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Dieser Artikel: Ausgabe 11/2007 vom 18.03.2007
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Was und wo ist »Kirche vor Ort«?

Sonntagsblatt-Umfrage


Mit dem Prozess »Kirche vor Ort« will die bayerische Kirche herausfinden, was für sie in Zukunft wichtig sein soll - und was in Zeiten weniger werdender Gelder auch aufgegeben werden kann. Also: Was und wo ist »Kirche vor Ort«?

Hans-Joachim Petsch
Foto: Lenz

»Sein und Design«

»Da sind natürlich die schönen Kirchen vor Ort: in den Städten und Dörfern. Kirche muss aber zeigen, dass sie ihren Stand gewinnt jenseits der Gebäude und ihrem musealen Charakter. Es geht um das Leben der Kirche vor Ort. Wenn Kirche plakatiert: 'Ihr habt die Fragen, wir haben die Antworten', muss sie inhaltlich etwas zu bieten haben. Meine Befürchtung ist, dass es da manchmal mehr um Design geht als ums Sein.«

Hans-Joachim Petsch (61), Pfarrer im Rudolf-Alexander-Schröder-Haus, Würzburg

Angela Reither
Foto: pr

»Vorbildliche Lebensweise ist ein Wert«

»Kirche vor Ort? Das ist im Grunde alles, was die Kirche in ihren Gemeinden macht. Und es ist eine ständige Aufforderung an die Institution Kirche und ihre Mitarbeitenden, ob ehrenamtlich oder hauptamtlich, immer wieder auf die Menschen zuzugehen. Die Kirche muss mitten im Leben der Menschen stehen, um die Menschen zu erreichen, anders gesagt: Die Kirche muss im Dorf bleiben.«

Angela Reither (42), Religionspädagogin und Hausfrau, Ezelsdorf

Uland Spahlinger
Foto: pr

»Gemeinde Jesu«

»Mir fallen als erstes die vier Begriffe koinonia (Gemeinschaft), martyria (Zeugnis/Verkündigung), leiturgia (Gottesdienst) und diakonia (helfendes Handeln) ein, mit denen Gemeinde Jesu Christi beschrieben wird. An ihnen kann sich Kirche vor Ort gut orientieren: nah bei ihrem Auftrag und nah bei den Menschen in der Vielgestaltigkeit, die das Leben nun einmal hat. Darin muss sie verlässlich sein.«

Uland Spahlinger (48), Gemeindepfarrer Simeonsgemeinde, München

Klaus Neubert
Foto: pth

»Spezialisieren, aber wer entscheidet das?«

»Nicht jede Gemeinde muss alles anbieten. Ich finde, die Kirche sollte sich spezialisieren, aber das zu entscheiden, ist schwer. Wir von der evangelischen Jugend versuchen, unsere Freizeit-Angebote mal auf Wohlhabendere zuzuschneiden, mal verlangen wir weniger. Bloß - keiner sagt: »Wir können uns das kaum leisten«. Die Armen bleiben einfach weg. Die sind dann zwar vor Ort, für uns aber verloren.«

Klaus Neubert (44), evangelische Jugend Regensburg

SYNODE

 

Themenspecial »Landessynode«

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abgerufen 08.02.2012 - 12:02 Uhr

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