Nürnberger »Straßenkampf« entschieden
Nach Historiker-Tagung scheint klar: Bischof-Meiser-Straße wird umbenannt
Nach einem Jahr hoch emotionaler Auseinandersetzungen über die Rolle des evangelischen Landesbischofs Hans Meiser (1881-1956) in der NS-Zeit steht die Stadt Nürnberg vor der Umbenennung ihrer Bischof-Meiser-Straße.
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Fechter
 Im Herzen der Stadt: die Nürnberger Bischof-Meiser-Straße.
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Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) sprach sich bei einer Historikertagung für eine »dokumentierte Umbenennung« aus, die auf einem Begleitschild begründet werden soll.
Vom Nürnberger Regionalbischof Ark Nitsche kam dafür grünes Licht. Die evangelische Kirche werde einen solchen Stadtratsbeschluss akzeptieren, versicherte er.
Entscheidend dürfte sein, dass die CSU-Fraktion im Stadtrat nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) nicht mehr geschlossen auf der Beibehaltung des Straßennamens besteht. Sie hatte vergeblich auf öffentliche Unterstützung der Kirche für ihre Verteidigungsposition gehofft. Wann die Meiserstraße auf die Tagesordnung des Stadtrats kommt, steht noch nicht fest.
Landesbischof Meiser galt nach Ende der NS-Herrschaft als Mann des Widerstandes. Im Kirchenkampf 1934 war er erfolgreich dem Versuch der Nationalsozialisten entgegengetreten, die Kirche gleichzuschalten. Mehrere bayerische Städte, darunter Nürnberg, München und Ansbach, ehrten ihn nach seinem Tod 1956 mit Straßennamen. Damals war nicht bekannt, dass sich Meiser bereits 1926 und dann noch einmal 1943 massiv antisemitisch geäußert hatte.
Erst Jahrzehnte später setzte sich ein kritisches Urteil über Meiser durch. Vor allem sein Schweigen zur Ermordung der Juden und der Behinderten werden ihm zur Last gelegt.
Zu einem Eingeständnis eigener Schuld war Meiser nicht bereit. |