Home
Diese Woche - die aktuelle Ausgabe
Themen
E-Paper: Sonntagsblatt digital
Jetzt im Sonntagsblatt-Shop bestellen!
Archiv
Die Redaktion
Abo-Service
Das Sonntagsblatt-Blog
Anzeigen-Service
Leserreisen
Zeitvertreib
Leserbriefe
Impressum



    
Heute: 09.02.2012
Aktuelle Ausgabe: 06 vom 05.02.2012
Artikel mit anderen teilen!
Dieser Artikel: Ausgabe 36/2007 vom 09.09.2007
Alle Artikel der » Ausgabe 36/2007 im Archiv aufrufen.
  Druckversion


Sagen Sie mal, Petrus...

Interviews mit Personen der Bibel (236)


Der kleingläubige Jünger auf Hallig Hooge

Das Bild zeigt ein Kirchenfenster der Halligkirche auf Hooge.
Foto: ub
   Das Bild zeigt ein Kirchenfenster der Halligkirche auf Hooge.

  ...seit meinem Urlaub auf der Hallig Hooge kann ich viel besser nachvollziehen, wie es Ihnen ging damals, als Sie in den Wellen zu versinken drohten.

Petrus: »Hallig«?

  Das ist eine kleine Insel vor der Nordseeküste. Bei Sturm wird sie überschwemmt. Nur die wenigen Wohnhäuser ragen dann auf kleinen Hügeln aus dem Wasser und trotzen dem Meer.

Petrus: Romantisch!

  Nicht nur. Denn bei Sturm kann es ziemlich ungemütlich werden für die Hallig-Bewohner. Auch sie drohen dann in den Fluten zu versinken.

Petrus: Dramatisch. Ich hoffe, es handelt sich um gläubige Menschen.

  Ich denke schon. Fast alle sind evangelisch. Aber das schützt wohl nicht vor dem Untergang.

Petrus: Sagen Sie das nicht - mich hat es vor dem Tod bewahrt! Obwohl ich gestehen muss: Mein Glaube war zu schwach, das Wasser trug mich nicht. Ich hatte mich überschätzt. Glaube kann Berge versetzen, hatte Jesus uns Jüngern versprochen. Und fasziniert beobachteten wir, wie Jesus seelenruhig übers Wasser wandelte.

  Zuerst haben Sie ihn mit einem Gespenst verwechselt.

Petrus: Es war dunkel, und wer erwartet schon, dass ein Mensch auf dem Wasser wandelt?

  Ich hätte vermutet, dass er nur auf dem Watt geht. Auch das habe ich an der Nordsee kennengelernt.

Petrus: An einem Binnensee in Israel gibt es kein Watt, Sie Kleingläubiger!

  Mit diesem Wort hat Jesus Sie angeredet, als Ihr Wasserspaziergang kläglich scheiterte.

Petrus: Stimmt. »Komm zu mir« hatte Jesus mir zugerufen. Mutig stieg ich aus meinem Boot aus. Als ich spürte, dass das Wasser auch mich trug, hab ich mich total erschreckt. Das konnte nicht sein! Plötzlich spürte ich, wie der Wind zunahm. Ich bekam panische Angst. Mit dem Ergebnis, dass mein Körper nach drei Schritten langsam, aber sicher im Wasser versank.

  Hätte Jesus Ihnen nicht die Hand entgegengestreckt...

Petrus: ... wäre ich elend ertrunken.

  Er wir Ihr Retter. Ganz wortwörtlich.

Petrus: Diese Erfahrung haben wir Jünger mehrmals gemacht. Jesus ließ uns gewähren und eigene Erfahrungen machen. Wenn wir scheiterten, half er uns aus der Sackgasse. Oder aus dem Sturm. Oder aus anderem Schlamassel.

  Eine tröstliche Botschaft. Erst recht für die Hallig-Bewohner, die so oft vom Sturm bedroht sind.

Petrus: Erzählen Sie ihnen meine Geschichte. Vielleicht wird sie sie ermutigen, dass Jesus auch sie im Sturm hält. So wie ein Fels in der Brandung.

  Die Begebenheit gehört schon jetzt zu den Lieblingsgeschichten der Menschen auf den Halligen. Ein Fenster der Inselkirche auf Hallig Hooge bildet Sie sogar ab. Es zeigt, wie Jesus Ihnen die Hand reicht und Sie vor dem Ertrinken rettet.

Petrus: Das haben die Insulaner gut gemacht.

  Es macht Ihnen nichts aus, dass Sie in Ihrem Scheitern dargestellt werden?

Petrus: Ganz im Gegenteil. Viele Menschen denken ja, ich, Petrus, sei der Fels. Das ist falsch. Ich wäre hilflos untergegangen! Jesus ist der eigentliche Fels in der Brandung, der die Ertrinkenden rettet. Das war damals am See Genezareth genauso wie heute auf den Halligen.

Eine » Übersicht aller Interviews mit Personen der Bibel finden Sie » hier...

 

ZUR SACHE

SIMON PETRUS: Der Jünger Simon (hebr.: »Gott hat gehört«), genannt Petrus (griech: Fels), war Fischer am See Genezareth, bevor er Jesus folgte. Die Evangelien stellen ihn in mehreren Situationen als kleingläubig dar; nach der Gefangennahme Jesu verleugnet er seine Zugehörigkeit zu Jesus sogar. Nach dessen Tod wird er zum Wortführer der Jerusalemer Gemeinde und - neben Paulus - zum wichtigsten Missionar.

QUELLE: Matthäus 14, 22-33 (Nachschlagen bei  » bibel-online.net:  Mt 14, 22-33

@ Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet unter:  www.sagen-sie-mal.de

Interview: Uwe Birnstein

 


Valid HTML 4.01 Transitional

/news/aktuell/2007_36_25_01.htm
abgerufen 09.02.2012 - 01:30 Uhr

© Sonntagsblatt 1998-2012, ImpressumWebmaster
Angebote für Webmaster