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Dieser Artikel: Ausgabe 39/2007 vom 30.09.2007
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Adulte Stammzellen fördern

Julia Klöckner ist Initiatorin der AG Stammzellen in der CDU/CSU-Fraktion


Das Embryonenschutzgesetz wird wieder diskutiert. Unionsabgeordnete, die für eine Beibehaltung der bisherigen Regelungen plädieren, haben sich in einer »Stammzell-AG« zusammengetan. Unser Berliner Korrespondent Benjamin Lassiwe sprach mit der Initiatorin Julia Klöckner (CDU).

Julia Klöckner.
Foto: Bundestag
   Julia Klöckner.

  Frau Klöckner, die deutsche Forschungsgemeinschaft will den Stichtag im Embryonenschutzgesetz ändern. Sie sind dagegen. - Warum?

Julia Klöckner: Ich halte es für falsch, wie hier mit Heilsversprechen gearbeitet wird. Nicht jeder Zweck heiligt alle Mittel: Für embryonale Stammzellforschung müssen embryonale Stammzellen zunächst gewonnen werden, das heißt, Embryonen müssen getötet werden. Es gibt aber noch immer keine einzige ernst zu nehmende Therapie, die mit embryonalen Stammzellen möglich wäre. Außerhalb des Embryos wirken diese Zellen wie Tumorzellen - eine Therapie ist schon deswegen nicht absehbar. Wir sollten stattdessen die Forschung mit adulten Stammzellen weiter fördern.

  Sehen Sie hier Erfolgsaussichten?

Klöckner: Auf jeden Fall. Man muss für diese Stammzellen keine Embryonen töten, und dann gibt es bereits Therapien, die erfolgreich mit ihrer Hilfe durchgeführt werden können. In Düsseldorf zum Beispiel werden Herzinfarktpatienten mit adulten Stammzellen behandelt - das rettet Menschenleben. Deutschland ist in der Forschung mit adulten Stammzellen derzeit weltweit führend. Diesen Vorsprung sollten wir ausbauen.

  Dennoch gibt es auch in der CDU Stimmen, die mehr Forschung mit embryonalen Stammzellen fordern. Wie sehen Sie ihre Chancen, eine konservative Position durchzusetzen?

Klöckner: Eine Mehrheitsmeinung ist in der CDU im Moment so nicht ablesbar, denn wir haben keine Abstimmung durchgeführt. Es ist bisher auch noch kein Antrag zu diesem Thema eingebracht worden. Ich rechne aber damit, dass die Zahl der Abgeordneten, die sich wie unsere Initiative für eine Beibehaltung des aktuellen Stammzell- und Embryonenschutzgesetzes aussprechen, noch steigen wird.

  Der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, hat sich dafür ausgesprochen, den Stichtag im Stammzellgesetz zu verschieben. Fällt er Ihnen damit nicht in den Rücken?

Klöckner: Hier halte ich es für wichtig, dass in der Öffentlichkeit deutlich wird, das es keine veröffentlichte Meinung der EKD zu diesem Thema gibt. Bischof Huber hat persönlich die Verschiebung des Stichtags vorgeschlagen. Es gibt aber auch Stimmen, etwa die des bayerischen Landesbischofs Johannes Friedrich, die sich für eine Beibehaltung des Gesetzes ausgesprochen haben. Wenn man den Stichtag verschiebt, wie Huber es vorschlägt, wird man in einen Kreislauf geraten und den Stichtag immer wieder neu verschieben müssen. Das kommt einer ethischen Wanderdüne gleich.

  Hilft es Ihnen in Ihrer politischen Arbeit, wenn die Kirchen so sehr mit unterschiedlicher Zunge sprechen?

Klöckner: Ich denke, es ist wichtig, dass es auch in den Kirchen an dieser Stelle einen demokratischen Meinungsbildungsprozess gibt - und deswegen halte ich es für fatal, wenn eine einzige Äußerung von Bischof Huber in der Öffentlichkeit nun als die Meinung der evangelischen Kirche gesehen wird.

ZUM THEMA

Hintergrund: Embryonenschutz. Die Stichtagsregelung zum Umgang mit embryonalen Stammzellen ist unter Druck geraten. Von Benjamin Lassiwe. » lesen!

 

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Fragen: Benjamin Lassiwe

 


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abgerufen 03.09.2010 - 03:40 Uhr

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