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Dieser Artikel: Ausgabe 05/2007 vom 04.02.2007
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Wie drücken Sie den Gottesbezug in der EU-Verfassung aus?

Sonntagsblatt-Umfrage


Papst Benedikt XVI. und Bundeskanzlerin Angela Merkel, derzeit EU-Ratspräsidentin, haben die Frage nach einem Gottesbezug in der Verfassung der Europäischen Union neu in die Diskussion gebracht.

Hans Jürgen Luibl
Foto: pr

»Richtung halten«

»Wichtig ist, dass im Verfassungsvertrag an die grundlegenden christlichen und humanistischen Traditionen Europas erinnert wird. Wenn der Gottesbezug hilft, hier die Richtung zu halten, mag er in der Verfassung stehen. Wenn aber unklar ist, welcher Gott im religiösen Dickicht Europas überhaupt gemeint ist, nützt auch seine Anrufung wenig und ist sogar im Blick auf Gottes Wirklichkeit schädlich.«

Hans Jürgen Luibl (50), Arbeitsgruppe Europa der evang.-luth. Landeskirche Bayern, Erlangen

Bernd Bogisch
Foto: pth

»Ethische Grundwerte«

»Nachdem wir im sogenannten 'christlich geprägten Abendland' leben, in dem es leider schon lange nicht mehr sehr christlich zugeht, ist zumindest ein Bezug auf die ethischen Grundwerte des christlichen Glaubens dringend erforderlich. Allerdings vermute und befürchte ich, dass ein zu eng gefasster Gottesbegriff im bürokratischen Sumpf der regulierungssüchtigen Europäischen Union untergeht.«

Bernd Bogisch (42), Pfarramtssekretär in Straubing

Ulrike Gote
Foto: wla

»Menschenwürde«

»'In Verantwortung vor Gott und den Menschen' erinnert daran, dass jeder Mensch, jeder Staat, sich seiner Endlichkeit und Fehlbarkeit bewusst ist. Dieser Gott muss nicht der christliche Gott sein. Es darf nicht darum gehen, den christlichen Gottesbezug zu verankern. Die EU eint nicht das christliche Erbe, sondern das Bekenntnis zu Menschenwürde, Demokratie, Freiheit, Recht.«

Ulrike Gote (41), kirchenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion bayerischen Landtag

Ingo Friedrich
Foto: privat

»Vorbild Polen«

»Mein Vorschlag für einen Gottesbezug in der Präambel einer EU-Verfassung würde sich an der polnischen Verfassung anlehnen. Etwa so: »Wir, alle europäischen Staatsbürger, sowohl diejenigen, die an Gott als die Quelle der Wahrheit, Gerechtigkeit, des Guten und des Schönen glauben, als auch diejenigen, die diesen Glauben nicht teilen, sondern diese universellen Werte aus anderen Quellen ableiten, streben an...«

Ingo Friedrich (65), MdEP (CSU), Brüssel/Gunzenhausen

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  Gottesbezug in der EU-Verfassung? Was meinen Sie? » Stimmen Sie ab!

 

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abgerufen 08.02.2012 - 22:46 Uhr

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