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Dieser Artikel: Ausgabe 30/2007 vom 29.07.2007
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Nürnberg, München, Bayreuth?

Von den fünf Meiser-Straßen in Bayern werden zwei umbenannt - Nun Diskussion in Bayreuth


Nach der zweiten Umbenennung einer Meiserstraße in Bayern geht die Diskussion über die rechte Würdigung oder auch namentliche Tilgung des umstrittenen früheren Landesbischofs Hans Meiser (1881-1956) munter weiter.

Die Hans-Meiser-Straße in Bayreuth. Links die evangelische Erlöserkirche.
Foto: wl
   Die Hans-Meiser-Straße in Bayreuth. Links die evangelische Erlöserkirche.

Manche sprechen schon - sarkastisch - von einer Straßenreinigung: Kaum hatte letzte Woche Münchens Stadtrat mit den Stimmen der SPD und der Grünen die Umbenennung der 200 Meter langen Meiserstraße in München beschlossen, an der auch das bayerische Landeskirchenamt liegt, da sorgt die nach demselben Kirchenmann benannte Straße in Bayreuth für Diskussion.

Nach den Straßenumbenennungen in München und - zuvor - in Nürnberg erklärte die Israelitische Kultusgemeinde Bayreuth, die dortige Hans-Meiser-Straße sei wegen der antisemitischen Äußerungen des ehemaligen Bischofs der evangelischen Landeskirche Bayerns nicht mehr tragbar.

Es gibt eine mit München und Nürnberg vergleichbare Argumentation: Bayreuth habe als Stadt der Richard-Wagner-Festspiele und NS-Gauhauptstadt eine exponierte Position im Dritten Reich gehabt, so Gemeindevorsitzender Felix Gothart zum epd.

Der Münchner Entscheidung waren monatelange Diskussionen um die antisemitische Haltung Meisers vorausgegangen. Die evangelische Landeskirche hatte sich für die Beibehaltung der Meiserstraße eingesetzt. Das gesamte Wirken Meisers müsse gesehen werden.

Mit einer Gedenktafel am Landeskirchenamt solle das Wirken des Bischofs, der sich große Verdienste um die Kirche erworben habe, kritisch gewürdigt werden, sagte Bischof Joannes Friedrich, der sich »enttäuscht« über die Stadtratsentscheidung äußerte. Auch für Bayreuth lehnt der oberfränkische evangelische Regionalbischof Wilfried Beyhl eine Umbenennung ab. Dies sei kein »geeignetes Mittel der Vergangenheitsbewältigung«, sagte Beyhl auf Anfrage. Der Name Hans-Meiser-Straße halte ein Stück Erinnerungskultur offen.

In Ansbach hatte schon 2006 der Stadtrat eine Umbenennung abgelehnt. Eine weitere bayerische Meiserstraße existiert in Pullach bei München.

 

Kirche und Nationalsozialismus

Kirche und Nationalsozialismus (Bild: Dietrich Bonhoeffer und »Reichsbischof« Ludwig Müller)

Weitere Beiträge zum Thema »Kirche und Nationalsozialismus« finden Sie » hier.

 

 

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sob

 


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abgerufen 09.02.2012 - 00:42 Uhr

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