, sondern Gott hat reagiert. Er benutzte mich als Sprachrohr und verkündete durch mich, dass die Gottlosen am Tag des Jüngsten Gerichts verbrennen werden. Über den Gottesfürchtigen hingegen würde die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen.

  Viel besser wäre es, wenn alle Gottesleugner schon zu Lebzeiten ein Zeichen bekommen würden.

Maleachi: Es gibt Dinge, die liegen in der alleinigen Entscheidungsgewalt Gottes. Seien Sie sicher: Er wird es richten. Damit entlastet er uns von einer großen Verantwortung und schenkt uns die Gelassenheit, die nötig ist, ein gottesfürchtiges Leben zu führen.

  Mir platzt der Kragen, wenn einer behauptet, es gäbe keinen Gott und mein Glaube sei nur Einbildung.

Maleachi: Weshalb schert Sie das? Wer recht hat, lässt sich sowieso erst am Ende aller Zeiten erweisen. Lassen Sie sich Ihren Glauben doch nicht madig machen von einem Gelehrten! Derer gab es viele in der Geschichte. Der letzte, der die Religion als unbegründete Gefühlssache beschrieb, war vor 150 Jahren Ludwig Feuerbach. Er steht zwar in Geschichtsbüchern, Gott abschaffen konnte er jedoch nicht.

  »Einfach ignorieren«: Lautet so Ihr Ratschlag?

Maleachi: Da Sie besagtem Oxford-Professor Dawkins höchstwahrscheinlich nicht begegnen werden: ja. Sollten Sie mit anderen Menschen allerdings in ein Gespräch kommen über die Frage, ob es Gott gibt, sollten Sie aktiv werden. Erzählen Sie von Ihren Erfahrungen mit dem Glauben und mit Gott! Lassen Sie sich nicht auf die trügerische Diskussion ein, ob man Gott mit den Methoden menschlicher Wissenschaften beweisen könne. Das haben schon viele versucht und sind kläglich gescheitert. Vermeiden Sie bitte auch das Spekulieren über die Entstehung der Welt. Auf diesen verbalen Schlachtfeldern ist schon mancher Fromme von den rhetorischen Waffen der Gottlosen erschlagen worden.

  Was soll ich denn dann sagen?

Maleachi: Berichten Sie ganz einfach von Ihrem Leben. Sagen Sie, warum und wie Sie sich geborgen fühlen bei Gott. Ihre persönliche Erfahrung und Ihre Glaubwürdigkeit sind gefragt. Die sind besser als alle Argumente.

  Ich höre schon den Einwand von Oxford-Professor Dawkins: »An einen Gott zu glauben, der Trost spendet, sagt nichts darüber aus, ob er tatsächlich existiert.«

Maleachi: Spenden Sie solchen geschliffenen Aussagen ebenso großherzig wie gelassen Applaus. Zeigen Sie Respekt anderen Meinungen gegenüber - auch dieser. Und bedenken Sie: Vielleicht dienen solche Menschen wie Richard Dawkins Gott mehr, als sie eigentlich möchten. Indem sie mehr und tiefere Gespräche und Gedanken über den Glauben und über Gott anregen, als es eine Sonntagspredigt vermag.

Eine » Übersicht aller Interviews mit Personen der Bibel finden Sie » hier...

 

ZUR SACHE

MALEACHI: Der Prophet Maleachi (hebr.: »mein Bote«) wirkte in der Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. in Jerusalem. Die aus dem babylonischen Exil Heimgekehrten mahnte er zu einem gottgefälligen, gesetzestreuen Leben.

QUELLE: Prophet Maleachi (Nachschlagen bei  » bibel-online.net:  Maleachi).

@ Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet unter:  www.sagen-sie-mal.de

Interview: Uwe Birnstein

 


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abgerufen 10.09.2010 - 13:32 Uhr

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