Wachsen gegen den Trend: Wie kann das funktionieren?
Sonntagsblatt-Umfrage
Vier Stimmen zum EKD-Zukunftskongress: ein Drittel weniger Protestanten, Gottesdienstquote verdoppeln - wie soll das gehen?
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»Gottesdienst und Gemeindearbeit«
»Unsere Gottesdienste müssen mit der Lebenswirklichkeit der Menschen zu tun haben und den Leuten etwas für ihr Leben und für ihren Glauben mitgeben. Dann kommen sie gern und zahlreich. Wichtig ist auch, den Gottesdienst mit guter Gemeindearbeit zu flankieren - und die Liebe zum Gottesdienst vorzuleben. Ein Staubsaugervertreter, der nicht selber sein Produkt zu Hause hat, ist doch auch unglaubwürdig.«
Hans Stiegler (49), Dekan in Ansbach
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»Richtig messen«
»Ich traue das unserer jungen Pfarrergeneration durchaus zu: Wachstum gegen den Trend zu bewirken. Aber: Es ist falsch, die Religiosität der Menschen am Gottesdienstbesuch zu messen. Da wird die Kirche auf Sonntag verkürzt. Wir haben - 7 Tage in der Woche - viel mehr zu bieten, wo wir das wachsende Interesse an Kirche feststellen können. Wir brauchen eine andere Messlatte für 'Kirchenwachstum'.«
Gerhart Herold (64), Referent für Theologische Projekte der Kirchenleitung, München
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»Evangelisch, aber kein Glaube«
»Gegen den Trend wachsen, das geht nicht. Ich gehe an Weihnachten, zu Hochzeiten oder zur Konfirmation von Verwandten in die Kirche, aber sonst interessiert mich daran gar nichts. Du sitzt drin, singst Lieder, hörst die Predigt, also mir gibt das gar nichts. Viele Jugendliche in meinem Bekanntenkreis sehen das so. Ich glaube sogar, dass mancher zwar evangelisch ist, aber nicht einmal richtig an Gott glaubt.«
Andreas Schettler (19), Abiturient aus Regensburg
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»Wachstum ist Entwicklung«
»Wachsen hat biblisch gesehen mit 'Entwicklung' zu tun. 'Lasst uns wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus' (Epheser 4,15). Das ist ein entwicklungsorientierter Wachstumsprozess mit geistlichem Leitbild und Ziel. So gesehen ist 'Wachsen gegen den Trend' möglich. Dem Messen und Rechnen mit Prozentzahlen kommt dabei nicht die entscheidende Bedeutung zu.«
Hans Hager (55), Dekan in Thurnau |